Kamera-Quartett für die Mittelklasse: Das Samsung Galaxy A71 im Test

Samsung Galaxy A71 Test
Die Neuauflage der Samsung Galaxy A-Serie geht  munter weiter. Nach dem Galaxy A51 ist nun auch das größere Galaxy A71 da. Gegenüber dem A70 aus dem Vorjahr gibt es eine ganze Reihe an Verbesserungen: Mehr Kameras, Punch-Hole Display statt Waterdrop-Notch und mehr Leistung. Gleichzeitig hat man Positives wie eine Kopfhörerklinke und das hochauflösende Display aus dem Vorjahr mitgenommen – kurz: Das A71 macht wieder vieles richtig. Im Test alles über den Mittelklasse-Allrounder Galaxy A71 im Überblick.

Samsung Galaxy A71: Großer Fotospaß mit 4 Kameras

 

Samsung Galaxy A71 Test – Design

Samsung Galaxy A71 Test - Design, AbmessungenGrafik: A1/Wolfgang Hammer
Das Samsung Galaxy A71 ist vor allem eines: Ziemlich groß und schön anzusehen. Und das, obwohl auf Oberklasse-Materialien wie Glas oder Metall fast gänzlich verzichtet wurde – das Display wird durch ein Gemisch aus Glas und viel Kunststoff vulgo Gorilla Glas 3 geschützt, der Rahmen und Rückseite sind komplett aus Kunststoff. Mit vielen Vorteilen: Einerseits ist das A71 für seine Größe extrem leicht (179 Gramm – Vergleich Galaxy S20+ 187 Gramm). Andererseits splittert Kunststoff nicht so leicht wie Glas, den Fall auf den Boden sollte das A71 daher ziemlich unbeschadet überstehen. Und es ist kein Fingerabdruck-Magnet.

Samsung Galaxy A71 TestFoto: A1/Wolfgang Hammer
Angesichts dessen ist es eher unverständlich, weshalb Samsung auf eine IP Zertifizierung verzichtet. Bei der Benutzung im Regen ist also Vorsicht geboten. Deutlich positiver wiegt hingegen die Tatsache, dass es den bei der Galaxy S-Reihe abgeschafften 3,5 mm Kopfhöreranschluss nach wie vor gibt. Ebenfalls mit an Bord ist ein brauchbarer, optischer In-Screen Fingerabdrucksensor. Beim Test stellte sich heraus, dass der bei Kälte im Freien nicht ganz so gut funktioniert – hier waren fast immer 2-3 Versuche notwendig.

Samsung Galaxy A71 TestFoto: A1/Wolfgang Hammer
Auf der schön gemachten Rückseite finden wir das ähnlich wie beim Galaxy S20 angeordnete Kamera-Quartett – die Einhausung ragt etwa 1 Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Positiv ist anzumerken, dass die Rückseite aufgrund des Materials Kunststoff deutlich weniger Tapseranfällig ist als eine Rückseite aus Glas. Und das Smartphone ist weniger rutschig als seine gläsernen Kollegen. Ganz allgemein liegt es sehr gut in der Hand.

Samsung Galaxy A71 TestFoto: A1/Wolfgang Hammer
Eine Benachrichtigungs-LED gibt es am Galaxy A71 leider nicht. Dafür ist Always-On mit an Bord, inklusiver netter Beleuchtungsanimation sobald eine Nachricht eintrudelt. In der Regel sollte man also nichts Wichtiges verpassen.

Samsung Galaxy A71 Test – Display

Das Samsung Galaxy A71 ist neben dem Galaxy S20 Ultra das Smartphone mit dem größten Bildschirm aller derzeit verfügbaren Samsung Modelle. Zu den Rändern hin gibt es keine Wölbung, daher wirkt es nicht ganz so randlos wie die Displays der teureren Schwestermodelle. Das 6,7 Zoll große Display löst mit 1.080 x 2.400 Pixel (=393 Pixel/Zoll) bei einem Seitenverhältnis von 20:9 auf. Eine HDR 10+ Unterstützung gibt es nicht, dank kleinem Punch-Hole Ausschnitt und von Samsung gewohnt farbenfrohen Bildschirm sehen Videos trotzdem extrem gut aus.

Samsung Galaxy A71 DisplayFoto: A1/Wolfgang Hammer
Sehr positiv überrascht war ich von der Helligkeit des Displays – sogar bei direktem Sonnenlicht waren alle Details noch kontrastreich und kräftig am Display zu sehen. Wie immer lässt sich im Menü der Weisspunkt nach eigenem Geschmack einstellen sowie ein Blaufilter aktivieren. Bei viel Videocontent rate ich dazu vom natürlichen Bildschirmmodus auf lebendig zu schalten, die Farben wirken dadurch lebendiger und kontrastreicher.

Samsung Galaxy A71 – Leistung & Ausstattung

Neben der Kamera hat vor allem der Prozessor gegenüber dem A70 ein ordentliches Update spendiert bekommen. Im A71 ist der derzeit leistungsfähigste Mittelklasse-SoC Qualcomm Snapdragon 730 samt 6 GB Arbeitsspeicher verbaut. Bei AnTuTu kommt das A71 auf hervorragende 236.303 Punkte und liegt damit sehr klar vor seinem Vorgänger und allen anderen Mittelklasse-Smartphones.

Galaxy A71 Test Performance, AntutuGrafik: A1/Wolfgang Hammer
Für den Alltag bedeutet das genug Power für alle Lebenslagen. Auch alle aktuellen Spiele laufen ruckelfrei und flüssig. Einzig bei der Kamera bemerkt man da und dort Wartezeiten: Nämlich dann, wenn man mit der vollen Auflösung, also 64 Megapixel, fotografiert. Da bei HDR Aufnahmen bis zu 9 Fotos hintereinander aufgenommen werden, jedes Foto je nach Motiv um die 15 MB hat, dann addiert und zusätzlich bearbeitet werden, kann man sich vorstellen mit welchen Datenmengen die Software hier konfrontiert wird. Für den Anwender macht es sich mit einer leichten Verzögerung (geschätzt ca. 1 Sekunde) nach dem Auslösen bemerkbar. In der Praxis sehe ich darin allerdings keinen allzu großen Nachteil.

Während es an der Leistung wenig auszusetzen gibt, verhält es sich bei der Soundqualität ohne Kopfhörer anders: Einzig ein kleiner Lautsprecher an der unteren Kante versorgt uns mit Schallwellen. Der ist zwar relativ laut, kommt aber mit wenig Tiefe und wirkt etwas ausgehungert. Insofern ist es umso schöner, dass Samsung uns die 3,5 mm Klinke gelassen hat.

Als Betriebssystem kommt beim A71 Android 10 samt der neuesten Version von Samsungs OneUI (Version 2.0) zum Einsatz. Im Unterschied zur Originalversion hat sich allerdings bis auf ein paar neue Gestenbefehle nicht wirklich viel getan – ist auch nicht unbedingt notwendig, OneUI hat sich zu einer der besten Benutzeroberflächen für Smartphones entwickelt. Eine kleine Überraschung ist allerdings das nun auch auf der A-Serie angekommene Edge-Display: Das ist ein kleines Kästchen ganz am Rand des Displays, in das nach dem Öffnen Quick-Actions gelegt werden können. Außerdem findet man hier die Einstellungen für Edge-Lightning. Dabei handelt es sich um einen coolen Beleuchtungseffekt für eingehende Benachrichtigungen – allesamt anpassbar in Farbe und Form.

Samsung Galaxy A71 Test – Kamera

Heute hat man auch in der Mittelklasse nur dann eine Chance, wenn man zumindest zwei Kameras verbaut. Beim Galaxy A71 sind es sogar deren vier, wobei eine davon – der ToF-Sensor – nur Tiefeninformationen sammelt um schöne Bokeh-Aufnahmen zu ermöglichen. Einen genaueren Blick wert ist die Hauptlinse: Die löst mit 64 Megapixel bei ƒ/1.8 auf. In den allermeisten Situationen wird die Auflösung via Pixel Binning um den Faktor 4 reduziert, stehen also 16 Megapixel zur Verfügung. Wer trotzdem in voller Auflösung fotografieren will, stellt das einfach in der Kamera-App um – die Aufnahmen werden dann aber schon sehr groß und es kommt manchmal (siehe weiter oben) zu leichten Auslöseverzögerungen.

Die Frage bleibt, ob man signifikante Unterschiede zwischen einer „normalen“ und einer mit Pixel Binning angefertigten Aufname erkennen kann. Interessanterweise wirkt das mit der vollen Auflösung geschossene Foto weniger scharf und dunkler. Insofern spielt Pixel Binning alle Vorteile aus: Die addierten Pixel schaffen eine bessere Belichtung als das Original.

Hier im Crop 2 gleich große Ausschnitte (1000 x 633 Pixel) der obigen Aufnahme – bei mehr Megapixel ist der Ausschnitt natürlich entsprechend kleiner gegenüber jenem mit 16 Megapixel. Hier fällt schon auf, dass mehr Pixel auch höhere Details bedeuten. Allerdings ist es bemerkenswert, dass die Aufnahme als Ganzes mit 16 Megapixel schlicht besser wirkt. Pixel-Binning als Verfahren zur Optimierung der Aufnahmen dürfte sich also wirklich bezahlt machen.

Neben der Hauptkamera haben es noch eine Ultraweitwinkellinse (12 MP, ƒ/2,2 | Brennweite: 12 mm) und eine dezidierte Makrolinse (5 MP, ƒ/2,4, Brennweite: 25 mm) auf das A71 geschafft. Die Makrolinse halte ich eher für eine Spielerei. Sie muss ohne Autofokus (5 cm Abstandsgrenze – wer das nicht einhält, bekommt nur unscharfe Ergebnisse) auskommen und 5 Megapixel sind nicht gerade üppig. Es erfordert etwas Ausdauer, mit ihr ansprechende Fotos naher Objekte anzufertigen. Vielleicht wäre ein Tele die bessere Alternative gewesen.

Samsung Galaxy A71 Weitwinkel

Die Weitwinkelkamera wiederum ist recht gut zu gebrauchen. Die Auflösung ist mit 12 Megapixel vollkommen in Ordnung (und um 4 Megapixel höher als im Vorjahr), die Verzeichnung für eine Smartphone-Kamera angemessen. Gegenüber dem Vorgänger konserviert sie mehr Details, hat bessere Schärfe und die Farbdynamik wird dank Auto HDR ordentlich verstärkt. Es ist schon immer wieder toll, wie viel man Dank 13 mm Brennweite auf eine Aufnahme unterbringen kann. Und die Kamera-Software macht einen guten Job darin, die durch das Linsen-Setup entstandenen Verzerrungen zu korrigieren.

Samsung Galaxy A71 Test – Akku

Großes Smartphone braucht großen Akku – getreu dieses Mottos hat Samsung in das Galaxy A71 einen 4.500 mAh Energiespeicher verbaut. Der hält länger durch, als so mancher Besitzer: Abends sind auch nach intensiver Nutzung bei mir ca. 30 Prozent Ladung übrig gewesen. Dank im Lieferumfang enthaltenem Schnellladenetzteil (25 Watt) ist der Akku auch im Handumdrehen wieder voll. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Samsung Galaxy A71 Test – Fazit

Samsung Galaxy A71 Test Wertung, Verdict, Urteil, FazitGrafik: A1/Wolfgang Hammer
So stellt man sich Mittelklasse im Jahr 2020 vor: Großes, hochauflösendes Display, lange Akkulaufzeit, gute Performance und brauchbare Kamera. Es gibt kaum etwas, dem das Galaxy A71 nicht gewachsen wäre – bis auf den Schutz vor Nässe spricht eigentlich kaum etwas gegen dieses Modell. Einen Pluspunkt bekommt Samsung außerdem für die gewählten Materialien: Der verbaute Kunststoff wirkt keineswegs billig, ist aber gleichzeitig robuster und leichter als Glas und Metall. Angesichts dessen ist es eigentlich schwer verständlich, weshalb die Hersteller bei ihren Top-Modellen immer auf filigranes Glas setzen. Wer sich für das Galaxy A71 entscheidet, wird es nicht bereuen.

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Samsung Galaxy 71- technische Daten
Dimensionen 163.6 x 76.0 x 7.7 mm | 179 Gramm
Display S-AMOLED, 6,7 Zoll | 1.080 x 2.400 Pixel (FHD+) = 393 Pixel/Zoll
Sekundäres Display -
Display-Gehäuse Verhältnis 87,24 Prozent
Hauptkamera 64 MP, ƒ/1,8 | Brennweite: 26 mm - Kleinbild | 1/1.7", 0.8µm Pixel
Sekundärkamera 12 MP, ƒ/2,2 | Brennweite: 12 mm - Ultraweitwinkel
Dritte Kamera 5 MP, ƒ/2,4, Brennweite: 25mm Makro, 1/5.0", 1.12µm Pixel
Vierte Kamera 5 MP, ƒ/2,2, - Tiefensensor
Frontkamera 32 MP, f/2,2, Brennweite: 26mm, 1/2.8", 0.8µm Pixel
CPU Qualcomm SDM730 Snapdragon 730 (8 nm) | Octa-core (2x2.2 GHz Kryo 470 Gold & 6x1.8 GHz Kryo 470 Silver)
GPU Adreno 618
RAM 6 GB
Speicher 128 GB - via Micro-SD bis zu 512 GB
Akku 4.500 mAh, Fast Charging 25 Watt
Konnektivität Bluetooth 5.0 | WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Dual-Band, Wi-Fi Direct
5G nein
Zertifizierung -
Biometrie optischer Fingerabdrucksensor im Display

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