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„Es wird mit dem Summerton“: Die Zeitansage

Es gibt sie noch: die Zeitansage. Für Nostalgie-Fans ein angenehmes Gefühl der Beständigkeit und ein Bonmot, das uns schmunzeln lässt.

Hast du schon einmal bei der Rufnummer 0810001503 angerufen? Wahrscheinlich nicht, denn die genaue Uhrzeit wird am Handy und auf unzähligen Screens immer und überall angezeigt. Trotzdem, es gibt sie noch: die Zeitansage. Für die Nostalgie-Fans unter uns ein angenehmes Gefühl der Beständigkeit und ein Bonmot, das uns schmunzeln lässt.
Industrial Design von 1963: Rundfunkübertragungsstelle am Schillerplatz in Wien. Foto: A1 Telekom Austria AG

Die Uraniazeit

​​​​​​​Ab 1929 konnte unter der Wiener Telefonnummer U-14-500 die Uraniazeit angerufen werden, bei der von der Urania-Sternwarte Zeitzeichen übertragen wurden, durch die man eine Vergleichsuhr genau einstellen konnte. Durch die entsprechende Anzahl von Tönen in der Mitte einer Minute wurden Stunde und Minute angegeben.

Die erste selbsttätige Zeitansage nahm 1941 in Linz ihren Betrieb auf. Die wegen der weiblichen Stimme in Fachkreisen liebevoll Eiserne Jungfrau genannte Zeitansage gab allerdings nur Stunden und Minuten bekannt und arbeitete nach dem Lichtton-Verfahren.

Detail einer Zeitansage-Maschine in Linz, 1950. Foto: A1 Telekom Austria AG
Unter der Wiener Telefonnummer A-03 konnte man ab 1948 auch in Wien eine selbsttätige Zeitansage erreichen. Im Jahre 1957 wurden die alten mit Buchstaben versehenen Wahlscheiben gegen die neuen Ziffernscheiben ausgetauscht. Damit erhielt auch die Zeit eine neue Rufnummer: 1503. Am 17. Dezember 1960 wurde eine neue Generation von Selbsttätigen Zeitansage-Geräten in Betrieb genommen. Man experimentierte zunächst mit neuen Magnetband-Maschinen herum, entschied sich dann aber wegen der beim Magnetband problematischen mechanischen Berührung von Tonkopf und Bandmaterial doch wieder für das berührungslose Abtasten beim Lichtton-Verfahren.
Lichttonmaschine aus 1969. Foto: A1 Telekom Austria AG

Das Lichttonverfahren

​​​​​​​Beim Lichttonverfahren wird die Sprache mittels eines Lichtstrahles über eine Photozelle von einer endlos laufenden Tonfolie abgenommen. Die Zeitansage wurde über verstärkte Leitungen von Linz aus in alle Wählämter Österreichs übertragen. Ab 1972 gab es bereits 10-Sekunden-genaue Ansagen wie wir sie auch heute noch zu hören gewohnt sind. Im Jahre 1980 wurde eine neue digitale Anlage in der Rundfunkübertragungsstelle Wien in Betrieb genommen. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Zeit von Wien aus ins restliche Österreich verteilt. Die einzelnen Worte wurden 1974 von Renate Fuczik aufgesprochen, wobei das Zeitsignal in Österreich mit der Atomuhr des BEV, dem Bundesamt für Eich-und Vermessungswesen gekoppelt wurde. Die Zeitansage war eine extrem häufig genutzte Servicenummer, die noch vor 15 Jahren mehr als 600.000 mal pro Monat angewählt wurde, vor allem aber während der Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit.
Störungsannahme. Foto: 1963

Im Jahr 2009 bekam die Zeitansage eine neue Rufnummer: 0810001503. Sie wurde mit der schwungvollen Stimme der Radiomoderatorin Angelika Lang versehen, der signifikante Summerton wurde beibehalten.

Es wird mit dem Summerton….

​​​​​​​Bitte beachte: Die Telefonansange ist kostenpflichtig.

Glühbirne

Über den Autor

Gerhard Fürnweger ist Verwalter des umfangreichen Historischen Archivs von A1 Telekom. Seine Leidenschaft ist die Dokumentation und Verwaltung des riesigen geschichtlichen Fundus, denn Geschichte sollte nicht verblassen.
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