Google Maps wird 15: Kannst du dir ein Leben ohne noch vorstellen?

Google Maps 15 Jahre
Kannst du dich noch erinnern? Lange her sind die Zeiten, als man noch Karten studieren musste, um sicher von A nach B zu kommen. Erinnerst du dich an die Zeiten, in denen ein Autoatlas noch zur Standartausstattung eines jeden Handschuhfachs gehörte? Und man sich vor jedem Urlaub eine Karte seines Domizils besorgte? Heute reicht ein Blick aufs Smartphone, um über alles Bescheid zu wissen. Google Maps wird dieser Tage 15 Jahre alt – und hat unser Leben geändert wie kaum ein anderes Tool aus dem digitalen Kosmos. Ein Blick zurück auf eine bewegte Geschichte.

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Google Maps – mit Know How aus Dänemark

Der Kartendienst von Google ist heute untrennbar mit dem amerikanischen Unternehmen Alphabet verbunden. Die wenigsten wissen aber, dass alles mit einem Startup namens „Where 2 Technologies“ von den dänischen Entwicklerbrüdern Lars und Jens Eilstrup Rasmussen begann. Ihr Prototyp des Kartendienstes „Expedition“ wurde im Jahr 2004 von Google gekauft – die Brüder standen fortan im Dienste Googles und waren Bestandteil jenes Teams, das am 08.02.2005 Google Maps aus der Taufe gehoben hat.

So sah Google Maps vor 15 Jahren am PC aus | Quelle: eteknix.com
Damit hat die Entwicklung des Kartendienstes aber gerade erst begonnen. Schon im April 2005 kommt Maps in den USA auf mobile Endgeräte und kann sich vor allem als App auf den damals stark gefragten BlackBerry Telefonen durchsetzen. Den echten Durchbruch schafft die App aber erst 2007: Kurz vor dem Debut des ersten iPhones im selben Jahr, wird Google von Apple engagiert mithilfe seines Know-Hows einen mobilen Kartendienst für das iPhone zu entwickeln. Das war der Startschuss, den Maps zur ersten richtigen „Killer App“ machte.

Google Maps Street View CarKurven auch in Österreich herum: Street View Autos von Google
Im selben Jahr startet in den USA der nach wie vor umstrittene Dienst Street View, der es ermöglicht virtuell aus der Ich-Perspektive mittlerweile fast jeden beliebigen Ort der Welt zu besuchen. Außerdem können zu jedem Ort, also Lokal, Sehenswürdigkeit, etc. Bewertungen abgegeben werden – ein Umstand, der heute unser Verhalten stark beeinflusst: Kaum jemand, der nicht Google-Bewertungen liest, bevor er in einem neuen Restaurant einen Tisch bestellt.

Google Maps ist heute der größte Kartenanbieter der Welt

Mittlerweile – wir sind im Jahr 2008 – ist Google der größte Kartenanbieter der Welt – bis heute. Der Dienst wird ständig erweitert – entweder durch Features, die selbst entwickelt wurden oder durch Zukäufe interessanter Unternehmen. Was Google Maps heute ist, sehen wir jeden Tag auf unseren Smartphones: Ein extrem schneller, genauer und verlässlicher Kartendienst, der genau aufgrund dieser Stärken auch in den nächsten Jahrzehnten wohl kaum vom Thron gestoßen werden kann. Um das zu verdeutlichen, hier noch ein paar Zahlen:

  • 93 Millionen Quadratkilometer: So viel Erdoberfläche gibt es mittlerweile als hochauflösende Satellitenbilder in Google Maps.
  • 98 Prozent der Weltbevölkerung: Mit diesen Bildern werden bereits die Wohnorte von fast der ganzen Menschheit abgedeckt
  • 16 Millionen Kilometer: Diese Distanz wurden für Aufnahmen von Street View bereits zurückgelegt
  • Mitte 2018: Seitdem ist Street View auch in Österreich verfügbar
  • mehr als 1 Milliarde Menschen: Nutzt Google Maps beinahe täglich


Wie sehr sich Google mit seinem Kartendienst auf unser aller Leben auswirkt, hat erst kürzlich der Berliner Künstler Simon Weckert gezeigt: Er zog auf einem kleinen Kastenwagen 99 Smartphones mit eingeschaltetem GPS hinter sich her. Mit dem Ergebnis, dass Google Maps die Straßen, auf denen er sich bewegte, als verstaut bewertete und alle Routenführungen an dieser Straße vorbei leitete. Der Künstler wollte damit zeigen, wie hoch und unmittelbar die Auswirkungen von virtuellen Diensten auf unser tägliches Leben sind.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Bewertungen: Einerseits helfen sie uns, vorab unbekannte Orte, Geschäfte oder Unternehmen einschätzen zu können. Andererseits entscheiden sie nicht selten über Wohl und Wehe vieler vor allem kleinerer (Gastro)unternehmen und können relativ leicht manipuliert werden.

Google Maps und der Datenhunger

Die Kehrseite von all dem Komfort, den Google Maps ohne Zweifel bietet, ist der Datenschutz. Google Maps erstellt zum Beispiel Bewegungsprofile, in denen gespeichert wird wo und wann wir welche Orte aufsuchen. Genutzt wird das beispielsweise für gezielte Werbung. Aber auch sonst sollte es uns nachdenklich machen, wie viel Macht all diese Daten, die extrem viel über unser Leben verraten, in der Hand eines einzelnen riesigen privaten Unternehmens bedeuten. Es mag sein, dass viele von uns glauben nichts zu verbergen zu haben. Würdest du aber irgendwelchen fremden Menschen auf der Straße verraten, wo du gestern überall warst, wie du dorthin gekommen bist und wie lange du dort warst? Eine Alternative zu Maps muss nicht immer die faltbare Straßenkarte sein: Kartendienste wie Open Street Maps sind freie Dienste, die ebenso gute Resultate liefern und in Punkto Datenschutz Google einiges voraus haben.

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