Im Test: Huawei Mate 20 lite

Huawei Mate 20 lite Test

Im Test das Huawei Mate 20 lite: Es ist die aktuelle Mittelklasse Referenz des chinesischen Smartphone-Riesen. Es bringt alles mit, was man sich heute von der gehobenen Mittelklasse erwartet: Ein großes, randloses Display, insgesamt 4 Kameras, starke Leistung und ein ansprechendes Äußeres. Gegenüber dem Vorgänger Mate 10 lite hat sich vor allem in Sachen Display, Akku und Leistung einiges gebessert. Kann der kleine Bruder des grandiosen Mate 20 Pro überzeugen?

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick: Top Verarbeitung, großes & klares Display, hohe Ausdauer

Die neue Mittelklasse Referenz: Huawei Mate 20 lite mit vier Kameras

 

Design | Display | Leistung | SoftwareKamera | Akku | Fazit

Alle Infos zum Huawei Mate 20 lite kurz & prägnant:
Das Android Mittelkasse-Segment ist hart umkämpft – mit dem Mate 20 lite versucht Huawei durch insgesamt 4 Kameras, einem neuen Prozessor, einem hochauflösenden Display und hoher Ausdauer ein richtiges Schwergewicht auf den Markt zu werfen.

Huawei Mate 20 lite – Design

Huawei Mate 20 lite Test Abmessungen, DimensionenGrafik: A1/Wolfgang Hammer

Wie schon bei den meisten anderen Mittelkasse Smartphones im Jahr 2018 bekommt man auch beim Mate 20 lite ein top verarbeitetes Smartphone: Wie bei den meisten Huawei Modellen besteht auch das Mate 20 lite hauptsächlich aus Glas und Metall. Die mehrfach beschichtete Glasrückseite reflektiert einfallendes Licht in allen möglichen Schattierungen, ist allerdings auch ein richtiger Tapsermagnet.

Huawei Mate 20 lite Test RückseiteBild: A1/Wolfgang Hammer
Für die Stabilität sorgt ein ebenfalls auf Hochglanz polierter Metallrahmen, der dank der abgerundeten Kanten für ein wohliges Gefühl sorgt. Überhaupt fühlt sich das Smartphone dank seiner angesichts des großen 6,3 Zoll Displays dennoch kompakten Abmessungen sehr gut in der Hand an. Allerdings ist der mittig auf der Rückseite angebrachte Fingerabdrucksensor für meine großen Hände nicht optimal erreichbar, das sollte Personen mit kleineren Händen besser entgegen kommen.

Huawei Mate 20 lite AnschlüsseBild: A1/Wolfgang Hammer
Erfreulicherweise hat Huawei beim Mate 20 lite nicht auf die 3,5 mm Klinke für kabelgebundene Kopfhörer vergessen. Das ist auch deswegen ein echter Pluspunkt, weil das Mate 20 lite nur Bluetooth 4.2 unterstützt, was eine gewisse Einschränkung der Audioqualiät mit Funkkopfhörern bedeutet. Beim Sound klotzt das Mate 20 lite nicht unbedingt: Der einzige Lautsprecher befindet sich an der unteren Kante, es gibt also nur Mono Sound bei mittelprächtiger Qualität – wiewohl die Lautstärke angesichts dessen recht hoch gestellt werden kann.

Huawei Mate 20 lite – Display

Unscharf ist beim Mate 20 lite ein Fremdwort: Das 6,3 Zoll große Notch Display verfügt über eine Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel – also 409 Pixel/Zoll. Entsprechend scharf und klar sehen Inhalte darauf aus, dank der hohen Helligkeit ist auch unter direktem Sonnenlicht alles sehr leicht lesbar. Es hätte nur etwas randloser sein können: Mit einem Display-Gehäuse Verhältnis von rund 81,89 Prozent liegt es zwar im guten Mittelfeld. Der untere Rand hätte aber vielleicht noch etwas schmäler ausfallen können, immerhin ist dort weder ein Logo, noch ein Home Button oder ähnliches untergebracht.

Huawei Mate 20 lite DisplayBild: A1/Wolfgang Hammer
Wie immer bei Huawei können der Notch deaktiviert und die Farbtemperatur, sowie die Auflösung im Menü verändert werden. Da die Kalibrierung von Werk für meinen Geschmack etwas zu kalt ist, habe ich sie leicht verändert. Ansonsten wirken Farben IPS-LCD typisch sehr natürlich, auch bei seitlicher Ansicht sind kaum Änderungen an Helligkeit oder ein Farbstich sichtbar. Das Mate 20 lite verfügt also über ein Display, mit dem die meisten von uns eine Freude haben werden.

Huawei Mate 20 lite – Ausstattung

Im Huawei Mate 20 lite werkt der hauseigene HiSilicon Kirin 710 Prozessor, der im 12nm Verfahren gefertigt und dadurch auf etwa 60 Prozent mehr Leistung als beim Vorgänger Kirin 659 (im Mate 10 lite verbaut) kommt. Die acht Kerne sind auf 2.200 MHz bzw. 1.700 MHz getaktet, dazu kommen noch großzügige 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher. Der SoC verfügt entgegen vieler High-End Chips über keine NPU (Neural Processing Unit), also keinen dedizierten KI-Chip, wiewohl er Szenenerkennung für die Kamera trotzdem beherrscht.

Huawei Mate 20 lite Test LeistungGrafik: A1/Wolfgang Hammer
In Benchmark Tests reiht sich das Mate 20 lite im obersten Mittelfeld ein, aktuell wird es nur von wenigen Mittelklasse Smartphones geschlagen. Für den Alltag bedeutet das ausreichend Ressourcen für die meisten Aufgaben, auch Spiele wie Asphalt 8 sind problemlos spielbar. Auf jeden Fall gibt es deutliche Performance Verbesserungen gegenüber Vorgängermodellen wie dem Huawei P20 lite oder dem Huawei Mate 10 lite. Leider haben zahlreiche vorinstallierte Spiele ihren Weg auf den Speicher des Mate 20 lite gefunden. Glücklicherweise lassen die sich allesamt deinstallieren.

Huawei Mate 20 lite – Software

Am Huawei Mate 20 lite kommt noch Android 8.1 (Oreo) zum Einsatz – wobei hier davon ausgegangen werden kann, dass es bald ein Update auf Android 9 (Pie) geben wird, immerhin ist es auf dem Mate 20 Pro bereits vorinstalliert. Huawei typisch wurde mit EMUI stark ins Erscheinungsbild eingegriffen, das zieht sich über den Launcher, bis zur Anordnung der einzelnen Menüpunkte. Nicht auf das Mate 20 lite geschafft hat es die grandiose Gestensteuerung vom Mate 20 Pro – mit dem Android 9 Update könnte aber auch die ihren Weg auf das Mate 20 lite finden.

Huawei Mate 20 lite 3D QmojisBild: A1/Wolfgang Hammer
Eine Besonderheit in der Mittelklasse sind beim Mate 20 lite die 3D Qmojis: Ähnlich wie beim Mate 20 Pro können hier analog zu Animojis ab dem iPhone X Emojis mit den eigenen Gesichtszügen ausgestattet werden. Eine weitere Besonderheit ist die vorinstallierte Partymodus App, über die mehrere Smartphones zusammengeschalten werden können um als größere Soundmaschine zu funktionieren.

Huawei Mate 20 lite – Kamera

Gleich 4 Kameras gibt es beim Mate 20 lite: Jeweils ein Kamerapaar an der Rückseite und eines an der Front. Die Hauptkamera löst bei 20 Megapixel und ƒ/1,8 (Kleinbildäquivalent) auf – unterstützt wird sie von einer 2 Megapixel bei ƒ/2,0 Hilfslinse für den im Trend liegenden Bokeh Effekt. Das Setup der Frontkamera ist ähnlich: 24 Megapixel bei ƒ/2,4 + 2 MP für den Bokeh Effekt. Aufnahmen bei Tag gelingen gut: Kontraste und Farben wirken natürlich und wenig weichgezeichnet oder übersättigt, auch der Autofokus arbeitet akkurat und schnell. In der Nacht jedoch ändert sich das Bild, hier gibt es Smartphones in derselben (Preis)Klasse, die deutlich bessere Ergebnisse liefern.

Huawei Mate 20 lite Test KameraScreenshot: A1/Wolfgang Hammer
Wie bei den meisten diesjährigen Smartphones von Huawei ab der Mittelklasse wird auch beim Mate 20 lite auf KI für Szenenerkennung gesetzt: So werden die Farbwerte bei Landschafts- oder Portraitaufnahmen von der KI angepasst, um für eine realistischere Abbildung zu sorgen. In der Regel funktioniert das recht gut, wer darauf verzichten kann deaktiviert sie einfach.

Huawei Mate 20 lite Kamera TagBild: A1/Wolfgang Hammer
Die KI verleiht dieser Aufnahme dank Szenenerkennung am Horizont die richtige Stimmung – allerdings sind manche Details etwas übersättigt, wie zum Beispiel das Dach des Hauses im Vordergrund. Manchmal muss man einfach mit Kompromissen leben, über Schärfe und Details lässt sich kaum etwas Negatives sagen.

Huawei Mate 20 lite – Akku

Das Mate 20 lite geht hier einen ähnlichen Weg wie das Mate 20 Pro: Wer ein großes Smartphone mit tollem Display hat, benötigt auch einen entsprechend großen und ausdauernden Akku. Ganze 3.750 mAh Leistung bietet die Energiequelle im Smartphone, selbst Poweruser sollten damit durch den Tag kommen. Lobenswerterweise ist das passende QuickCharge Netzteil gleich im Lieferumfang mit dabei, das Mate 20 lite ist also schnell wieder einsatzbereit.

Huawei Mate 20 lite – Fazit

Das Huawei Mate 20 lite ist zweifelsohne ein Mittelklasse-Smartphone, das sich gegenüber den Konkurrenz nicht zu verstecken braucht: Das hochauflösende Display, die Verarbeitung, die tolle Akkulaufzeit und der sparsame & effiziente Chipsatz lassen kaum Wünsche offen. Hinzu kommen noch wichtige Features, wie ein 3,5 mm Klinkenanschluss, der es vielen von uns erlaubt seine geliebten Kopfhörer direkt an das Gerät zu stecken.

Huawei Mate 20 lite Test Fazit WertungGrafik: A1/Wolfgang Hammer
Es sind aber auch Kleinigkeiten, die das Gesamtbild etwas trüben: Zum Beispiel das fehlende Bluetooth 5.0 und die schwächere Low-Light Fähigkeit der Kamera. Das perfekte Smartphone wurde noch nicht erfunden, insofern wiegen die Vorteile diese Nachteile für mich wieder auf. Ein weiterer Pluspunkt ist außerdem der Preis, der das Mate 20 lite zu einem absoluten Renner macht.

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Huawei Mate 20 lite – technische Daten

  • Abmessungen: 158,3 x 75,3 x 7,6 mm | 172 Gramm
  • Betriebssystem: Android 8.1.0 – Oreo
  • Display: 6,3 Zoll (160,02 mm) IPS-LCD Display bei 1.080 x 2.340 Pixel (=409 ppi)
  • Kamera: Dual Kamera 20 MP ƒ/1,8 (Kleinbildäquivalent) + 2 MP ƒ/2,0 für Bokeh Effekt | Front 24 MP ƒ/2,4 + 2 MP für Bokeh Effekt
  • Prozessor: HiSilicon Kirin 710, Octa-core, Octa-core, 2200 MHz, ARM Cortex-A73 and ARM Cortex-A53 , 64-bit, 12 nm
  • Speicher: 4 GB RAM; 64 GB interner Speicher – bis zu 512 GB via MicroSD
  • Akku: Li-Ionen mit 3.750 mAh – nicht wechselbar, Schnellladen (im Lieferumfang enthalten)
  • Konnektivität: GSM/EDGE/UMTS/LTE, WLAN 802.11 a, b, g, n, ac, dual-band, Bluetooth 4.2

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