Nokia 7.1 im Test: Die verglaste Schönheit

Nokia z.1 Test

Wir testen das Nokia 7.1: Es ist das derzeit neueste Modell der finnischen Hardwareschmiede HMD Global. Es erwartet uns ein vor allem optisch ansehnliches Mittelklasse Smartphone, das in etwa in der Mitte zwischen Samsung Galaxy A8 und dem Preis/Leistungskiller Nokia 7 Plus anzusiedeln ist. Dank Teilnahme am Android One Programm gibt es pures Android Feeling samt Update Garantie. Und Dank der Dual Kamera mit Live Bokeh kann der Portraitmodus vielleicht sogar mit dem iPhone XS mithalten.

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick: Android One, edles Aussehen, FullHD Display, Dual Kamera mit Live Bokeh

Nokia 7.1 mit 5,84″ FullHD PureDisplay und Dual Kamera

 

Design | Display | Leistung | AndroidOne | Kamera | Akku | Fazit

Alle Infos zum Nokia 7.1 Pro kurz & prägnant:
Das Nokia 7.1 punktet vor allem mit dem Display: Mit einer Pixeldichte von 432 Pixel/Zoll und HDR 10 Unterstützung sorgt es für höchste Qualität beim Betrachten von Videos via YouTube oder Netflix. Dank Dual Kamera Setup ist außerdem Live Fokus im Portraitmouds verfügbar – ein Feature, das man auch nicht alle Tage in der Mittelklasse findet. Mit Android One kommt außerdem pures Android auf dem Nokia 7.1 zum Einsatz – ein Muss für Android Puristen.

Nokia 7.1 – Design

Nokia 7.1 Test DesignGrafik: A1/Wolfgang Hammer

Beim Nokia 7 Plus setzte HMD Global noch auf Metall – vor allem die Schrägkanten aus Kupfer sorgten bei diesem Modell für einen ganz speziellen, gediegenen Look. Einen anderen Weg schlägt das Nokia 7.1 ein: Hier kommt vorwiegend Glas zum Einsatz. An der Front handelt es sich um widerstandsfähiges Corning Gorilla Glas, während auf der Rückseite gehärtetes Glas zum Einsatz kommt – ein für Stürze etwas anfälligeres Material.

Nokia 7.1 Design TestFoto: A1/Wolfgang Hammer

Akzente setzt hier nicht Kupfer, sondern Aluminium: Die diamantgeschliffenen Schrägkanten bestehen aus einer 6000er Aluminiumlegierung, die dem Smartphone die notwendige Stabilität verleihen. An der Verarbeitung des gesamten Smartphones gibt es nichts auszusetzen: Es wirkt sehr stabil und wie aus einem Guss gefertigt, durch die Abschrägungen liegt es außerdem extrem angenehm in der Hand. In der Natur von Glas liegt allerdings auch, dass die Rückseite extrem schnell im Tapsern übersät ist.

Nokia 7.1 Test RückseiteFoto: A1/Wolfgang Hammer

Auf der Rückseite befindet sich auch sehr gut und intuitiv erreichbar der einwandfrei funktionierende Fingerabdrucksensor. Gleich darüber finden wir die Dual Kamera, die ca. 1 mm aus dem Gehäuse herausragt. Die einzigen Hardwaretasten gibt es auf der rechten Seite (Lautstärke und Power). Besitzer von Kopfhörern mit 3,5 mm Klinke können aufatmen: An der oberen Seite befindet sich der entsprechende Anschluss. Dank Bluetooth 5.0 ist die Audioqualität aber auch via Funk für die meisten von uns ausreichend.

Nokia 7.1 – Display

Mit einem Display-Gehäuse Verhältnis von 79,68 Prozent bekommt man beim Nokia 7.1 mehr Bildschirm als beim Samsung Galaxy A8 (2018) oder dem Nokia 7 Plus. Hätte HDM Global auf den NOKIA Schriftzug unterhalb des Displays verzichtet, wären locker um die 85 Prozent drinnen gewesen – dann hätte man von wirklich randlos sprechen können.

Nokia 7.1 Test Display VideoFoto: A1/Wolfgang Hammer

Der Notch ist im Gegensatz zum Huawei Mate 20 Pro oder dem iPhone XS nur eine Design Entscheidung – hier sind zwar Frontkamera und ein Notch untergebracht, wichtige Sensoren befinden sich aber nicht darin. Ansonsten kann das Panel aber positiv überzeugen: Inhalte sind dank der hohen Auflösung (1.080 x 2.280 = 432 ppi) extrem scharf und klar, die IPS-LCD Technologie sorgt außerdem für sehr natürliche Farben. Samt HDR – also einem dynamischen Farbraum und hohen Kontrasten. In dieser Preisklasse findet man ein solches Display eher selten, ein klarer Pluspunkt für das Nokia 7.1!

Nokia 7.1 – Ausstattung

Das Nokia 7.1 ist nicht unbedingt der schnellste Ableger der neuen Nokia-Serie von HMD Global. Konkret gibt ein Qualcomm Snapdragon 636 Octa-SoC bei 1.800 MHz den Takt vor – zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher reiht sich das Smartphone damit in der soliden Mittelklasse ein.

Vergleich AnTuTu Nokia 7.1 Mittelklasse SmartphonesGrafik: A1/Wolfgang Hammer
Damit kommt es auf eine ähnliche Leistung wie das Galaxy A8 (2018), ist deutlich schneller als das Huawei P20 lite, aber auch etwas hinter dem Nokia 7 Plus. In der Praxis bedeutet das manchmal die ein oder andere kurze Wartezeit auf das Öffnen einer App, ansonsten läuft die Bedienung des Smartphones aber schön flüssig und flott. Übrigens sind von den 64 GB Speicher bei Auslieferung etwa 13 GB belegt, der Speicher kann via MicroSD um bis zu 400 GB erweitert werden.

Nokia 7.1 – Android One

Android One Logo

Auch das Nokia 7.1 ist so wie das Nokia 7 Plus teil des Android One Programms. Das bedeutet: Pures Android und eine Garantie für zeitnahe Updates auf mindestens 2 Jahre. Bei unserem Testgerät lief zwar immer noch Android 8.1, Android 9 (Pie) soll aber in den nächsten Wochen kommen. Android One bedeutet übrigens auch unbegrenzten Speicherplatz bei Google Photos und die Vorinstallation aller relevanten Google Apps – auf Bloatware wird lobenswerterweise verzichtet. Alles zur Software am Nokia 7.1 hat A1 Community User NerdTech in diesem Thread anhand des Nokia 7 Plus (Software ist komplett ident) zusammengefasst.

Nokia 7.1 – Kamera

Das Smartphone bietet eine Dualkamera – die Hauptlinse kommt auf 12 Megapixel bei ƒ/1,8, während es die rein für Bokeh-Effekte notwendige Assistenzkamera auf 5 Megapixel bei ƒ/2,4 bringt. Trotz der hohen Blendenöffnung sollte man mit den Nokia 7.1 lieber auf gute Lichtverhältnisse setzen, Mittelklasse Smartphones schneiden bei schlechtem Licht generell eher mau ab.

Nokia 7.1 BokehFoto: A1/Wolfgang Hammer

Den derzeit stark in Mode gekommenen Portraitmodus samt Tiefenschärfe (Bokeh) beherrscht das Nokia 7.1 ziemlich gut: Nur manchmal kommt es vor, dass Vorder- und Hintergrund nicht korrekt getrennt werden und man die Aufnahme nochmal machen muss. Der Fokus kann sowohl nachträglich, als auch live verändert werden – so am Rande sei bemerkt, dass das deutlich teurere iPhone XS den Live Fokus erst seit ein paar Wochen Dank iOS 12.1 beherrscht. Dank KI können Personen auf jeder Aufnahme mit Masken, Filtern und 3D-Personas ausgeschmückt werden – auch das scheint für viele Leute derzeit sehr wichtig zu sein. Grundsätzlich funktioniert das am Galaxy S9 besser (und es gibt eine größere Auswahl an Masken), für ein Mittelklasse Smartphone klappt das aber auch am Nokia 7.1 ganz gut.

Nokia 7.1 Nacht KameraFoto: A1/Wolfgang Hammer
Für ein Smartphone dieser Preisklasse sind die Aufnahmen bei Nacht ganz in Ordnung – allerdings natürlich kein Vergleich zum Huawei P20 Pro oder anderen High-End Smartphones. Hier fehlt eindeutig ein Bildstabilisator – durch die längeren Verschlusszeiten sind die meisten Aufnahmen verwackelt und man muss schon ein sehr ruhiges Händchen haben, um gute Ergebnisse zu erzielen. Und dann muss man noch den Fokus finden, was des Nachts bei diesem Smartphone auch nicht immer ganz so einfach.

Nokia 7.1 Kamera Performance Tag TestFoto: A1/Wolfgang Hammer

Bei Tag dagegen kann man sehr schöne Ergebnisse mit dem Nokia 7.1 erzielen: Die Aufnahmen sind scharf bis zum Rand (der Kooparation mit Zeiss und entsprechend guten Linsen sei dank), Farben, Kontraste und Belichtung wirken natürlich und echt.

Nokia 7.1 – Akku

Nokia 7.1 test AkkuFoto: A1/Wolfgang Hammer

Beim Nokia 7.1 sollte man sich darauf einstellen, den 3.060 mAh Akku täglich laden zu müssen – das dauert dann von 0 auf 100 Prozent ca. 100 Minuten. Im Dauertest mit laufendem Video bei mittlerer Displayhelligkeit war nach ca. 9 Stunden Schluss. Im Energiesparmodus wird die Displayhelligkeit aufs Minimum reduziert und werden die Leisten oben und unten in alarmierendes Rot getaucht – ist gewöhnungsbedürftig, passt aber ganz gut zur sich einstellenden langsamen Panik bei leer werdender Energiequelle.

Nokia 7.1 – Fazit

Das Nokia 7.1 punktet vor allem mit einer Stärke: Dem Display. Und zwar einerseits mit dessen in dieser Preisklasse ungewöhnlich hohen Auflösung, andererseits mit der HDR-10 Unterstützung. Wer gerne unterwegs Videos auf Netflix oder YouTube konsumiert, wird den Unterschied merken: Der höhere Farbumfang samt starken Kontrasten erhöht die Qualität der wiedergegebenen Videos deutlich. Daher ist das Nokia 7.1 vor allem für Leute interessant, die gerne Videos streamen – eine ähnlich hohe Qualität findet man sonst nur auf eher teuren Geräten.

Nokia 7.1 Test - Fazit WertungGrafik: A1/Wolfgang Hammer
Wer dann viel Videos damit schaut, sollte aber immer wieder mal ans Laden denken, denn das ist einer der wenigen Punkte, wo das Nokia 7.1 nicht so gut abschneidet. Abgesehen davon bekommt man ein sehr schickes Smartphone, noch dazu mit Android One zu einem sehr günstigen Preis. Es muss also nicht immer die (preisliche) Oberklasse sein, um sich mit einem extrem guten Smartphone auszustatten.

Nokia 7.1 bestellen

Nokia 7.1 – technische Daten

  • Abmessungen: 149.7 x 71.18 x 7.99 mm, 160g
  • Betriebssystem: Android 8.1 – Oreo | Android One
  • Display: 5,8 Zoll (14,83 cm) IPS-LCD Display bei 2280 x 1080 Pixel = 432 ppi
  • Kamera: Zeiss Dual Kamera bei 12 MP (RGB ƒ/1.8) + 5 MP (RGB ƒ/2,4) für Live Fokus (Bokeh); Front: 8 MP
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 636 Octa 1.800 MHz
  • Speicher: 4 GB RAM; 64 GB interner Speicher – mit MicroSD bis zu 400 GB
  • Akku: Li-Ionen mit 3.060 mAh – nicht wechselbar
  • Konnektivität: GSM/EDGE/UMTS/LTE, WLAN 802.11 a, b, g, n, ac, dual-band, Bluetooth 5.0

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  1. Michael

    Hat das Gerät mit der Artikelnummer 1000022380 einen Dual-SIM-Slot?

    Lg,
    Michael

    • A1 Blog Redaktion

      Hallo Michael, nur das Nokia 7 Plus haben wir in der Dual SIM Variante. Lg Kornelia

  2. Martin

    Hi @Wolfgang,

    Was jetzt, hat das [url=https://shop.a1.net/handys-telefonie/alle-handys/Nokia_7_1?ProductSKU=1000022380&SID=YoIK92AjIS0AAAFmV7dx46Ee&ProcessType=EA&tarif=EAA1S18_5]Nokia 7.1[/url] „nur“ 3gb Ram und 32gb Festspeicher, oder doch 4gb Ram mit 64gb Festspeicher?.

    Gruß Martin

    • Felix Stoisser

      Hi Martin, es ist natürlich die Variante mit 4GB Ram und 64GB internem Speicher. Wolfgang hats gerade ausgebessert. Danke für dein Feedback. 🙂 LG, Felix

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