Das neue Sony Xperia XZ3 im Test

Randlos, schlank und ein brillantes Display – mit dem neuen Flaggshiff will Sony in der Smartphone-Welt aufmischen. Das wäre für den japanischen Unterhaltungselektronikkonzern auch bitter nötig: Sony bringt zwar im Halbjahrestakt neue High End Smartphones heraus (das Xperia XZ2 kam im Frühjahr 2018), schafft es aber dennoch nicht so ganz Konsumenten zu überzeugen. Gelingt dem Xperia XZ3 der Anschluss an Apple, Samsung und Co? Wir haben das neue Gerät für euch ausführlich getestet und wollen euch die Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten.

Das neue Sony XZ3 mit brillianter Auflösung, Side Sense & 3D Scanner

 

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick: 6 Zoll OLED Display, Side Sense und die Kamera inkl. 3D Scanner

Sony Xperia XZ3 Test – Design & Display


Foto: A1/Teresia Harris

Optisch beeindruckt das XZ3 – das schlichte, glatte Design schaut gut aus. Gewölbt und leicht abgerundet liegt das Glasgehäuse super in der Hand. Das Gerät ist schlank und hat einen erstaunlich dünnen Rahmen. Das Gewicht von 193 Gramm ist auch in Ordnung. Wir haben das schwarze Modell getestet, es soll aber auch buntere Versionen in den Farben „White Silver, Forest Green und Bordeaux Red“ geben.

Lange drauf gewartet und jetzt endlich da – die Sony „Bravia TV-Technologie“, die bei den TV-Geräten ja schon im Einsatz ist, hat es nun in das Smartphone geschafft. Während die Konkurrenz schon früher auf OLED-Bildschirme umgestiegen ist, kommt das bei Sony relativ spät. Aber lieber spät als nie! Und der Bildschirm kann sich wirklich sehen lassen: Brilliante Farben, QDH+ Auflösung (1440 x 2880 Pixel), tolle Kontraste und Schärfe bis ins kleinste Detail.


Foto: A1/Teresia Harris

Des Weiteren wurde „Side Sense“ verbaut, der Rand ist also druckempfindlich und reagiert auf Berührungen und Bewegungen. Durch zweifaches Antippen des Rands können links und rechts Ordner eingeblendet, die mit den Lieblingsapps gefüllt werden können. Durch eine Wischbewegung verlässt man den Modus dann wieder. Das hat in der Praxis leider nicht immer funktioniert und bedarf manchmal einiger Anläufe. Und natürlich funktioniert es dann, wenn man es gar nicht beabsichtigt hatte und ausversehen ankommt. Side Sense kommt auch nochmal bei der Kamera zum Einsatz, wie genau erfahrt ihr weiter unten..

Am Gehäuse selbst gibt es auf der linken Seite Power-Button, Lautstärke-Tasten und den Kameraknopf. Auf der Rückseite befindet sich die Kamera und darunter der Fingerabdrucksensor, wobei dieser wie auch beim Vorgänger immer noch zu weit unten angebracht ist. Um diesen zu erreichen, muss man die Finger etwas verrenken. Das Entsperren funktioniert aber immer ganz flott und verlässlich.

Sony Xperia XZ3 Test – Performance

Was steckt denn drin im neuen XZ3? Sony muss sich definitiv nicht hinter den Konkurrenten verstecken: Ein Qualcomm Snapdragon 845 Prozessor arbeitet im Inneren auf Hochtouren und sorgt dafür, dass beim Streamen, Spielen und Fotografieren alles flüssig läuft. Der Prozessor verspricht 30% mehr Leistung als bei früheren Smartphones. Der Akku mit 3.330 mAh hält lange durch und kann nun auch kabellos über die Sony Dockingstation geladen werden. Das Gerät kommt mit 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internem Speicher, welcher durch eine microSD auf bis zu 512 GB erweitert werden kann.

Sony Xperia XZ3 AnTuTu VergleichGrafik: A1/Wolfgang Hammer

Bei AnTuTu schneidet das Sony Xperia XZ entsprechend erstklassig ab – die Frage, ob es zum Zocken geeignet ist beantwortet sich also von selbst. Dank Android 9 läuft alles butterweich und flüssig über den Bildschirm. Wer nach einem der leistungsstärksten Smartphones des Jahres 2018 sucht, sollte hier also unbedingt zugreifen!

Eine große Enttäuschung gibt es trotz aller Verbesserungen: Der im Juli noch vorgestellte 48-Megapixel-Sensor hat es leider nicht mehr ins XZ3 geschafft. Eine derart hohe Auflösung bieten selbst viele Spiegelreflexkameras noch nicht und es wäre sicher eine bahnbrechende Erneuerung in der Smartphone-Welt gewesen. Wie die Kamera sich mit „nur“ 13 Megapixel schlägt, erfahrt ihr im übernächsten Abschnitt.

Sony Xperia XZ3 – Android 9

Eines muss man Sony lassen: Sie schaffen es als eine der ersten Smartphone Hersteller überhaupt, ihr aktuelles Modell mit der neuesten Android Version ab Werk auszustatten. Wegen der Sony UI sieht man dem Xperia XZ3 zwar rein optisch Android 9 kaum an, die wirklichen Verbesserungen merkt man aber im Detail. Einen Überblick zu allen Neuerungen unter Android Pie gibt es hier.

Sony Xperia XZ3 Android 9 PieAb Werk mit Android 9 ausgestattet: A1/Wolfgang Hammer

Sony Xperia XZ3 Test – Sound

Guten Sound liefert Sony ja schon lange. Mit der „ClearAudio+ Technologie“ wird der Sound fein abgestimmt und soll besser denn je klingen. Ein Equalizer ermöglicht es das Sound-Erlebnis nach den eigenen Vorstellungen zu personalisieren. „Clear BASS“ verleiht tiefen Tönen und dem Bass einen kraftvollen Klang. Ein besonderes Highlight: Das Dynamic Vibration System, welches auch schon im Vorgänger steckte, analysiert die Audiospuren und liefert passende Vibrationen, die Videos und Spiele nochmal viel dramatischer und einzigartiger wirken lassen. Beim Ausprobieren auf YouTube oder auch beim Spielen fuktionierte das immer tadellos und ist ein cooles Zusatz-Feature. Wenn es dann doch einmal stört, kann es einfach durch die Lautstärketasten verringert oder ganz abgestellt werden.

Sony Xperia XZ3 Test – Kamera

Hauptkamera


Foto: A1/Teresia Harris

Sony ist im Gegensatz zu konkurrierenden Herstellern nicht dem Trend zur Dual-Kamera (wie z.B das neue HTC U12+ oder sogar Triple-Lens beim Huawei P20 Pro) gefolgt und besteht weiterhin auf eine Einzellinse. Die 13-Megapixel-Kamera verspricht großartige Ergebnisse, sowohl am Tag als auch im Dunkeln und bei schlechten Lichtverhältnissen. Wie schafft sie das? – Der „Exmor RS“ Bildsensor sorgt für Detailgenauigkeit, Der „Bionz“ Bildprozessor erkennt auch schnelle Bewegungen und die neue „XPERIA Künstliche Intelligenz“ reagiert super schnell und macht es möglich dass man keinen Moment mehr verpasst. Das XZ3 kann in 4K aufnehmen und auch Slow-Motion in Full-HD filmen. Lieblingsfunktion: Auf jeden Fall der intelligente Kamerastart! Liegt das Handy gesperrt auf dem Tisch, im Rucksack oder der Hosentasche, hebt man es einfach an und hält es im Querformat. Die Kamera öffnet sich sofort und der Auslöser kann dann einfach durch Tippen in den Fotokreis oder durch das Berühren des Rands (Side Sense) betätigt werden. Das hat beim Ausprobieren wirklich sehr gut funktioniert. Super, wenn es also mal schnell gehen muss.


Intelligenter Kamerastart – Foto: A1/Wolfgang Hammer

Frontkamera


Foto: A1/Teresia Harris

Die 13-Megapixel-Frontkamera bietet einige coole Funktionen: So kann durch Lächeln oder einer Handgeste (In die Kamera winken) die Aufnahme beziehungsweise der Selbstauslöser aktiviert werden. Auch hier kann man „Side Sense“ zum Fotografieren nutzen. Wie unten zu sehen ist kann neben dem „normalen“ Sefie auch der Beauty-Modus aktiviert werden, um das Gesicht zu verschönern. Hierbei gibt es auch zahlreiche Hilfsmittel: Weichzeichner, Hintergrundunschärfe und Aufheller verbessern die Haut und wem das noch nicht reicht, kann noch den Augenvergrößerer und Schlankmacher fürs Gesicht nutzen (aber bitte nicht übertreiben! ;))


Selfie & Beauty Modus – Foto: A1/Teresia Harris

Sony Xperia XZ3 Test – 3D Scanner

Keine Neuheit, aber deutlich verbessert: Der 3D Scanner! Die 3D Creator-App ermöglich das Scannen von Objekten und Gesichtern. Die fertigen Scans können dann in der App animiert, bearbeitet und freigegeben werden. Den Scan kann man animiert auch als Live-Hintergrund benutzen oder die Datei an einen 3D-Drucker senden, der diese dann wirklich 1:1 so ausdruckt. Das Scannen ist ganz lustig aber nichts für zwischendurch, da die Kameraführung ruhig und langsam sein muss. Das Ganze sollte auf jeden Fall bei guten Lichtbedingungen erfolgen und das am besten draußen bei natürlichem Licht. Manchmal braucht man auch mehrere Anläufe, bis es klappt, aber die fertigen Ergebnisse können sich dann wirklich sehen lassen. Wenn es mal schnell gehen soll und gerade niemand zum Helfen da ist, gibt es den Selfie-Scan. Dieser ermöglicht das Einscannen des Gesichts über die Frontkamera. Das Ergebnis ist hierbei dann natürlich nicht ganz so hochwertig wie beim Gesamt-Kopf-Scan aber ist auf jeden Fall ausreichend und eine nette Spielerei. Das Ergebnis vom Selfie ist unten zu sehen. Dieses kann dann noch bearbeitet werden (Helligkeit, Kontrast, Schatten und Glätten). Meiner Meinung nach ist der Scan für das erste Mal gar nicht so schlecht, allerdings habe ich meine Augen wohl zu viel bewegt, was im fertigen Scan deutlich zu sehen ist. Ganz wichtig also – ruhige Kameraführung und so wenig Bewegung wie möglich!
Selfie-Scan – Foto: A1/Wolfgang Hammer


Selfie-Scan – Foto: A1/Teresia Harris

Sony Xperia XZ3 Test – Fazit

Ein super schnelles Smartphone, was einfach Spaß macht! Für Entertainment ist dank tollem Sound, schnellen Prozessor und Hammer-Bildschirm gesorgt. Die Kamera schaut neben den Dual/Triple-Lens-Kameras der Konkurrenz leider etwas alt aus, hier hätte Sony auf jeden Fall mehr draus machen können. Im Gesamtpaket trotzdem auf jeden Fall ein gutes Smartphone, welches wir weiterempfehlen können.

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Sony Xperia XZ3 Test – technische Daten

  • Abmessungen: 158 x 73 x 9,9 mm | 193 Gramm
  • Betriebssystem: Android 9 – Pie
  • Display: 6″ 18:9 OLED QHD+ Display (2880 x 1440 Pixel)
  • Kamera:  Hauptkamera – 19 MP bei 25 mm Weitwinkel (ƒ/2,0) | 4K Video | Frontkamera: 13 MP bei 23mm Weitwinkel
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 845
  • Speicher: 4 GB RAM; 64 GB interner Speicher – um bis zu 512 Gb erweiterbar
  • Akku: 3330 mAh – Schnellladen & Wireless Charging verfügbar
  • Konnektivität: GSM/UMTS/LTE, WiFi 802.11 a, b, g, n, ac, dual-band, Bluetooth 5.0

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