Im Test: CAT S31 – das Smartphone fürs Grobe

Wer unter extremen Bedingungen arbeitet, also oft großer Hitze, Staub und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, wird robuste Smartphones schätzen gelernt haben. Leider gibt es viel zu wenige Smartphones, die solch widrigen Umständen auch tatsächlich trotzen. Von CAT kommt in diesem Jahr allerdings ein sehr vielversprechender Kandidat: Das CAT S31. Es wird so wie die meisten anderen CAT Smartphones unter dem Industriestandard IP68 un dem Militärstandard MIL-SPEC 810G zertifiziert – wobei der Hersteller sogar meint, es würde diese Standards auch noch übertreffen. Im Test nehmen wir das CAT S31 also diesmal besonders unter diesem Aspekt unter die Lupe.

Alle Infos zum CAT S31 kurz und prägnant
Das CAT S31 fakelt nicht lange. Schon auf dem ersten Blick wird klar, wohin die Reise geht: Und zwar in die Werkstatt, die Baustelle oder den Wasserpark. Um äußeren Widrigkeiten wie Staub, Dreck und Wasser zu trotzen wurde es IP68 und nach dem Militärstandard MIL-SPEC 810G zertifiziert. Neben der extremen Belastbarkeit zeichnet das CAT S31 außerdem ein sehr ausdauernder Akku und ein gutes 4,7 Zoll Display aus.

Das robuste CAT S31 mit IP68 und MIL-SPEC 810G Zertifizierung, sehr gutem Display und extrem langer Ausdauer

Design


Im Vergleich zum Galaxy S8 wirkt das CAT S31 richtig wuchtig | Bild: A1/Wolfgang Hammer

Einen Preis für elegantes Aussehen oder anmutende Materialien würde das CAT S31 wohl nie bekommen. Das ist allerdings volle Absicht: Es soll gleich auf den ersten Blick klar machen, wohin die Reise geht. Und zwar in Richtung Einsatzbereitschaft, egal unter welchen Umständen. Vor allem wenn man das CAT S31 und ein normales Smartphone wie das Galaxy S8 nebeneinander legt merkt man, wie filigran normale Smartphones wirken. Das CAT S31 schreit hingegen förmlich danach, einmal so richtig auf den Boden geschmissen oder mit Wasser übergossen zu werden.


Das CAT S31 kann man ruhig auch unter die Dusche mitnehmen | Bild: A1/Wolfgang Hammer

Mit der IP68-Zertifizierung und dem Militärstandard MIL-SPEC 810G ist das CAT S31 fast allen Widrigkeiten gewachsen. Laut Hersteller ist es bis zu 35 Minuten wasserdicht (bei max. 1,20 Meter Wassertiefe – und zwar Süßwasser, bei Salzwasser gibt jedes technische Gerät extrem schnell k.o.) und bruchsicher aus Höhen von bis zu 1,80 Metern. Durch die Gummierung und die vielen Riffeln an der Rückseite ist es aber kaum möglich, dass es einem aus der Hand rutscht. Darin liegt das CAT S31 übrigens ausgesprochen gut, durch die abgeschrägten Ecken fühlt es sich sehr wohlig an.


Den Dreck wäscht man einfach mit Wasser herunter | Bild: A1/Wolfgang Hammer

Alle Anschlüsse sind durch gummierte Verschlüsse gesichert. In der Hand fühlt sich das CAT S31 extrem robust an. Auch alle Hardwaretasten – also Power, Lautstärke und die programmierbare Taste – sind extrem gut verbaut, nichts wackelt oder wirkt ungenügend verarbeitet.

Besonderheiten

Das CAT S31 weist im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones einige Besonderheiten auf – und zwar ist das jene Art von Details, die das Smartphone erst so richtig zu einer wunderbaren Ergänzung für den Werkzeugkasten machen:

  • virtueller Werkzeugkasten: Dahinter verbricht sich ein eigens für das S31 angepasster App Store – hier werden Apps unter anderem in den Kategorien Outdoor, Werkstatt, Baustelle und Landwirtschaft gruppiert. Darunter sind virtuelle Maßbänder, Wasserwaagen, Taschenlampen und so weiter zu finden. All diese Apps gibt es zwar auch im normalen Google Playstore, in der Toolbox sind sie aber schön übersichtlich gruppiert. Extrem nützlich, um die für seinen Beruf oder Hobby relevanten Anwendungen schnell zu finden.
  • programmierbare Taste: An der linken Seite befindet sich gleich unterhalb des Power Buttons eine Taste, die mit selbst definierten Apps hinterlegt werden kann – dabei unterscheidet die Taste eine lange und eine kurze Betätigung. Was leider nicht funktioniert, ist die Taste mit bestimmten Rufnummern zu hinterlegen. Schade, denn gerade in der Werkstatt wäre es äußerst nützlich, ohne die Arbeitshandschuhe auszuziehen mit einem Druck wichtige Kontakte anrufen zu können.
  • Hardwaretasten: Eigene Hardwaretasten für die Navigation am Smartphone – also die Home- Zurück- und App Taste – gelten bei Smartphones fast schon als ausgestorben. Nicht so beim S31 – hier feiern die Tasten so etwas wie ein Revival. Und zwar ein gelungenes: Der Druckpunkt ist gerade richtig, sie wirken nicht filigran und erzeugen bei jedem Druck ein sehr stimmiges Geräusch.

Display


Positive Überraschung: Das Display macht in Sachen Kontrast, Helligkeit und Schärfe eine gute Figur | Bild: A1/Wolfgang Hammer

Beim CAT S31 kommt ein IPS-LCD Display zum Einsatz, das geschützt durch Gorilla Glas 3 über eine Auflösung von 1.280 x 720 Pxiel verfügt – das macht bei einer Diagonale von 4,7 Zoll 312 Pixel pro Zoll. Sehr positiv fallen der gute Schwarzwert und die extrem hohe Helligkeit des Bildschirms auf – die gute Ablesbarkeit bei Sonnenlicht ist definitiv ein großer Pluspunkt beim CAT S31. Dassselbe gilt für die Schärfe aller Inhalte und für die Blickwinkelstabilität – während hier vor allem OLED Displays Schwächen zeigen, sehen die Inhalte am S31 von jedem Blickwinkel aus gleich aus und weisen auch keinerlei Farbstich auf.

Ausstattung

Wer gute Mittelklasse oder sogar High End Smartphones verwendet, wird beim S31 eine gewisse Spritzigkeit vermissen. Vor allem im Vergleich mit anderen Mittelklasse Smartphones zeigt sich, dass das S31 eher zu den schwächeren Vertretern seiner Gattung gehört. Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass ein Smartphone blitzschnell auf unsere Eingaben reagiert. Beim S31 gibt es da leider hin und wieder kleinere Verzögerungen und so manche App startet nicht sofort auf Knopfdruck. Ich würde die Leistung schlicht als ausreichend beurteilen.

Ursache dafür ist, dass im S31 anstatt eines mittlerweile fast zum Standard zählenden 8-Kern Prozessors „nur“ 4 Kerne arbeiten. Und zwar auf 1,3 GHz getaktet unterstützt von 2 GB Arbeitsspeicher. Dazu gibt es noch 16 GB internen Speicher, von dem im Auslieferungszustand etwa 8 GB belegt sind. Das ist meiner Meinung nach etwas knapp bemessen, vor allem in Hinblick auf Audio- und Videodateien, die bekanntermaßen nicht gerade sparsam mit Speicherplatz umgehen. Via Micro SD kann der Speicher allerdings um bis zu 32 GB erweitert werden.

Als Betriebssystem kommt eine sehr schlanke Android 7 Version zum Einsatz. Ob es für das S31 auch einmal Android Oreo geben wird, konnten wir leider nicht herausfinden. CAT ist glücklicherweise sehr sparsam mit der Installation von Bloatware umgegangen, sodass dem puren Android Erlebnis nichts im Wege steht.

Kamera

Beim CAT S60 war die Wärmebildkamera das größte Highlight. Beim S31 bekommen wir die Grundausstattung: Eine 8 Megapixel Hauptkamera bei Blende ƒ/2.4 und eine Frontkamera mit gerade einmal 1,9 Megapixel bei Blende ƒ/2.8. Es liegt auf der Hand, dass man damit nicht unbedingt den nächsten Fotowettbewerb gewinnt. Mittlerweile bekommt man sogar bei vielen Einsteiger-Smartphones 13 Megapixel bzw. 5 Megapixel für die Front, insofern muss man die Linse vom S31 als unterdurchschnittlich bewerten. Wobei immer klar sein sollte, dass sich das Handy auch nicht unbedingt an Fotografen als Zielgruppe wendet.

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CAT S31 Hauptkamera - Foto: A1/Wolfgang Hammer
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Generell werden bei Aufnahmen dunkle Bereich als zu hell und helle Bereiche als zu dunkel dargestellt – die Farbbalance würde ich allerdings noch als ok durchgehen lassen. In der Nacht nimmt starkes Rauschen überhand, zusätzlich muss das Smartphone extrem ruhig in der Hand gehalten werden. In der Mitte sind Aufnahmen recht scharf, zu den Rändern hin stellt sich allerdings eine leichte Unschärfe ein. Die Frontkamera ist als Webcam für Videotelefonie gerade noch zu gebrauchen, für alles andere als grobe Schnappschüsse sollte man sie aber nicht einsetzen.

Akku

Wo CAT mit dem S31 wieder alles richtig macht, ist der Akku. Mit 4.000 mAh ist der für längere Montageeinsätze oder Expeditionen ins Ungewisse ganz exzellent geeignet. Im alltäglichen Gebrauch mit Surfen, ein paar Schnappschüssen, Social Media und Co. kommt man locker 3 Tage durch. Selbst nach 5 Stunden durchgehendem Videocontent auf YouTube waren noch 2/3 Akkukapazität verfügbar. Fürs Laden sollte man sich dafür etwas länger Zeit nehmen: Eine volle Ladung benötigt gut und gerne 3 Stunden, Fast Charging oder andere Spielereien gibt es am S31 nicht.

Fazit

Beim CAT S31 bekommt man das, was der Hersteller verspricht: Ein extrem robustes Smartphone, das den meisten Widrigkeiten trotzt und vor allem in Punkto Akkulaufzeit überzeugt. Die Schwächen liegen ganz klar vor allem bei der Kamera: Hier hätte ich mir schon eine konkurrenzfähigere Linse gewünscht. Was die Leistung angeht, hat CAT beim S31 auch eher den Sparstift angesetzt – allerdings kann man gut damit Leben, wenn Apps nur mit etwas Verzögerung geöffnet werden.


Wer es gerne ruppig hat, sollte zum CAT S31 greifen | Bild: A1/Wolfgang Hammer

Das CAT S31 ist also eine klare Empfehlung für alle, bei denen es dreckig, ruppig und eher unsanft zugeht. In solchen Situationen wird das S31 immer sehr gute Dienste leisten.

Zum Weiterlesen: Das CAT S31 im harten Business Einsatz!

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Die technischen Daten im Überblick

  • Abmessungen: 146 x 74,42 x 12,6 mm | 200 Gramm
  • Betriebssystem: Android 7.1.2
  • Display: 4,7 Zoll IPS-LCD Display bei 1.280 x 720 = 312 ppi
  • Kamera: Hauptkamera 8 MP bei Blende ƒ/2.4 und Frontkamera 1,9 MP bei Blende ƒ/2.8
  • Prozessor: Qualcomm MSM8909 4 x 1,3 GHz
  • Speicher: 16 GB intern, via MicroSD erweiterbar | 2 GB RAM
  • Akku: Li-Ionen mit 4.000 mAh
  • Konnektivität: GSM/EDGE/UMTS/LTE, WLAN, Bluetooth

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