„Wie Brüder im Wind“: Hollywood made in Austria!

Wie Brüder im Wind

„Nervtreffend“

Jeder der in der Medienbranche tätig ist möchte eins: Den Nerv treffen! Sowohl den inhaltlichen Nerv der Geschichte und natürlich den emotionalen Nerv des Publikums.

Seit 2011 verschreibt sich auch die Filmproduktionsfirma „Terra Mater Factual Studios“ diesem Credo. Der Fokus ihrer Filme liegt auf Natur, Wissenschaft- und Geschichtsthemen. Technische Perfektion zu erreichen und atemberaubende Geschichten zu erzählen steht bei allen Projekten im Vordergrund. „Wie Brüder im Wind“ erfüllt die hohen Ansprüche des TMFS Teams und der Erfolg bei Publikum und Kritikern gibt ihnen recht.

Wie Brüder im Wind

„Hoch hinaus mit Geduld & Ausdauer“

Ein Trailer zum Film sagt mehr als tausend Worte:

 

Wer, wie ich „Mutter Natur“- und Filmfan ist, sieht am ersten Blick, dass die brillanten Naturaufnahmen nur mit viel Ausdauer und Geduld möglich waren.

Spontan habe ich mich an mit meinen Fragen zur Enstehung des Films an das TMFS Team gewandt und habe von Walter Köhler, Herz und Hirn der „Terra Mater Factual Studios“ und Produzent des Films, aufschlussreiche Antworten auf meine Fragen bekommen:

A1 Blog: Verglichen mit den bisherigen TMFS Produktion: Was waren die größten Herausfor­derungen, die es zu bewältigen galt bis es von der Idee zum Film kam?

Walter Köhler: Herausforderungen gab es viele. Zum ersten die lange Produktionszeit von sechs Jahren. Dieser Film war die erste Produktion, die wir 2011 zur Gründung der Firma begonnen haben. Und da war die Idee von Otmar Penker schon mehr als ein Jahr in Entwicklung. Zum anderen die Synthese zwischen Naturfilmdreh und fiktionalem Plot hinzubekommen, also aus zwei verschiedenen Elementen einen Film zu machen.

A1 Blog:  Zwei Szenen, die Natur- und Filminteressierten gleich ins Auge stechen: Abel stürzt als Küken aus dem Nest und ein Steinadler lässt von einer Gams nicht ab, obwohl beide ebenfalls einen wilden Ritt in die Tiefe hinlegen. Wurden dafür extra Stunt-Adler aus den U.S.A. engagiert oder wie können wir uns die Umsetzung dieser Sequenzen vorstellen?

Walter Köhler: Stunt-Adler gibt’s keine, nicht einmal in den USA. Der Sturz aus dem Nest ist einfach eine Abfolge von mehreren Bildtricks, die so gut umgesetzt und geschnitten ist, dass man keinen Moment daran zweifelt, dass das wirklich passiert ist. Das macht eben Filmkunst aus. Die Szene, die wir immer „Gamsritt“ genannt haben, ist das genaue Gegenteil: Das ist ein Wildlife-Shot, den Kameramann Otmar Penker so miterlebt und perfekt eingefangen hat. Für einen solchen Schuss braucht man nicht nur Glück, sondern vor allem viel Geduld. Um solche Bilder zu bekommen, war Otmar Penker drei Jahre draußen in der Bergwildnis der Alpen mit der Kamera unterwegs.

 

A1 Blog: Apropos Hollywood: Eine alte Weisheit rät Schauspielern davon ab, gemeinsam mit Tieren und Kindern vor der Kamera zu stehen, da das Publikum sie dann nicht wahrnimmt. War es daher schwer Tobias Moretti und Jean Reno zur Mitarbeit zu überreden?

Walter Köhler: Nein, sie zu überreden, war nicht schwer. Wir haben ja schon drei Jahre vorher unsere Wildlifeszenen gesammelt, bevor wir an die fiktionale Umsetzung gingen. Und dieses Material haben wir ihnen gezeigt. Beide waren sofort Feuer und Flamme. Wichtig war auch, dass wir ihnen mit Manuel Camacho in der Rolle des Lukas ein echtes Naturtalent zur Seite stellen konnten. Aber vor den Adlern hatten sie wirklich Respekt. Die waren ja die Chefs am Set. Nach ihnen musste sich jeder richten.

Wie Brüder im Wind

A1 Blog: „Wie Brüder im Wind“ zeigt den Wandel im Umgang mit den Steinadlern am Beispiel von Lukas‘ Vater. Bis in den 1960ern in Europa noch als Feind und Konkurrent des Menschen gesehen, beginnt ein Umdenken im Umgang mit den majestätischen Greifvögeln. Wie sieht es aktuell um die Steinadler und deren Schutz in Österreich aus?

Walter Köhler: Dem Steinadler geht es in Österreich dank der strengen Naturschutzbestimmungen und der Arbeit der Nationalparks, zum Beispiel des Nationalparks Hohe Tauern, sehr gut. Die Reviere sind gut besetzt, Schätzungen sprechen von 250 bis 350 Brutpaaren. Der Bestand wird derzeit als stabil angesehen.

Wie Brüder im Wind

A1 Blog: Nachdem der Film mit über 140.000 Besuchern die erfolgreichste österreichische Kinoproduktion 2016 war: Auf welche(s) neue(n) Projekt(e) dürfen wir uns von TMFS freuen?

Walter Köhler: Wir machen gerade einen großen abendfüllenden Kino-Dokumentarfilm über den illegalen Elfenbeinhandel fertig, der im Spätsommer Premiere haben und dann ab November weltweit zu sehen sein wird. Drei Jahre haben wir teils undercover gedreht. Der Film soll dazu beizutragen, dass der Handel endlich weltweit verboten und dem grauenvollen Abschlachten der Elefanten ein Ende gesetzt wird. Und Anfang nächsten Jahres kommt wieder ein international produzierter fiktionaler Film von uns in die Kinos. Ein Science-fiction-Thriller, der die neuesten realen Errungenschaften der Quantentechnologie in eine nahe Zukunft projiziert, mit Sam Neill („Jurassic Park“) und Tom Payne („Der Medicus“, „The Walking Dead“) in den Hauptrollen und Ursula Strauss in ihrer ersten englischsprachigen Rolle.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Walter Köhler und sein Team. Ich wünsche euch viel Vergnügen mit „Wie Brüder im Wind“.

Kommentare zu Blog und Film werden freudig gelesen.

Euer Philipp

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  1. Rolf Wotke

    Der beste Film seit jahrzehnten!
    Unglaublich schöne Naturbilder!
    Ergreifend, berührend, mitleidend, und SCHÖN!
    Danke!

  2. manfred

    Meine Tochter und ich wollten und den Film schon im Kino ansehen leider haben wir es verpasst und so haben wir ihn uns am WE angesehen.wir waren total begeistert on dem Film so schöne aufnahmen

  3. Elisabeth

    Lieber Philipp,
    nicht nur der brutale Umgang des Menschen mit Mutter Erde. Sondern auch vor allem der äußerst brutale Umgang mit anvertrauten Tieren, mit Nutztieren und mit den Tieren in freier Wildbahn. Für mich sind die Menschen, die das machen richtige Ungeheuer. Und das Herz mit Hirn sitzt bei denen wahrscheinlich an Stellen, wo der Hauptnerv keinen Zugang mehr hat.

  4. Elisabeth

    Bravo Herr Fahrbach,
    Sie haben den Film wie ich mit Herz und Hirn gesehen. Und sich Gedanken darüber gemacht. Wie gesagt, das sind wahnsinnig interessante und seltene Naturaufnahmen, Und die Geschichte drum rum fügt sich sehr gut ein mit diesen drei Schauspielern, die einen guten Draht zu den Tieren haben. Und wer es nicht glaubt, dass man mit Tieren so eine Verbindung eingehen kann wie Lukas in dem Film mit dem Adler, der hat wahrscheinlich sein Leben lang nichts mit Tieren am Hut gehabt. Großartiger Film und tolle Leistung von Otmar Penker und seinem Team. Eines muss ich noch gestehen: Mir kullerten ein paar Tränen ob der Grausamkeit der Natur bei einigen Szenen aus den Augen.
    Keine Krokodilstränen. link: http://www.redensarten.net/Krokodilstraenen+weinen.html

    • Philipp Fahrbach

      Liebe Elisabeth!
      Danke für das Lob. Ich freue mich, dass ich mit meinem Blog ebenfalls „den medialen Nerv getroffen“ habe. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie eng die Beziehung mit Tieren sein kann. Die Grausamkeit der Natur ist für mich erträglich, der brutale Umgang des Menschen mit Mutter Erde ist für mich allerdings schwer zu verdauen.

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