„Ich brauche daheim gar kein Internet, ich schau‘ eh nur fern“

Am 6. M√§rz war ein sehr sch√∂ner Beitrag im derstandard.at. W√§hrend des L√§ndermatches √Ėsterreich : Uruguay hat ein Journalist die Pressetrib√ľne medial praktisch lahmgelegt, indem er sich ein anderes Match per Livestream anschaute¬†. Gut, im Konkreten hat das WLAN betroffen, aber die Mechanik gilt f√ľr alle shared use Medien. Sie wissen sicher schon was jetzt kommt: Mobilfunknetze inklusive LTE sowie Kabelnetze sind shared use Medien (viele teilen sich die gemeinsame Bandbreite, deshalb kann der angegebene Wert auch so hoch sein), aber im Festnetz-Internet kriegt man bis ins Haus unabh√§ngig vom Verhalten der Nachbarn eine fixierte Bandbreite. Das habe ich ja schon die letzten Male mit verschiedenen mehr oder weniger gelungenen Vergleichen versucht darzulegen ūüėČ

Was ist Streaming?

Hätte der oben angesprochene Journalist per Internet seine E-Mails oder Zeitungen gelesen oder ein paar Bilder angesehen, dann wäre das shared use Netz sicher nicht eingegangen. Aber Streaming hat ganz besondere Anforderungen an Telekommunikationsnetze. Während man die Daten auf seinem Rechner empfängt, kann man sie auch schon anschauen oder anhören. Ohne Wartezeiten. Sofort. Ist das so ähnlich wie Fernsehen oder Radio? Aus Sicht des Konsumenten schon, technisch ist es aber anders. Shared use Medien können da schon mal unter der Last eingehen. Festnetz-Internet nicht.

Ok, aber was ist Streaming jetzt wirklich?

Wenn Sie auf Youtube oder ‚Äďporn Videos schauen, dann streamen Sie. Beide haben regen Zuspruch. Bei Ihnen pers√∂nlich nat√ľrlich nur Youtube, das Andere eh nicht. Wenn Sie auf Spotify Ihre Lieblingsmusik h√∂ren, dann streamen Sie. Und wenn Sie sich eine Vorlesung auf www.coursera.org¬†geben wollen, dann streamen Sie auch. Diese Vorlesungen sind √ľbrigens gratis und zum Teil wirklich hervorragend. Und Games werden auch schon vermehrt gestreamt.

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Streaming ist allerdings längst nicht mehr auf den Computer beschränkt.

Wenn Sie am Computer sitzen, dann sind Sie sich m√∂glicherweise bewusst, dass Sie den einen oder anderen Inhalt streamen. Dass das aber auf modernen Fernsehern auch passiert, vielleicht weniger. Mein Fernseher z.B. kann das. Und mein Fernseher ist weder besonders gro√ü (er ist eher besonders klein), besonders neu noch war er besonders teuer (er war eher recht g√ľnstig). Aber wenn ich manchmal beim Fernsehen √ľber Satellit durch die Kan√§le zappe, dann erscheint bei einigen Sendern ein Hinweis, dass man die rote Taste auf der Fernbedienung dr√ľcken soll, wenn man mehr m√∂chte. So wie im Bild dargestellt.

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Und wenn man wie in dem Beispiel auf ARD dann die rote Taste dr√ľckt, dann verl√§sst man sozusagen den Broadcast der aus dem Satelliten, dem Kabel oder der Antenne kommt. Dann ist man wieder im Internet. Und Ihr Haushalt, wenn Sie etwas Interessantes finden, streamt. Diesmal halt am Fernseher.

Streamen wird wichtiger, fixierte Bandbreite damit auch

Die ausschlie√ülich durch Festnetz-Internet gebotene fixierte Bandbreite („only fixed nets have fixed bandwidths“) wird immer wichtiger. Das h√§ngt v.a. am Streaming. Und dieses Streaming erobert immer mehr Ger√§te, d.h. es ist nicht auf die Nutzung am Computer beschr√§nkt. Wenn Sie mehrere Personen im Haushalt haben, brauchen Sie daher nicht nur Festnetz-Internet, sondern auch eines mit Glasfaser Power. Und ja, es stimmt leider, wir k√∂nnen nicht auf einen Schlag ganz √Ėsterreich mit Glasfaser Power versorgen. Aber wir arbeiten daran, das in einem m√∂glichst gro√üen Gebiet tun zu k√∂nnen, wir sehen das als unsere Verantwortung.

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