Kaufhilfe: Apple iPad 2 oder Android Tablet?

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Soll ich mir ein Apple iPad 2 kaufen oder doch einen der zahlreichen Android 10-Zoll-Tablets? Eine Frage, die mir fast täglich gestellt wird. Wenn die Entscheidung nicht „emotional“ gefällt wird (weil man halt ein Fan oder „Feind“ von Apple ist oder aus Gründen des „Muss-ich-unbedingt-haben“), hier ein paar Punkte für eine Kaufentscheidung …

Einleitend möchte ich gleich erwähnen, dass ich sowohl das iPad 2 als auch einige Android Honeycomb-Tablets parallel nutze. Ich bin weder ein „Fan-Boy“ noch einer Marke mehr oder weniger zu- oder abgetan. Ich probiere alles immer in der Praxis aus, um – möglichst objektive – Erfahrungen zu sammeln, die ich dann an euch weitergeben kann. Als Kaufhilfe, als Entscheidungsgrundlage. So unvoreingenommen wie möglich.

Geschlossene vs. halbwegs offene Welt
Wer sich für Apple entscheidet, der begibt sich in eine geschlossene Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen. Zentraler Punkt ist dabei immer iTunes und der App Store. Es läuft alles über dieses System, das in der Praxis wunderbar funktioniert. Es gibt zwar Mittel und Wege dies zum umgehen, aber der Großteil der Nutzer wird das wohl nicht machen.

Anders Android Honeycomb – und bald Ice Cream Sandwich. Hier ist alles ziemlich offen und man kann sich halbwegs „frei bewegen“. Beim Installieren von Apps, beim Aufspielen von Medien, bei der Nutzung von Services. Dafür kann es schon vorkommen, dass Einzelteile nicht gut aufeinander abgestimmt sind. Dass man ein wenig nachforschen muss, wie etwas funktioniert. Dass man technisches Verständnis aufbringen sollte. Alles keine Hexerei, aber es funktioniert nicht so einfach wie bei Apple. Dafür kann man bei Bedarf und Interesse „mehr“ machen.

Apps, Apps, Apps, …
Das Thema Apps dominiert derzeit den Smartphone- und Tablet-Markt. Es stehen Hundertausende davon bereit. Von mehr oder weniger guter Qualität. Bezogen auf Tablets schaut das wie folgt aus: Die Apps können nicht 1:1 vom Smartphone übernommen werden, sondern müssen und sollen an die Nutzung auf Tablets angepasst werden. Dabei ist jetzt nicht nur eine Größenanpassung gemeint, sondern man kann viel mehr damit realisieren, wenn man es ans Tablet anpasst. Und hier hat das iPad einen klaren Vorsprung. Es gibt nicht nur viel mehr Apps fürs Tablet als bei den Kollegen von Android, sondern diese sind auch klar zwischen Smartphone und Tablet getrennt. In einer eigenen Kategorie und mit Kennzeichnung. Das ist bei Android derzeit leider noch nicht der Fall. Es gibt ganz wenige Apps, die für Tablets optimiert sind und diese sind nicht extra kategorisiert. Die muss man suchen, einzeln ausprobieren und man ist auf Empfehlungen sowie Berichte in Blogs angewiesen. Zweiteres soll sich mit der nächsten Version des Android Market aber ändern.

Die technischen Daten
Wen die Technik interessiert, der sollte die technischen Daten vergleichen. Hier wären ein paar Punkte zu beachten:

• Prozessor: Sowohl das iPad 2 als auch die Android-Freunde verwenden einen Dual Core Prozessor. Ob der nun mit 1 GHz oder 1.2 GHz getaktet ist, wird in der Praxis zu 99% keine nennenswerte Rolle spielen. Wem es wichtig ist: Viele Android-Tablets liegen bei der Taktfrequenz über dem iPad 2.

• Massenspeicher: Das iPad 2 ist beim internen Speicher nicht erweiterbar. Das heißt, man sollte sich vor dem Kauf überlegen, ob man 16, 32 oder 64 GB Massenspeicher benötigt. Ich nehme in HD-Zeiten immer mehr, was aber auch eine Sache des Preises ist. Anders sieht es bei Android-Tablets aus – abhängig vom Anbieter. Manche Geräte haben hier eine Erweiterungsmöglichkeit via microSD oder SD. I.d.R. können so zusätzlich bis zu 32 GB dazugekommen – wechselbar.

• Bildschirmformat und Auflösung: Das iPad 2 hat einen 9.7″ Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024×768 Pixel und einem charakteristischen Bildschirmformat, das nicht breitgezogen ist. Die Android-Mitstreiter setzen hier meistens aufs Breitbild-Format und einer – höheren – Auflösung von 1.280×800 Pixel. Mir persönlich ist das breitere Format lieber, da ich gerne Filme schaue. Und die sind so angenehmer zu genießen. Zudem gibt es bei Android auch noch viele andere Größen des Bildschirms – beispielsweise 7″, 7.7″ oder 8.9″.

• GSM: Das iPad 2 kann nicht zum GSM-Telefonieren genutzt werden, sondern ausschließlich für Daten. Bei Android ist das unterschiedlich. Manche Modelle beherrschen hier auch GSM-Telefonie. Wer jetzt gleich aufschreit, dass man mit einem Tablet ohnehin nicht telefoniert, seien zwei Worte mit auf den Weg gegeben: SMS sowie Bluetooth-Headset.

• Gewicht: Das iPad 2 ist etwas schwerer als seine direkten Android-Mitstreiter. Das liegt auch daran, dass hochwertige Materialen verbaut sind, die ein etwas höheres Gewicht bedeuten. In der Praxis ist das sehr selten merklich.

• Bei der Akkulaufzeit habe ich kaum Unterschiede zwischen dem Apple iPad 2 und meinem Samsung Galaxy Tab 10.1 festgestellt. Ich bin mit beiden Geräten in dieser Beziehung gleich zufrieden / unzufrieden.

• In punkto Kommunikation (WLAN, Bluetooth, 3G), Sensoren, aGPS-Empfänger und digitalem Kompass herrscht Gleichklang. Das haben alle Modelle drinnen. Bei HDMI sieht es etwas anders aus: Manche Android-Modelle haben es eingebaut, andere bieten die Möglichkeit über einen Adapter (wie auch das iPad 2), andere liefern keine Möglichkeit.

• Die eingebaute Kamera auf der Rückseite ist bei allen Tablets gleich schwach. Die Frontkamera für Videotelefonate ist ausreichend. Aber als Ersatz für seine Digitalkamera wird wohl ohnehin niemand ein Tablet in Betracht ziehen.

Das Zubehör
Ein klarer Pluspunkt fürs iPad. Hier gibt es eine Vielzahl an Produkten, die man sich ergänzend zulegen kann. Das beginnt bei einer schier unendlichen Zahl an Taschen sowie Sleeves und reicht bis hin zu zahlreichen Musik-Docks – um nur zwei Beispiele der riesigen Palette zu nennen. Da kommen die Android Tablets nicht mit. Das liegt hauptsächlich daran, dass das iPad ein einzelnes Gerät mit Apple-standardisierten Sachen ist, und die Welt der Android-Tablets aus Dutzenden Anbietern sowie unterschiedlichen Anschlüssen besteht.
Wer darauf Wert legt, der wird mit dem iPad die bessere Entscheidung treffen.

Ein paar Erfahrungen aus der Praxis
• Wer ein iPhone nutzt und damit zufrieden ist, der sollte sich ein iPad kaufen. Wer ein Android-Smartphone verwendet und damit glücklich ist, der sollte sich ein Android Tablet kaufen. Eine Angelegenheit des besseren Zusammenspiels und der Gewohnheit.

• Die Ablesbarkeit im Freien ist bei allen Tablets gleich schlecht. In der Sonne sieht man kaum etwas.

• Alle Tablets sind anfällig für Tapper am Bildschirm. Auch wenn das iPad mit einer „fettabweisenden Beschichtung“ wirbt, in der Praxis ist das den Fettabdrücken egal. Daher immer ein Putztuch einstecken und brav abwischen.

• Beide Arten eignen sich wunderbar fürs „soziale Leben“ – beispielweise in Facebook, Google+, Twitter, LinkedIn, XING, Foursquare, Gowalla & Co. Hier hat aber Android in punkto Apps die sprichwörtliche Nase vorne – die sind schon besser ans Tablet angepasst. Wer mag, der kann aber auch alles – wie am Notebook – via Web-Browser erledigen. Das ist schon meine bevorzugte Methode.

• Standard-Funktionen wie E-Mail, Surfen im Web, Messaging & Co. beherrschen beide Systeme. Entweder über die eingebauten Programme oder mit Apps aus dem reichhaltigen Angebot im Apple App Store oder Android Market.

• Das iPad 2 hat einen fixen Preis, der sich nach dem Massenspeicher richtet. Das ist bei manchen Android-Geräten ebenso, die sind aber preislich „flexibler“. Es gibt bei Android günstigere Einsteiger-Modelle ebenso wie Tablets, die sich fast exakt an den iPad 2-Preisen orientieren. Ich möchte hier nur einen Satz bekunden: „Qualität hat ihren Preis“. Einfach vor dem Kauf ansehen und in die Hand nehmen. Dann kann jeder selbst entscheiden, wie viel sein Tablet kosten darf / soll und was ihm Materialien und Firmenamen Wert sind.

Zusammengefasst: Man trifft sowohl mit dem iPad 2 als auch mit Android keine „falsche“ Entscheidung, wenn man sich ein Tablet zulegen will. In Summe hat das iPad 2 noch einen Vorsprung gegenüber Android – speziell bei den Apps, bei der Einfachheit der Bedienung und beim Zusammenspiel der Funktionen innerhalb der Apple-Welt. Die Unterschiede liegen im Detail – ausgenommen sind dabei selbstverständlich spezielle Anforderungen.
Wenn Fragen auftauchen, dann hier gleich kommentieren. Ich freue mich schon auf eine angenehme Diskussion!

Im A1 SHOP stehen eine Vielzahl an Tablets zum Kauf bereit – beispielsweise das Apple iPad 2 oder das Samsung Galaxy Tab 10.1 oder das Motorola XOOM.
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  1. Johannes Schimmerl

    Ich hätte mir gedacht als Alternative zum Laptop mit dem ich auch via Headset telefonieren kann und in Email Kontakt mit der Zentrale und Kunden bleiben kann. Irgendwie so?!

    • Helmut Hackl

      Das ist überhaupt kein Problem. Es gilt nur zu beachten, dass kaum ein Tablet auch Telefonie-Funktionalität bietet. Aktuell z.B. Samsung Galaxy Tab 7 oder das bald kommende 7.7. iPad 2 & Co. haben „nur“ Modemfunktion.

  2. Johannes Schimmerl

    Servus!

    Eignet sich so ein Tablet für Vertreter im Aussendienst?

    lg, Johannes

    • Helmut Hackl

      Ja, ABER: Es kommt immer darauf an, was wer wo wie damit machen will / muss / kann. Ich würde hier immer eine vorherige Beratung empfehlen.

      Wofür wäre denn so ein Tablet gedacht?

  3. Stefan

    Hallo Helmut,

    Wollte mich nur mal für all die tollen Blogs über Geräte-Vergleiche usw… von dir bedanken. Sind wirklich hilfreich. Ich bin ein absoluter „Android-Fan“ und wegen den Einschränkungen bei Apple-Produkten, ein „Apple-Hater“ 🙂

    Benutze zurzeit das SGS2 und kann nur sagen: „Zurzeit bestes Smartphone auf dem Markt!“
    Wenn ein Tablet, dann ein Samsung-Android. Wie du schon gesagt hast: „Besseres Zusammenspiel und Gewohnheit“

    Grüße Steve

    • Helmut Hackl

      Hallo Stefan,

      freut mich, dass die Geschichten gefallen 🙂

      Noch viel Freude mit Android 🙂

      mobile Grüsse – Helmut

  4. Andreas

    Schade dass der Vergleich auch noch mit dem Blackberry Playbook fehlt… vielleicht kann man das noch nachholen?

    • Helmut Hackl

      Hallo,

      ich hatte in der Erstfassung der Geschichte das PlayBook mit dabei, bin aber schnell zur Erkenntnis gekommen, das es weder mit dem iPad 2 noch mit den 10″ Android-Tablets vergleichbar ist. Dazu ist es – in der jetzigen Ausführung – viel zu konträr ausgelegt.

      Was ich aber gerne machen kann: Wenn spezielle Fragen sind, dann entweder hier gleich stellen oder mir ein E-Mail an mail(at)pocket.at zu schicken und ich beantworte sie gerne. Ich habe alle Tablets vor mir liegen 🙂

      mobile Grüsse – Helmut

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