So hält dein Handy-Akku länger

Warum ist der Smartphone-Akku schon wieder leer und wie bleibt er die nächsten Jahre leistungsstark? Wir versorgen dich mit Strom. Äh, Tipps.

Gehörst du zu denen, deren übrige Energie für den Tag in etwa parallel zu dem Akkustand deines Handys läuft? Lädst du es über Nacht auf und startest gemeinsam mit 100 % in den Tag? Gleich vorweg: Das kann auf Dauer zu einer geringeren Leistung führen und die Batterielebensdauer verkürzen.

Mit diesen Tipps bleiben Handy-Akkus länger leistungsfähig

  • Am wichtigsten: Vermeide, den Akku bei 100 % eingesteckt zu lassen.
  • Lass den Akku nicht ganz leer werden.
  • Optimalerweise hältst du den Akkustand zwischen 30 und 70 %. Wenn du lange unterwegs bist, wird sich das nicht umsetzen lassen – aber an Tagen, wo du hauptsächlich zu Hause oder immer in der Nähe einer Steckdose bist. Ab Android 12 lässt sich sogar einstellen, nur bis auf 85 % zu laden.
  • Vermeide kurze Ladevorgänge – insbesondere, wenn der Akkustand über 80 % liegt.
  • Temperaturen über 40 °C und unter 10 °C schaden dem Akku. Heißt: Handy immer in den Schatten legen und beim Wintersport nah am Körper tragen. Ist das nicht möglich, benutze das Gerät erst, wenn es wieder handwarm ist – das gilt auch fürs Aufladen. Hier gibt’s noch mehr Tipps bei Kälte.
  • Kaufe Schnelladegeräte immer als Original-Zubehör. Die sind dann sogar so schnell, dass das Handy während deinem Morgenritual genug auflädt, um locker durch den Tag zu kommen.

An dieser Stelle ist es Zeit, mit dem Mythos des Memory-Effekts aufzuräumen. Das bezeichnet den Effekt, ein Akku würde sich „merken“, bis wohin er entladen und aufgeladen würde, und folglich nicht mehr die ganze Kapazität ausnützen. Dieses Credo geht aber auf den Nickel-Cadmium-Akku zurück, der heute nicht mehr gebräuchlich ist. Ebenso wenig sollen Smartphones bei der ersten Verwendung 24 Stunden lang an der Steckdose hängen.

Für den Fall, dass du das Handy für längere Zeit nicht verwendest, lagere es ausgeschalten bei einem Ladestand von rund 50 %.

In den Einstellungen kannst du den Batteriezustand prüfen. Dieser zeigt an, wie die Kapazität und Leistung des Akkus im Vergleich zum Zeitpunkt der Anschaffung abschneiden und ob du schon Batterielebensdauer eingebüßt hast.

Stromfresser? Richtig Akku sparen beim Smartphone

Niemand sagt es charmanter als Bilderbuch: „Ah, ich brauch‘ Power für mein Akku. Hab‘ keine Power in mein Akku. Baby, leih mir deinen Lader. Ich brauch‘ mehr Strom!“ Wenn dir überraschend schnell der Akku leer wird, ohne viel Zeit am Bildschirm verbracht zu haben, kann das auch an deinen Handy- und App-Einstellungen liegen. Die nachstehenden Aktivitäten knabbern typischerweise an der Batterielaufzeit – einige davon kannst du aber ausschalten.

1. Schau nach, ob dein Handy die stromhungrigsten Apps anzeigt:

Auf Android findest du das in den Einstellungen unter Gerätewartung > Akku oder auch unter Smart Manager > Akku > Details des Akkus, das variiert je nach Gerät. Du kannst auch die Suche nutzen.

Beim iPhone gehst du auf Einstellungen > Batterie. Hier bekommst du eine Übersicht, welche Apps in den letzten 24 Stunden bzw. in den letzten 10 Tagen den größten Anteil am Stromverbrauch ausgemacht haben. Ist hier eine App weit vorn, die du gar nicht lange benützt, solltest du sie dir genauer ansehen.

2. Akkufresser: Die üblichen Verdächtigen

Viele Apps fragen nach der Einwilligung, Standortdienste zu verwenden. Diese Ortung braucht Zugriff auf GPS – und eben Akku. Diesen Zugriff kannst du entweder ablehnen, nur während der App-Nutzung zulassen oder immer zulassen. Lässt du dich von Google Maps an einen Ort navigieren, kann es sinnvoll sein, auch die Nutzung im Hintergrund zuzulassen: Wenn du etwa kurz eine Nachricht liest oder Musik startest und dann zur Navigation zurückkehrst, so ist diese auf dem neuen Stand. Der Wetter-App solltest du nur während der Nutzung Zugriff auf deinen Standort erlauben. Social-Media- und Messenger-Apps hingegen brauchen deinen Standort entweder gar nicht oder nicht permanent – auch aus Datenschutzgründen.

Ins Gewicht fällt natürlich Streaming, Video noch mehr als Audio. Möchtest du nicht darauf verzichten, kannst du immerhin die Bildschirmhelligkeit reduzieren, Kopfhörer verwenden und ins WLAN einsteigen. Vor Zugfahrten oder Autofahrten empfiehlt es sich, Filme vorab im WLAN herunterzuladen und dann direkt am Gerät anzusehen.

Social-Media-Apps strapazieren den Akku. Wer mehr schaut als postet, kann Facebook oder Instagram auch im Browser nutzen.

Push oder Pull? Bei diesen Begriffen geht es nicht um Fitnessübungen, sondern darum, ob beispielsweise neu eingegangene E-Mails nur manuell geladen werden (weniger Akkuverbrauch) oder ob sie per Push-Nachricht sofort angezeigt werden – vielleicht sogar auf deinem Sperrbildschirm. Entscheide selbst, welche Apps dafür wichtig genug sind. Wer das Smartphone beruflich nutzt, kann Microsoft Teams beispielsweise so einstellen, dass Nachrichten nur dann gepusht werden, wenn du seit mindestens 10 Minuten nicht mehr am PC warst – und wenn es zwischen 9 und 15 Uhr ist. Tipp: Möchtest du nicht ständig zwei Handys nutzen und aufladen, aber auf zwei Nummern erreichbar sein, ist die Dual-SIM-Funktion sehr praktisch.

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3. Weitere Tipps

Halte die Software auf dem neuesten Stand. Mit einem Update wird auch der Akkuverbrauch häufig effizienter.

Der Dunkel-Modus, ein dunkles Motiv als Sperrbildschirm und eine moderate Displayhelligkeit schonen den Akku.

Bei iPhones hält sich der Mythos, dass länger nicht benutzte Apps beendet werden sollen, um den Arbeitsspeicher zu leeren und Akku einzusparen. Tatsächlich kostet das mehr Akku, wenn Apps ganz neu gestartet werden müssen. Der Arbeitsspeicher wird ohnehin je nach Nutzung optimiert.

Wenn du Bluetooth und WLAN gerade nicht brauchst, schalte sie aus.

Verzichte auch auf Tastentöne und Vibration, wenn du diese Funktionen nicht brauchst.

4. Maximal Akku sparen

Auf Dschungeltreks, beim Wildcampen oder auf wilden Festivals willst du das Smartphone vielleicht nur zur Sicherheit oder nur zum Fotografieren (ohne Blitz!) mitnehmen. Um möglichst lange ohne Aufladen auszukommen, aktivierst du gleich den Stromsparmodus. Zusätzlich kannst du das Gerät in den Flugmodus setzen und das Internet abdrehen. Reduziere die Helligkeit und verwende den Lautsprecher nicht. Am besten benutzt du das Handy – und damit das Display – so wenig wie möglich. SMS brauchen am wenigsten Energie, Telefonate und Messenger mehr. Deaktiviere weiters den Sprachassistenten.

Das Ende eines Akku-Lebens

Ist der Akku hinüber, lass ihn nur durch einen Profi tauschen. Der Akku ist nämlich fest verbaut und verklebt, da wird ein Bastel-Debüt eher fehlschlagen. Hersteller wie Fairphone gestalten Smartphones so, dass man den Akku auch als Laie wechseln kann.

Irgendwann hat des Handys letztes Stündlein aber geschlagen. Bring es dann in den nächsten A1 Shop. Von dort wird es von einem österreichischen Entsorger abgeholt und auf die Funktionalität geprüft. Kleinere Schäden werden behoben und so können einige Geräte weiterhin verwendet werden – das nennt man „refurbished“. Ist das nicht möglich, wird das alte Gerät fachgerecht entsorgt. Je schneller du dein altes Smartphone also abgibst, desto höher die Chance auf sein zweites Leben. In der Schublade hingegen wird sein Wert von Tag zu Tag geringer. Warum sich dennoch geschätzte 10 Millionen alte Handys in Österreichs Schubladen verstecken? Wir haben sogar die schlechtesten Ausreden gesammelt.

Ich, für meinen Teil, werde jetzt mal ein wenig Akku in Musikgenuss investieren. „Dann rufst du an auf meinem Handy. Und dann bist du wieder Candy…“

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