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Google Lyria: Wenn Algorithmen komponieren

Musik aus der Konservendose 2.0: Alles rund um musikalische KI-Arrangements mit Lyria von Google DeepMind.

Texte und Bilder samt deren Bearbeitung aus der KI Feder kennt mittlerweile fast jeder. Mit dem im März 2026 veröffentlichten KI-Modell für Musik Lyria 3 wurde ein Tool vorgestellt, das komplette Songs inkl. Text kreieren kann - und das direkt am Smartphone. Es ist das bisher fortschrittlichste KI-Modell für Musik von Google DeepMind. Es handelt sich dabei um ein multimodales Modell. Das bedeutet, es versteht nicht nur Textbefehle, sondern kann auch aus Bildern oder Videos die passende Stimmung herauslesen und in Musik verwandeln.

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Lyria 3: Wieso es kann, was es kann

Generell ist ein KI-Modell ist immer nur so gut wie das, womit es gefüttert wurde. Lyria wurde auf einer gewaltigen Menge an Musikdaten trainiert. Google arbeitet eng mit Partnern wie der YouTube Music Community und Labels wie der Universal Music Group zusammen. Das Ziel ist es, hochwertige, lizenzierte Musik als Basis zu nutzen, anstatt einfach das Internet leerzusaugen. Das soll für eine höhere klangliche Qualität sorgen und schützt gleichzeitig (zumindest in der Theorie) die Interessen der Künstler. Das betont Google nochmal ausführlich auf ihrem DeepMind Blog: Wird im Prompt ein Künstler genannt, soll das nur zur Inspiration und nicht zur Imitation dienen. 

Lyria 3 Beispielsong

Passend zum Frühling habe ich Lyria einen Song mit diesem Prompt erstellen lassen: Ein optimistischer Up-Tempo-Popsong im Stil der 1960er Jahre (Beatles-Ära). Instrumentierung: Jingle-Jangle Rickenbacker-Gitarren, ein melodischer Basslauf und mehrstimmiger Harmoniegesang. Thema: Der erste warme Frühlingstag in Liverpool. Stimmung: Fröhlich, nostalgisch, klarer Sound.
Ergebnis mp3 Download
Andererseits werden Pflichten an User ausgelagert: Sie müssen die Nutzungsbedingungen akzeptieren, die die Verletzung von Urheberrechten und Datenschutzrechten Dritter untersagen. Die Lyria 3 Ergebnisse enthalten im Übrigen eine SynthID - das ist ein für Menschen unhörbares Wasserzeichen zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Die SynthID kann aber von Software erkannt erwerden. Somit bleibt nachvollziehbar, ob ein Song künstlichen Ursprungs ist.

Lyria 3: Wem gehört der Song, den ich erstelle?

Grundsätzlich sind von KI erstellte Songs nicht menschlichen Ursprungs - insofern greift hier das Urheberrechtsgesetzt nicht. Dann gibt es noch die Nutzungsbedingungen des KI-Tool Anbieters. Beispiel Google: Dort stellen sie klar, dass sie kein Eigentum an den erstellten Songs beanspruchen. Das heißt, sie dürfen privat und kommerziell genutzt werden. Wer es genauer wissen will, sieht sich am besten hier um: policies.google.com | Terms (am besten nach "Eigentum" durchsuchen).

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Lyria 3 in der Praxis - besser als gedacht

In der Praxis lassen sich direkt am Smartphone extrem leicht neue Songs kreieren. Zum Beispiel, indem du ein paar Bilder hochlädst und Lyria dann befiehlst, einen passenden Soundtrack dazu zu erstellen. Grundsätzlich hilft es, in der Beschreibung des Endprodukts so präzise wie möglich zu sein. Wer mit nur wenigen Worten beschreibt, was er möchte, wird mit dem Ergebnis wahrscheinlich nicht wirklich zufrieden sein.
Musik mit Lyria - Beispiel Untermalung für Insta-Story:
Der Prompt für diesen Song lautete: Eine passende Hintergrundmusik für eine Story auf Instagram: Rein instrumental, Fokus auf Synthesizer-Sound. Thema: Ein futuristisches Smartphone erblickt das Licht der Welt. Stimmung: Epochal. Dazu habe ich die Geräte-Bilder vom Nothing Phone (4a) Pro hochgeladen.
Musik mit Lyria - Beispiel Kinderlied:
Der Prompt für diesen Song lautete: Ein fröhlicher, rhythmischer Song für Kinder im Alter von ca. 6 Jahren. Das Thema ist Freundschaft und wie schön es ist, gemeinsam zu spielen. Die Melodie soll sehr einfach, eingängig und perfekt zum Mitsingen gestaltet sein. Instrumentierung: Ausschließlich Akustikgitarre, Klavier und ein klares, einfaches Schlagzeug. Das Tempo ist moderat und lädt zum Mitklatschen ein. Die Stimmung ist herzlich, sicher und voller Energie.
Musik mit Lyria - Beispiel Geburtstagslied:
Der Prompt für diesen Song lautete: Ein schwungvoller, von Jazz inspirierter Song im Stil der späten 1950er oder frühen 1960er Jahre. Thema: Eine liebevolle Hommage zum 80. Geburtstag für die beste Oma der Welt. Gesang: Eine warme, ausdrucksstarke weibliche Jazz-Stimme. Instrumentierung: Ein lebhaftes Saxophon, verspieltes Klavier, ein markanter Kontrabass (Walking Bass), Jazzgitarre und ein rhythmisches Banjo. Stimmung: Festlich, optimistisch, mit dem Charme einer klassischen Big-Band-Ära.

Musikerstellung mit Lyria - Fazit

Ich bin viel mehr Konsument anstatt Produzent - aus mir wird kein besserer Musiker, nur weil ich jetzt KI verwende. Für mich ist bei Lyria vor allem erstaunlich, wie schnell man relativ gut passende Songs erstellen kann: Den Vocals und den Instrumenten habe zumindest ich ihren virtuellen Ursprung nicht angemerkt. Sie klingen ziemlich echt und wenig roboterhaft. So etwas war bis vor wenigen Monaten noch unmöglich. Genau hier liegt für mich auch der Sinn von Sound via KI: Eine Idee schnell in Noten verwandeln oder eine musikalische Unterlegung für eine Insta-Story (mit einem ähnlichen Stellenwert wie Fahrstuhlmusik) funktioniert ziemlich gut. 
Für komplexere Kompositionen muss man sich vermutlich näher damit beschäftigen. Ob man sich auch nach vielen Stunden mit Lyria als Komponist bezeichnen kann, bezweifle ich: Bei KI-Diensten in Auftrag gegebene Werke (egal ob Video, Text, Musik oder Bild) machen aus einem selbst keinen Spezialisten. Man ist mehr eine Art Kurator, der eine Vision vorgibt. Die wird dann am ehesten erfülllt, wenn man selbst genug Wissen zum Thema hat. Soll heißen: Wie bei jedem Werkzeug machen Lernen und Übung zum Meister. Jemand, der keine Ahnung vom Handwerk Musik oder Grafik hat, wird vermutlich auch nie gute Songs oder gute Grafiken produzieren. 
Was mit Lyria 3 alles möglich ist, hängt also zu einem großen Teil von jedem selbst ab. Wichtig ist, nicht nur die KI irgendetwas machen zu lassen, sondern sie gezielt für bestimmte Zwecke einzusetzen. Dann werden auch die Ergebnisse stimmen.
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