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Es wird persönlich: Personal Intelligence in Gemini

Gemini nimmt's persönlich: Mit Personal Intelligence wird die Vision der allwissenden KI Wirklichkeit - mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Google nähert sich mit seinem Chatbot Gemini immer mehr an die Vision des allwissenden Assistenten an: In den USA startet für alle Google AI Pro und AI Ultra User mit Personal Intelligence jener Service, der Gemini vollen Zugriff auf Gmail, Photos, YouTube und die Suche gibt. Klingt etwas gruselig, hat aber seine Vorteile. Gleichzeitig ist nicht alles Gold, was glänzt - in der Übersicht findest du alles, was du über Personal Intelligence wissen und beachten solltest.

1. Das Kernkonzept von Personal Intelligence

Vor allem Dank Version 3 ist Gemini ein ziemlich kompetenter Chatbot - in den allermeisten Fällen erfolgen Antworten akkurat und gut begründet. Was bisher fehlte: Der persönlichen Hintergrund des Users (außer dem, was du direkt in den Chat geschrieben hast). Mit Personal Intelligence erhält Gemini (bei Opt-In, als deiner zuvor gegebenen ausdrücklichen Zustimmung) Zugriff auf dein persönliches Google-Ökosystem. Es kann Informationen aus verschiedenen Apps verknüpfen, um Zusammenhänge zu verstehen, ohne dass du sie erklären musst.
Zum Start in den USA sind das folgende Apps aus dem Google-Universum: Gmail, Google Photos, Google Kalender, Google Drive, YouTube, Google Maps und die Google Suche.

2. Anwendungsbeispiele - was kann das konkret und was bringt es?

Die Stärken und Vorteile liegen nicht mehr im reinen Suchen, sondern im Kombinieren von Informationen aus verschiedenen Quellen. Das kann zum Beispiel so aussehen:
Nehmen wir an, du suchst eine neue Waschmaschine für deinen Haushalt. 
  • Antwort Gemini bisher: Der Chatbot erklärt dir allgemein, was du beachten solltest (anhand des Promts, in dem du deine Anweisungen gibst). Je ausführlicher dieser Prompt war, desto passendere Modelle wird dir der Chatbot ausspucken. Wenn du also zum Beispiel schreibst, dass du 2 kleine Kinder hast, wird er dir wohl eine Maschine mit großer Trommel empfehlen.
  • Gemini in Zukunft mit Personal Intelligence: Der Chatbot sucht in deinen Mails nach der Kaufbestätigung deiner alten Maschine. Zusätzlich schaut es in deinen Fotos nach, ob du in einem Single Haushalt oder mit deiner Familie lebst. Vielleicht findet es auch Fotos von deinen Wäschebergen oder findet heraus, dass du Allergiker bist, weil du auf YouTube öfter Ratgeber zu diesem Thema angesehen hat. Aus all diesen Informationen erhältst du dann die Antwort mit einer klaren Empfehlung für ein spezifisches Modell.
Gemini hatte schon vorher ein begrenztes "Gedächtnis". Du konntest zum Beispiel sagen: "Merk dir, dass ich Vegetarier bin". Personal Intelligence ist jedoch viel mächtiger, da es nicht nur manuell Erlerntes abruft, sondern aktiv in deinem digitalen Archiv (Jahre an Mails und Fotos) recherchieren kann, um Antworten auf aktuelle Fragen zu finden.
Zu bedenken bleibt allerdings, dass Gemini mit Personal Intelligence nach wie vor ein Large Language Model bleibt, das Antworten rein auf Wahrscheinlichkeiten beruhend von sich gibt. Soll heißen: Die Antworten stimmen nur zu einem gewissen Grad und beinhalten somit zwangsläufig Fehler. Je mehr Schritte eine KI für die Abwicklung der Aufgaben benötigt, desto höher wird die Fehlerquote. Daran ändert sich auch nichts, wenn persönliche Informationen des Users mitverarbeitet werden. Sprich: Auch mit Personal Intelligence wird die KI nicht "klüger".

3. Datenschutz und Privatsphäre - wie sicher ist Personal Intelligence?

Gemini blickt für all diese Annehmlichkeiten sehr tief in deine Privatsphäre. Immerhin kann jede/r selbst entscheiden, ob Gemini diese Daten überhaupt verarbeiten darf. Zusätzlich hat Google Personal Intelligence mit einigen Sicherheitsfeatures ausgestattet:
  • Opt-In: Die Funktion ist standardmäßig ausgeschaltet. Du musst sie aktiv aktivieren.
  • Kein Training mit deinen Daten: Google betont, dass deine persönlichen Daten (E-Mails, private Fotos) nicht genutzt werden, um das generelle KI-Modell für andere zu trainieren.
  • Quellenangabe: Wenn Gemini eine Antwort gibt, soll es (meistens) anzeigen, woher die Info stammt (z.B. "Gefunden in einer E-Mail vom 25. Dezember").
  • Lokal/Sicher: Die Datenverarbeitung soll innerhalb der gesicherten Google-Cloud-Umgebung bleiben und nicht nach außen dringen.
  • Gesundheit: Laut Google soll Gemini keine proaktiven Vermutungen über den Gesundheitszustand des User geben bzw. verarbeiten.

4. Die große Verlockung

Personal Intelligence mag inklusive der Sicherheitsschranken seitens Google und  des daraus resultierenden Potentials zunächst einmal extrem hilfreich klingen. Der zweite Blick offenbart aber, wie weitreichend es in das persönliche Leben des Users eingreift: Alle Schranken fallen, die KI hat einen vollumfänglichen Einblick in das tägliche Tun und Lassen seines Users.

Besonders bedenklich wird das dann, wenn die Sicherheit vielleicht doch nicht mehr so hoch ist wie beteuert. Wenn also Kriminelle das System gezielt ausnutzen. Zudem liegen alle Daten bei einem US-Amerikanischen Konzern - was das derzeit bedeutet, sollte jeder für sich selbst bewerten.

Die Privatsphäre am Smartphone wird damit quasi ausgeschaltet. Man sollte sich also sehr gut überlegen, wann und ob man all den Segen von Personal Intelligence wirklich benötigt.

Gemini mit Personal Intelligence - Verfügbarkeit

Aktuell (Stand Jänner 2026) rollt Google dies als Beta-Feature für Gemini Advanced Nutzer (Google AI Pro bzw. Ultra Abo) aus, vorerst fokussiert auf die USA. Der Rollout in Europa dürfte wohl erst später folgen, da hier Regulierungen und Datenschutzstandards (DSGVO/DMA) höher sind.
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