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Mehr Platz für Diversity

Wie geht es queeren Mitarbeiter:innen bei A1? Warum gibt es bei uns ein LGBT+ Network? Und was hat es mit dieser Parkbank auf sich? Der A1Blog hat nachgefragt.

Zugegeben, diese Interview-Umgebung ist mir noch nicht untergekommen. Ein Innenhof, sechs Farbtöpfe und eine Reihe Holzlatten. Gleich ist klar: Heute wird’s bunt! Fünf Mitglieder des LGBT+ Networks bei A1 sind zusammengekommen, um eine Regenbogen-Parkbank aufzustellen. Und, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

Wir sprechen dabei – anlässlich des Pride Monats Juni – über die besondere Situation von LGBT+ Personen. Das bezieht sich auf lesbische, schwule, bisexuelle, Transgender- und queere Personen. Also Menschen, deren sexuelle Identität und Orientierung über das klassische Frau-liebt-Mann oder Mann-liebt-Frau-Konzept hinausgeht.

A1Blog: Was ist das LGBT+ Network?

Günter: Wir sind acht A1 Kolleginnen und Kollegen, die sich zu einem Netzwerk zusammengetan haben und alle Mitarbeiter:innen ansprechen. Als Teil von Diversity@A1 ist unser Ziel, eine Wohlfühlzone für bestehende und künftige Mitarbeiter:innen – egal welcher sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität – zu schaffen.​​​​​​​

Warum braucht es ein solches Netzwerk in Unternehmen?

Günter: Wir wissen, dass gerade unter den jungen LGBT-Personen, die in die Arbeitswelt eintreten, zwischen 40 und 60 Prozent sozusagen wieder „zurück ins Closet“ (Anm.: sprichwörtlich hinter verschlossene Türen) gehen. Sie trauen sich nicht, offen mit ihrer Identität umzugehen und haben das Gefühl, sich verstecken zu müssen. Da müssen wir ansetzen: Wenn es im Jahr 2023 gefühlt nicht in Ordnung ist, als du selbst, als eigene Persönlichkeit aufzutreten, dann machen wir was falsch.

Eva: Die Zeit von öffentlichem Anprangern im Arbeitskontext ist zum Glück weitestgehend vorbei. Aber es gibt immer noch diese Kleinigkeiten, Spitzfindigkeiten und diskriminierende Alltagssprache. Bestimmt haben alle von uns schon gehört, dass jemand „schwul“ als Schimpfwort verwendet. Mit unserem Netzwerk wollen wir aufzeigen, wo wir noch besser werden können. Gerade jungen Personen ist wichtig, wie Unternehmen mit dem Thema LGBT+ umgehen. Sei es als Arbeitgeber oder auch, bei welchen Unternehmen sie einkaufen.

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Günter: Die Entwicklung wird leider nicht sukzessive besser. Gerade in den letzten Monaten und Jahren sehe ich eine große Skepsis. „Woke“ (Anm.: wachsam sein gegenüber Rassismus und Diskriminierung) wird als Schimpfwort verwendet und gemeinsam mit Diversity und sogenannten Klimaklebern in einen Topf geworfen. Was nicht Mainstream ist, wird negativ besetzt. Das ist nicht ok. Wir müssen uns weiterhin einsetzen für die Rechte und den Status von Personengruppen, die es nicht zu 100 Prozent leicht haben.

Eva: Wir müssen vermeiden, dass es wieder ins Negative fällt. Unsere Nachbarländer und weiter entfernte Beispiele zeigen, dass das in eine andere Richtung kippen kann.

Günter: Unser Netzwerk an sich soll nicht politisch sein. Aber die Forderungen sind automatisch politisch. Wir lassen uns nicht anfärben – wir färben Bänke an. (Alle lachen.)

Welche Veranstaltungen und Angebote gab es dieses Jahr schon?

Eva: Sehr viele. Unter den öffentlichen Veranstaltungen war beispielsweise die Queer Cinema Film Night, eine queere Stadtführung durch Wien oder auch das BRich* Event. Dafür tun wir uns mit LGBT+-Netzwerken aus anderen Unternehmen zusammen.

Günter: Unternehmensintern streamen wir regelmäßig „Let’s Talk“. Das ist ein einfaches Interview-Format, eine Nette-Leute-Show (lacht). Wir laden Personen von A1 oder von außerhalb ein und sprechen über Themen wie LGBT+ im Nationalsozialismus, Sprachbarrieren, Hass im Netz oder wie Eltern mit dem Coming Out ihrer Kinder umgehen.​​​​​​​

Eva: Intern setzen wir uns für jedes Monat einen Schwerpunkt. Beispielsweise Black History Month, Lesbian Visibility Month, im Juni natürlich Pride.

Eva LGBT+ Network

Gerade jungen Personen ist es wichtig, wie Unternehmen mit dem Thema LGBT+ umgehen

Günter: Während dem Pride Month hängen alle Unternehmen Regenbogenfahnen vors Haus. Da muss auch das Unternehmen dahinterstehen und Initiative zeigen. Ich glaube, wir haben sehr viel gemacht, dass sich A1 die Regenbogenfahne und das Logo auch gut verdient. Wir haben mit dem LGBT+ Network eine gute Breitenwirksamkeit im Unternehmen und immer mehr auch außerhalb.

Wie steht A1 zur LGBT+ Community?

Günter: Jedes Unternehmen hat eine wahrgenommene Persönlichkeit mit Markenwerten und Emotionen. Wir kennen A1 intern als sehr lebendige, witzige und professionelle Persönlichkeit – sie ist einfach die Summe aller Menschen, die hier arbeiten. Wir möchten weiter an der Sichtbarkeit und der Vernetzung nach außen arbeiten.

Eva: Wir sind offene Türen eingerannt bei der Gründung des Netzwerks und haben von Anfang an viel Unterstützung bekommen. Wir wollen im Unternehmen weiterhin Augen öffnen, informieren und Schritte nach vorne machen. Da ist es extrem wichtig, keine Schritte zurück zu machen, gerade in der heutigen Zeit.

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Ich sehe da bunte Holzlatten hinter euch. Was ist das?

Günter: Eine Baustelle. Wir sind als Team fast daran zerbrochen (lacht). Aber letztlich haben wir es in der für A1 typischen agilen Arbeitsweise geschafft, Holzlatten in den sechs Regenbogenfarben zu streichen. Wir müssen sie noch zusammenbauen und möchten sie dann im Haus prominent aufstellen.

Eva: Ich bin patscherter als gedacht. Aber ich habe es geschafft, eineinhalb Latten zu streichen (Szenenapplaus vom restlichen Team). Dafür werde ich mich beim Zusammenbauen bemühen. Das ist eine Stärke unseres Teams, dass jeder und jede etwas anderes gut kann.

Günter: Eine Frage, die du nicht gestellt hast: Warum funktioniert das LGBT+ Network bei A1 so gut?

Warum funktioniert das LGBT+ Network bei A1 so gut?

Günter: Wir sind acht Leute, die sich echt gern haben und sich manchmal auch gern haben können und aufreiben (lacht). Zu uns gehören LGBT-Personen und Allies (Anm.: Verbündete), die für die Diversity-Themen Kultur, Religion, ethnische Herkunft, etc. stehen. Wir bringen unterschiedliche Talente und Expertisen mit und engagieren uns ehrenamtlich. Immer, wenn wir uns etwas vornehmen – etwa eine Bank zu streichen – ist das schnell auf die Beine gestellt. Das macht echt Spaß.​​​​

Günter LGBT+ Network

Ich glaube, wir haben sehr viel gemacht, dass sich A1 die Regenbogenfahne und das Logo auch gut verdient

Gestrichen und geschraubt haben Eva, Günter, Justin, Markus und Silke. Zusätzlich engagieren sich Aliki, Ibis und Manuel im Network.
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