Das ZTE Axon 30 Ultra im Test

ZTE Axon 30 Ultra Smartphone mit Verpackung

Das ZTE Axon 30 Ultra 5G ist der erste Versuch des chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE, auf dem Highend Smartphone Markt Fuß zu fassen. Mit einer Triple 64 Megapixel Kamera, 144Hz Bildwiederholrate und dem Qualcomm Snapdragon 888 zählt das Smartphone, zumindest am Papier, zu den leistungsstärksten am derzeitigen Markt. Ob sich das im Alltagstest bestätigen kann, durfte ich zwei Wochen lang testen und in diesem Testbericht zusammenfassen.

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Ich habe das ZTE Axon 30 Ultra 5G im Rahmen eines Wettbewerbs über die A1 Community ergattert. Wenn auch du Interesse hast Smartphone-Tester zu werden, schau einfach immer wieder dort vorbei!

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Lieferumfang

Im Gegensatz zu den meisten Ultra Smartphones, ist im Lieferumfang des Axon 30 Ultra 5G nicht nur ein USB-Typ-C Ladekabel, eine Sim-Karten-Nadel, die klassischen Beschreibungen und die Garantiekarte enthalten, sondern auch ein 65W Netzteil, für schnelles Laden, eine Hülle und Kopfhörer mit passendem Typ-C Adapter.

ZTE Axon 30 Ultra Smartphone Lieferumfang (Kabel, Hülle, Kopfhörer)

Das 65W Netzteil ist kompakt, für diese Leistung und lädt das Smartphone von 0 auf 100 in unter 45 Minuten. Das ist zwar ein guter Wert, die Konkurrenz hat hier aber doch noch die Nase vorne. Wenn man jedoch zum Marktführer am Android-Markt schaut, bekommt man dort für wesentlich mehr Geld nur 25W.

Die mitgelieferte Hülle ist transparent und an den Rändern leicht rau und milchig. Sie schützt alle wichtigen Bereiche des Geräts, und trägt gleichzeitig nicht zu dick auf, was im Vergleich zu Hüllen anderer Hersteller das dünne und edle Design des Geräts beibehält.

Die Kopfhörer erinnern vom Design leicht an die Apple AirPods. Sie besitzen einen Klinkenanschluss, was auch den mitgelieferten USB-Typ-C auf Klinke erklärt. Ob das eine sinnvolle Entscheidung ist, liegt hier im Auge des Betrachters, da man auch direkt Typ-C Kopfhörer mitliefern hätte können. Man kann allerdings so alle Kopfhörer verwenden, die man eventuell für teures Geld bereits angeschafft hat und sonst nur mit einer Zusatzinvestition weiter nutzen könnte.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Design und Hardware

ZTE hat sich hier für ein Design entschieden, welches durch die Platzierung und Form der Kamera, doch sehr stark an das Samsung Galaxy S20 Ultra erinnert. Trotzdem wurden noch einige schöne Akzente gesetzt, um das Gerät elegant und hochwertig wirken zu lassen. Besonders gut gefällt mir persönlich das matte (laut ZTE) schwarze Glas auf der Rückseite und der sehr dezente Aluminiumrahmen.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Smartphone

Auf der Rückseite befindet sich, wie bereits erwähnt, graues, mattes Glas, welches sehr hochwertig wirkt, angenehm in der Hand liegt und größtenteils vor ungewollten Fingerabdrücken schützt. An den Seiten ist das Glas stark abgerundet, was das doch sehr große Smartphone nicht so plump wirken lässt, wie beispielsweise das iPhone 13 Pro Max. Die Kamera-Position ist sehr gut gewählt und stört bei normaler Gerätenutzung nur sehr selten. Das verhindert auch, dass vor jedem Foto die Kamera gereinigt werden muss, um gute Bilder zu schießen.

Der Rahmen ist aus Aluminium und an den Seiten sehr schmal, was durch die sehr starken Rundungen an der Vorder- und Rückseite kommt. Er steht im Vergleich zum Glas der Rückseite etwas hervor, dies soll vermutlich die Robustheit bei Stürzen erhöhen. Auf der rechten Seite sind der Power-Button und die Lautstärkeregler, diese sind sehr gut platziert und gut erreichbar. An der Oberseite ist nur ein Mikrofon zu finden. An der Unterseite haben wir schließlich den Sim-Tray für 2 Nano-Simkarten, den Typ-C Anschluss, ein weiteres Mikrofon und einen Lautsprecher.

ZTE Axon 30 Ultra in der Hand

Das Display hat ein dezentes Kamera-Cutout, welches im Betrieb selten stört und wirklich schön ins Smartphone-Design integriert ist. Der Telefonlautsprecher an der Oberseite ist so dezent, dass er kaum auffällt. Die Displayränder sind schön symmetrisch und an Ober- und Unterseite erstaunlich klein. Einziges Manko ist, dass die Aluminiumränder zum Teil sehr scharfkantig sind und bei Nutzung ohne Schutzhülle wirklich unangenehm sein können.

Leider hat es ZTE mit diesem Design nicht geschafft eine IP68 Zertifizierung zu bekommen. Das finde ich sehr schade und eigentlich ein Muss für ein Ultra-Phone 2022. Auch wenn man trotz IP68 Zertifizierung nicht unbedingt mit dem Smartphone ins Wasser gehen sollte, ist es trotzdem beruhigend zu wissen, dass man sich keine Gedanken machen muss, sollte doch einmal Flüssigkeit über das Handy laufen, oder es gar ins Wasser fallen.

Was mich während meines Tests noch gestört hat, ist der Haptische Feedback Motor. Dieser nimmt dem Gerät ein wenig vom Premiumgefühl. Beim Schreiben oder Erhalt von Nachrichten ist der Motor vergleichsweise laut und schwingt trotz Reduktion auf die geringste Stufe kurz nach. Zusätzlich deckt die Vibration nicht die komplette Tastatur ab, was dazu führt, dass das linke und rechte Feld nur ein sehr schwaches Feedback geben. Hier hätte man durch wenig Geld viel Steigerung erreichen können. Der Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays ist sehr gut platziert und funktioniert einwandfrei. Einziges Manko hierbei ist, dass es sich um einen optischen Sensor handelt, der bei Dunkelheit logischerweise sehr stark leuchtet und gerade, wenn man im Bett liegt und noch schnell seine Nachrichten kontrollieren möchte, etwas blenden kann. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell und wenn der Daumen gut die Fläche abdeckt, hat man auch damit kein Problem.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Leistung

Wie zu erwarten war, liefert der Snapdragon 888 eine extrem gute Performance. Weder bei Spielen noch bei anderer Nutzung kann man Einbußen feststellen. In Kombination mit dem 12GB Arbeitsspeicher war das allerdings auch zu erwarten. Bei manchen Spielen, wie beispielsweise Call of Duty Mobile, kann es sein, dass das Gerät sehr warm wird, das fällt aber nur bei längerer Nutzung auf und ist ein bekanntes Problem dieses Prozessors.

Ich habe die CPU mit Geekbench 5 einem Benchmarktest unterzogen und habe dort einen Wert von 1102 im Single-Core und 3238 im Multi-Core erreicht. Für alle, die sich unter solchen Werten wenig vorstellen können, das Galaxy S21 Ultra erreicht mit seinem Exynos 2100 bei diesem Test nur 924 Punkte im Single-Core und 3085 Punkte im Multi-Core. Das zeigt, dass das Axon 30 Ultra in diesem Bereich absolut mit den Flaggschiffen der anderen Hersteller mithalten kann und diese sogar zeitweise übertrifft.

Zusätzlich habe ich noch einen 3D Benchmarktest mit 3DMark durchgeführt, und auch dort hat das ZTE Axon 30 Ultra extrem gut abgeschnitten. Mit 5782 Punkten und einer durchschnittlichen Bildwiederholrate von 34,60 liegt das Axon 30 Ultra über 88% aller Testergebnisse der in dieser App getesteten Geräte.

Manche mögen sich jetzt vielleicht die Frage stellen, wofür ein Smartphone so eine Leistung überhaupt benötigt, das ist relativ leicht zu beantworten: In erster Linie natürlich bei Spielen die die CPU stark beanspruchen, aber auch im normalen Gebrauch können Prozessor und Arbeitsspeicher an ihre Grenzen stoßen. Öffnet man beispielsweise mehrere Apps im Multitasking-Modus kann das die Leistung so stark beanspruchen, dass ein flüssiger Betrieb kaum mehr möglich ist. Speziell bei Smartphones mit hoher Bildwiederholrate ist auch ein leistungsstarker Prozessor von Nöten, da wir hier bis zu 144Hz einstellen können, erklärt sich auch warum man sich für den Snapdragon 888 entschieden hat.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Akku & Laden

Das Axon 30 Ultra ist mit einem 4.600mAh Akku ausgestattet. Das ist im Vergleich zwar etwas weniger als seine Konkurrenten, aber kann sich trotzdem sehen lassen. Bei normalem Gebrauch muss man sich keine Gedanken machen, ob sich ein voller Akku für eine gesamte Tagesnutzung ausgeht. Nutzt man das Smartphone aber exzessiv bei eingestellten 144Hz, sollte man eine Powerbank mitführen um sicher zu gehen, dass man durch den Tag kommt. Bei Reduktion auf 60Hz oder im automatischen Modus sollten aber keine Probleme entstehen.

Das mitgelieferte 65W Netzteil, ermöglicht ein wirklich rasches Laden, von unter 45min. Ich persönlich bin aber kein großer Fan des Schnellladens, da das nicht unbedingt förderlich für die Lebensdauer des Akkus ist. Man muss bei täglichem Schnellladen damit rechnen, dass sich die Kapazität eventuell schon nach einem Jahr sehr stark reduziert. Trotzdem ist auch das 65W Schnellladen ein Wert, der einem Ultra Phone absolut gerecht wird.

Was ich mir aber schon von einem Ultra Smartphone erwartet hätte, ist die Möglichkeit von Wireless-Charging. Auch wenn das meist sehr verlustreich abläuft und das Gerät stark erwärmt, ist das für ein Ultra-Phone in meinen Augen ein absolutes Muss. Ich denke, dass sich ZTE hier zwischen Schnellladen und Wireless-Charging entscheiden musste, wodurch ich gut verstehen kann, warum man sich hier dagegen entschieden hat, trotzdem ist das ein kleiner Minuspunkt.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Lautsprecher & Mikrofone

Bei den Lautsprechern macht das ZTE keine Kompromisse. Die Dual Lautsprecher liefern auch bei maximaler Lautstärke einen sehr guten Klang, ohne starkes Rauschen oder Übersteuern. Der Bass ist für ein Smartphone sehr voll und die Höhen werden sehr klar wiedergegeben. Durch DTS:X Ultra kann man zusätzlich noch einiges aus dem Gerät herausholen. Man kann nicht nur das Klangprofil bearbeiten, sondern, wie es manche von anderen Herstellern bereits kennen, ein eigenes Hörprofil anlegen, welches dafür sorgt, dass der Ton an das Gehör des Nutzers angepasst wird. Das ermöglicht sehr guten Klang, selbst wenn man einige Frequenzen nicht mehr so gut wahrnehmen kann.

Die Mikrofone sind für Telefonate oder Videoanrufe gut, aber bei Videoaufnahmen ist der Klang doch ein bisschen unterdurchschnittlich. Da hätte ich mir von einem Ultra Smartphone doch mehr erwartet.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Display

Das Display ist ein AMOLED Display mit einer maximalen Bildwiederholrate von 144Hz und einer FHD+ (2.400×1.080) Auflösung. Die Farben werden sehr natürlich dargestellt und die abgerundeten Displayränder lassen das Display trotz seiner 6,67 Zoll nicht übertrieben groß aussehen. Mit dem Format von 20:9 ist auch die Ausnehmung für die Selfie-Kamera nicht störend bei Videos im 16:9 Format. Natürlich ist hier, wie es sich für ein AMOLED Display gehört, auch ein Always-On-Display verfügbar, welches sich mit einigen Einstellungen auch personalisieren lässt.

ZTE Axon 30 Ultra Test mit eingeschaltetem Display

Ob man 144Hz wirklich benötigt, liegt im Auge des Betrachters, da die meisten Apps nur maximal 120Hz unterstützen. Das kann sich in der Zukunft allerdings schnell ändern. Wirklichen Unterschied merkt man im Vergleich zu 120Hz allerdings nicht, trotzdem ist das ein absolutes Highlight, besonders im Vergleich zu Samsung, welche beim Galaxy S21 Ultra nur Adaptive 120Hz verbaut haben. Beim Axon 30 Ultra lässt sich die Bildwiederholrate je nach Belieben mit 60Hz, 90Hz, 120Hz, 144Hz oder automatisch anpassen. Ratsam ist allerdings die automatische Einstellung beizubehalten, da bei 144Hz der Akku sehr schnell entladen wir und man 144Hz normalerweise nur bei Spielen oder beim schnellen Scrollen in Apps merkt. Die FHD+ Auflösung ist meines Erachtens vollkommen ausreichend, auch wenn bei anderen Smartphones bereits WQHD+ Displays verbaut sind. Man kann bei normalem Gebrauch keine Pixel erkennen.  

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Software

Das Axon 30 Ultra ist mit Android 11 und dem ZTE eigenen MyOs 11 Betriebssystem ausgestattet. Das Ganze gefällt mir persönlich sehr gut, auch wenn der Umstieg von Samsung One-UI doch etwas gedauert hat. Im Dropdown Menü sind einige sehr nützliche Funktionen versteckt, wie beispielsweise die Geteilter-Bildschirm Funktion, welche es ermöglicht, 2 Apps gleichzeitig auf dem Display darzustellen. Für die meisten Android-Nutzer wird das aber nichts Neues sein.

Allgemein wirkt die Software sehr solide, aber doch etwas einfallslos. Besonders im Vergleich zu One-UI hat man sich mit MyOs 11 kaum besondere Funktionen einfallen lassen, die den Alltag oder die Nutzung des Geräts erleichtern. Trotzdem kann man ZTE hier keinen Vorwurf machen. Das Betriebssystem funktioniert ohne jegliche Beeinträchtigungen oder Bugs, ist sehr übersichtlich gestaltet und an manchen Stellen kann man doch Unterschiede zum Standard Android finden.

Vorinstalliert sind hier kaum ZTE eigene Apps, was mir sehr gut gefällt, da manche Hersteller mit eigenem Internetexplorer oder App Store für mich einen Schritt zu weit gehen. Google Dienste sind, wie man von Android zu erwarten hat (Ausnahme Huawei), alle bereits vorinstalliert.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Kamera

Auf die Kameras bei Axon 30 Ultra habe ich mich am meisten gefreut. ZTE wirbt auf seiner Website mit dem ersten Smartphone mit 200 Megapixel Kamera. Das ist etwas irreführend, da das Gerät zwar gesamt über 200 Megapixel verfügt, aber natürlich nicht eine, oder gleich mehrere 200 Megapixel Sensoren verbaut sind. Die Haupt-, Weitwinkel- und 2-fach Zoom Kamera haben jeweils 64 Megapixel und die 5-fach Zoom Kamera noch zusätzliche 8 Megapixel. Alles in allem kommen wir so auf die angegebenen 200 Megapixel.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Kamera Modul mit 4 Linsen

Die Kamerasoftware liefert viele schöne Funktionen, wie beispielsweise eine Multi-Kamera, hier werden mit den drei Hauptsensoren gleichzeitig Fotos gemacht. Ein spezieller Mond Modus, welcher den Mond auf mehr als die doppelte Größe vergrößert, die Fotos wirken aber trotz der enormen Vergrößerung erstaunlich natürlich. Außerdem haben wir einen Makro-Modus, der die 2-fach Zoom Kamera verwendet und schöne Fotos macht, aber nicht an die Makro Fotos des Galaxy S21 Ultra herankommt. Eine vollständige Auflistung der Funktionen mit Beispielfotos würde hier aber den Rahmen sprengen, weshalb ich mich primär auf Fotos im Alltag beschränkt habe.

Die OIS (Optical Image Stabilisation) liefert bei der Haupt- und 5-fach Zoom Kamera eine wirklich gute Arbeit. Auch mit leichter Bewegung wird der Fokus gehalten und sorgt für sehr schöne Bilder. Bei Videoaufnahmen ist das in meinen Augen aber noch ein bisschen zu wenig. Natürlich ist die OIS nicht mit einer Gimbal-Stabilisierung vergleichbar, bei Bewegungen kann das Axon 30 Ultra aber anscheinend den Fokus nicht so gut halten, was zu einem zwar gedämpften, aber trotzdem klar merkbaren Wackeln im Bild führt. Trotzdem ist die OIS in meinen Augen wirklich gelungen.

ZTE Axon 30 Ultra Boot an der Donau

Die Hauptkamera verwendet einen IMX686 Sensor von Sony, der bei natürlichem Licht ausgesprochen gute Fotos macht. Bei schlechteren Lichtbedingungen ist es empfehlenswert, auf den Nachtmodus zu wechseln, da sich dieser leider nicht automatisch einschaltet und der Sensor sonst zu wenig Licht aufnehmen kann. 64 Megapixelfotos sind bei Nacht nicht möglich, da der IMX686 im Nachtmodus Pixel-Binning betreibt, was bedeutet, dass er 4 Pixel zu einem zusammenfasst und so eine geringere Belichtungszeit benötigt.

ZTE Axon 30 Ultra Nachtaufnahme Schuppen

Bei Nachtfotos kann die Hauptkamera trotz Pixel-Binning leider nicht wirklich überzeugen. Die Fotos werden bei etwas Licht, durch beispielsweise Straßenlaternen zwar noch brauchbar, nehmen aber nur noch wenig Details auf. Außerdem entstehen ungewollte Lichteffekte, welche durch die Lichtreflektionen auf der doch sehr großen Glasfläche über den Linsen entstehen. Bei wenig bis keinem Licht kann man auf den Fotos nur sehr wenig erkennen. Das ist zwar enttäuschend, aber selbst die um 500€ teureren Flaggschiffe schwächeln in diesem Bereich oft.

Die Weitwinkelkamera nimmt 120° auf und macht genau wie die Hauptkamera, bei guten Lichtbedingungen sehr gute Bilder, bei Dunkelheit schwächelt aber auch diese. Das Fehlen einer OIS stört hier nicht, da die Objekte weit genug entfernt sind und so eine leichte Bewegung durch eine unruhige Hand nicht auffällt. Ob die 120° Aufnahmewinkel ausreichend sind, ist in meinen Augen Geschmackssache. Natürlich bekommt man hier weniger aufs Bild als bei anderen Geräten, aber dafür entsteht nur wenig Verzerrung im Bild.

Die 2-fach Zoom Kamera schneidet hier im Vergleich ähnlich wie die beiden anderen 64 Megapixel-Sensoren ab. Der einzige, etwas störende Faktor hierbei ist aber, dass keine OIS verbaut ist. Bei Portrait-Aufnahmen fällt das nicht auf, aber da die Kamera doch sehr stark als 2-fach Zoom Kamera ins System integriert ist, können manchmal leicht verwackelte Bilder entstehen. Auch im Makro-Modus ist das leider etwas störend. Ansonsten ist die Kamera aber wirklich gut, macht sehr schöne Bilder und stellt die Farben sehr natürlich dar. Bei Nacht haben wir aber wieder die gleichen Probleme, wie bei den anderen Kameras. Es entstehen brauchbare Bilder, die aber wenig Details darstellen und bei Abnahme des Lichts immer schlechter werden.

Bei der 5-fach Zoom Kamera hat sich ZTE leider nur für 8 Megapixel entschieden, hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Aber auch die 8 Megapixel sind vollkommen ausreichend, solange man bei guten Lichtbedingungen fotografiert. Im Nachtmodus ist diese leider nicht auswählbar. Leider sind aber die Bilder im normalen Modus bei Nacht kaum mehr verwendbar, da die Belichtungszeit viel zu gering ist. Das ist in meinen Augen aber vollkommen vertretbar, da die 5-fach Zoom Kamera in der Nacht eher selten zum Einsatz kommt. Die OIS funktioniert bei diesem Sensor genau wie bei der Hauptkamera sehr gut und es kommt so gut wie nie zu verwackelten Bilder.

ZTE Axon 30 Ultra 5G Test | Fazit

Im Gesamten liefert das ZTE Axon 30 Ultra ein wirklich gutes Gesamtpaket, zu einem vergleichsweise geringen Preis. Besonders die Prozessor-Leistung und das Display haben mich absolut überzeugt. Egal was man mit diesem Gerät tun möchte, alle Apps und Spiele laufen ohne Probleme auf höchsten Einstellungen und die 144Hz gestalten das Ganze sehr flüssig. Das Display liefert zwar mit FHD+ eine etwas geringere Auflösung als die Konkurrenz, aber das ist im Alltag nicht störend. Ob Videos oder Spiele, alles ist scharf und einzelne Pixel sind auch bei näherer Betrachtung nicht erkennbar. Auch die Software macht einen sehr guten Eindruck und man wird hier nicht dazu gedrängt ZTE eigene Apps zu verwenden. Die Akku-Kapazität ist sehr gut und das 65W Fast-Charging funktioniert schnell und ohne viel Wärmeentwicklung. Die Kamera beeindruckt bei guten Lichtbedingungen und schlägt in meinen Augen im 64 Megapixel-Modus sogar das Galaxy S21 Ultra, da man bei diesem Gerät sogar drei 64 Megapixel-Sensoren hat.

Was mich etwas enttäuscht, ist, dass das Axon 30 Ultra leider keine IP68 Zertifizierung hat. Außerdem ist der haptische Feedback Motor für ein Gerät in dieser Preisklasse leider einfach nicht angemessen und gibt beim Tippen nicht das Gefühl, ein Ultra Phone in Händen zu halten. Sehr schade finde ich auch, dass die Nachtaufnahmen, trotz Pixel-Binding, nicht zu 100% überzeugen können. Hier hätte Axon ihre Konkurrenten leicht abhängen können, da alle Ultra-Phones in diesem Bereich ihre Schwächen zeigen.

Trotz des guten Preis/Leistungs-Verhältnisses muss ich an dieser Stelle aber leider sagen, dass das ZTE Axon 30 Ultra in meinen Augen den Namen Ultra nur bedingt verdient hat. Auch wenn dieser Begriff Auslegungssache ist, erwarte ich mir dann doch ein klein wenig mehr. Die Leistung ist absolut Ultra, die Kamera bei Tag ebenfalls und das Display kann man hier auch als Ultra einstufen. Wie aber oben erwähnt gibt es für mich einfach zu viele Punkte, welche ich bei einem Ultra-Gerät nicht erwarte. Trotzdem macht man mit dem ZTE Axon 30 Ultra absolut nichts falsch, da man für vergleichsweise wenig Geld sehr viel Leistung erhält. Wer allerdings viel Wert auf haptisches Feedback oder die IP68 Zertifizierung legt, dem würde ich eher empfehlen doch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen.

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  1. Michael Dittrich

    Sehr ausführlicher Beitrag zum Acon 30 Ultra. Als Besitzer eines solchen Gerätes kann ich nur die kostenlose MotionCam empfehlen, die liefert wesentlich schönere Ergebnisse als die Stock Kamera und macht auch noch RAW/DNG auf allen Modulen möglich, inklusive gute Nachtaufnahmen. Ein besonderes Highlight ist RAW Video im MotionDNG Format.
    Auch ProShot liefert RAW/DNG auf allen Kameramodulen, die Stock Kamera nur bei der Hauptkamera.
    Das angesprochene 2x Modul ist übrigens nur 1.2x (35mm Äquivalent), nur im Pro Modus der Stock Kamera wird künstlich zugeschnitten und hochskaliert.

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