Harmony OS: Neustart für Huawei

Harmony OS Logo

Bis vor etwa 2 Jahren hat Huawei einen rasanten Aufstieg hingelegt: Vom unbekannten Niemand zur beinahen Nummer 1 am Smartphone Markt sind nur wenige Jahre vergangen. Schuld daran war vor allem das gut durchmischte Portfolio: Hohe Qualität zu günstigen Preisen. Und zusätzlich mit der P- und Mate-Serie hochqualitative und vor allem kompetitive Smartphones, die Samsung, Apple und Co. gehörig das Fürchten lehrten. Mit dem US-Beschränkungen wurde dem ein jähes Ende gesetzt. Das hat Huawei allerdings genutzt, um mit dem eigenen Betriebssystem Harmony OS an einer ernsthaften Alternative zu Google und Apple zu arbeiten.

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Harmony OS | die Hintergründe kurz erklärt

Harmony OS ist bereits seit 2016 bei Huawei in Entwicklung. Die große Prominenz, die der chinesische Konzern ihm jetzt einräumt, kommt nicht von ungefähr: Seit dem Jahr 2019, als von der von Donald Trump geführten US-Regierung aufgrund von Spionageverdacht das Handelsverbot eingeführt wurde, darf Huawei nicht mehr mit US-amerikanischen Unternehmen zusammenarbeiten. Das bedeutete das Ende jeglicher Google Services auf Huawei Geräte.

Auch unter dem neuen Präsidenten Joe Biden scheint kein schnelles Ende des Embargos in Sicht. Das heißt also für Nutzerinnen, dass sie bei Huawei Geräten auf Apps wie YouTube, Gmail oder Maps noch länger warten müssen. Außerdem gibt es auch keine Betriebssystemupdates und ähnliches.

Genau dem will Huawei mit Harmony OS entgegenwirken. NutzerInnen von Huawei Geräten werden in den nächsten Monaten wohl Harmony OS als Update auf ihre Smartphones bekommen.

Harmony OS | In Einklang mit der Umgebung

Wo genau sieht Huawei seine Stärken? Ganz im Einklang mit chinesischen Tugenden und wie es der Name schon sagt vor allem auf eines: Harmonie und Ordnung. Und zwar im Sinne von: Friktionsfreie Kommunikation und fließender Übergang von, zu und über mehrere mit Harmony OS ausgestattete Geräten. So hat Huawei nicht ganz unabsichtlich zur Einführung von Harmony OS ein Mate 40 (Smartphone), eine Uhr (Smartwatch) und einen Fernseher (Smart TV) präsentiert.

Harmony OS mehrere Devices wie SmartTV, Smartphone, Tablet, Smartwatch

Ordnung schafft Huawei mit einem schlank aufgestellten Betriebssystem, also einem übersichtlichen Home-Screen, intuitiv aufgebauten Menüs und Widgets. Das Betriebssystem soll im Sinne der Harmonie dann einzelne Geräte (wie oben erwähnt zum Beispiel Smartphone, Uhr und Fernseher) zu einem einzigen „Supergerät“ vereinen: Also fließende Übergänge – Apps, die am Smartphone geöffnet sind werden dann auch am Fernseher angezeigt und können dort fließend bearbeitet werden. Der Vorteil: Große Ersparnisse für App Entwickler, die ihre Anwendungen deutlich einfacher für viele unterschiedliche Gerätetypen entwickeln müssen.

Harmony OS | Apps sind der Schlüssel zur Verbreitung

Genau hier liegt wohl auch der Schlüssel zur schnellen Verbreitung des neuen Betriebssystems: Apps. Schließlich erwarten sich die Nutzer, dass ihre gewohnten Apps auch auf Harmony OS Systemen verfügbar sind.

Kann sich noch wer an Windows Phone erinnern? An sich ein gutes Betriebssystem, allerdings machten Entwickler (warum auch immer) einen weiten Bogen um das Smartphone-OS von Microsoft. Das bedeutete dann auch seinen Tod: Android und iOS waren sogar schon damals in Sachen Apps so übermächtig unterwegs, dass sogar ein Gigant wie Microsoft diesen Abstand nicht aufholen konnte.

Ein ähnliches Schicksal könnte Huawei mit Harmony OS blühen. Um das Ganze noch zu verschärfen, hat Google Huawei erst vor kurzem noch einen Felsbrocken in den Weg gestellt: Android Apps werden zukünftig nicht mehr im APK-Format zur Verfügung gestellt. Die können derzeit nämlich problemlos von Geräten mit Harmony OS geöffnet und verwendet werden. Statt dessen wird es sie nur mehr im Android App Bundle Format geben, im Zuge dessen also nur noch auf „echten“ Android Devices funktionieren. Ein riesiger Stolperstein für Huawei.

Harmony OS | Fazit

Huawei scheint mit seinem neuen Betriebssystem aus der Not eine Tugend gemacht zu haben. Und ganz grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn neue Software-Player am scheinbar unumstößlichen iOS-Android Duett zu rütteln versuchen. Man darf gespannt sein, ob Harmony OS nur ein Lichtblitz am OS-Himmel bleiben, oder sich zu einem Fixstern entwickeln wird.

Seit ein paar Tagen ist Harmony OS übrigens in Österreich verfügbar: Wer als einer der ersten in Österreich eine Huawei Watch 3 kauft, kann Harmony OS schon mal für sich testen!

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