Beliebte Messenger-Apps im Überblick: Vorteile der WhatsApp-Alternativen

Immer wieder geraten die Messenger-Dienste von Facebook, also WhatsApp und der Facebook-Messenger, in die Kritik. Werfen wir einen Blick auf die Vorteile der aktuell beliebtesten WhatsApp-Alternativen.

Smartphone mit Messenger Apps

Die Qual der Wahl

Zugegeben, die Wahl der präferierten Messenger-App passiert nicht immer ganz freiwillig. Der „Gruppenzwang“ funktioniert hier besonders gut und sorgt auch nach wie vor dafür, dass WhatsApp zu den am meisten verwendeten Messenger-Apps gehört, obwohl die Beliebtheit zunehmend sinkt. Doch wenn die meisten Freunde die App installiert haben, ausschließlich darüber kommunizieren und wichtige Gruppenunterhaltungen für Familie, Arbeit oder Uni über WhatsApp abgewickelt werden, hat man oft keine andere Wahl. Und auch wenn WhatsApp viele Vorteile bietet, steht der Dienst immer wieder in der Kritik.

WhatsApp und der Datenschutz

Kürzlich entfachte die Diskussion erneut, als Eigentümer Facebook bekanntgab, gesammelte WhatsApp-Daten in Zukunft noch weitreichender nutzen zu wollen. Hierbei geht es zwar nicht um Chatprotokolle (diese sind verschlüsselt und können nur von den betroffenen Usern gelesen werden), sondern um Informationen über das genutzte Smartphonemodell, Daten wann und wie lange WhatsApp verwendet wird, der Akkustand des Gerätes, die Signalstärke oder die IP-Adresse. Hier geht es also vor allem um die Möglichkeit zur personalisierten Werbung, mit welcher der Konzern Milliarden verdient. Einen kleinen Vorteil gibt’s jedoch: Die in Europa geltende DSGVO und die zwischen Facebook und der EU in der Vergangenheit getroffenen Vereinbarungen hebeln das Facebook-Konzept teilweise aus. Deshalb gibt es für Nutzer in Europa auch eine andere WhatsApp-Version als für den Rest der Welt. Dennoch, es lohnt sich einen Blick auf den Messenger-Markt zu werfen, die Alternativen haben oft äußerst praktische Features.

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Qualitätskriterien

Als absolutes Must-Have-Feature sollte man auf der Suche nach einer WhatsApp-Alternative auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung achten (welche Discord, TikTok oder Snapchat beispielsweise nicht bieten). Das bedeutet, das Chatverläufe beim Absender nach dem Klick auf „Senden“ verschlüsselt hochgeladen, über die Sever zum Adressaten gesendet und erst dort wieder entschlüsselt werden. Der Anbieter hat also keine Möglichkeit mitzulesen. Ebenfalls interessante Fragen, die man sich stellen könnte: Muss ich mich für den Dienst registrieren? Kann ich Gruppen-Chats erstellen? Ist es möglich Nachrichten zurückzurufen? Gibt es auch die Möglichkeit über den PC zu chatten? Diese und weitere Fragen beantworten wir für die einzelnen Anbieter im Detail:

Facebook-Messenger

Gleich vorweg: Wer aus Gründen des Datenschutzes eine Alternative zu WhatsApp sucht, sollte eher nicht zum Facebook-Messenger wechseln. Auch wenn es durchaus praktische Features wie die PC-Kompatibilität oder selbstlöschende Nachrichten gibt, die gesammelten Daten gehen direkt zu Facebook. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nur als Option für einzelne Chats verfügbar, nicht aber bei Gruppenunterhaltungen. Erfasst werden laut Facebook jedenfalls „Inhalte, Kommunikationen und sonstige Informationen“. Das Anlegen eines Nutzerkontos bzw. das Hinterlegen der Telefonnummer ist ebenfalls Pflicht.

Signal

Auch Signal (Download iOS | Android) setzt die Angabe der eigenen Telefonnummer und das Festlegen eines Benutzernamens voraus, um den Dienst nutzen zu können. Wer möchte kann aber auch einfach einen Spitznamen oder gar ein simples Smiley eintragen. Auf Wunsch kann der Zugriff der App auf die Kontaktliste untersagt werden, man muss dann allerdings die Telefonnummern der Chatpartner händisch eintippen. Praktisch: Signal gilt als sehr sichere App, deren Code als Open Source allen zugänglich ist. Sämtliche Kommunikation ist zudem Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Signal ist für iOS und Android verfügbar und kann über einen Desktop-Klienten auch auf dem PC verwendet werden.

Telegram

Telegram (Download iOS | Android)galt lange als potente WhatsApp-Alternative erweist sich bei genauer Betrachtung aber fragwürdig in puncto Datenschutz. Der Dienst steht als Smartphone-App, im Browser und als Programm auf dem PC zur Verfügung. Mittels der Cloud-Synchronisation werden die Chats über die einzelnen Geräte hinweg übertragen und – zumindest zeitweise – am Server gespeichert. Lediglich als „geheim“ betitelte Chats mit einzelnen Personen sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Bei der Registrierung müssen Telefonnummer und Vorname angegeben werden und bei der Kontaktsynchronisation werden außerdem Telefonnummern sowie Vor- und Nachnamen der Kontakte aus dem Telefonbuch gespeichert.  

Threema

Als eine der sichersten Messenger-Apps gilt Threema (Download iOS | Android). Der Haken: Diese Sicherheit hat einen Preis. Als einziger vorgestellter Messenger ist Threema nicht gratis, sondern kostet einmalig knapp 3€. Dafür bekommt man allerdings einige Sicherheitsfeatures: Statt Namen und Telefonnummer wird dem User eine zufällig vergebene ID zugewiesen. Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse werden nur auf Wunsch und jedenfalls verschlüsselt verarbeitet, um Freunde leichter zu finden. In diesem Fall werden die Daten aber nicht dauerhaft gespeichert und anonymisiert abgeglichen. Threema gibt an, die Daten zu keiner Zeit auf einen Datenträger zu schreiben und sofort wieder zu löschen. Weiters: Jede Form der Kommunikation (Textnachrichten, Videos, Bilder, Dokumente und Anrufe) ist immer über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Cloud-Synchronisierung gibt es keine, eine Browser-Version ist vorhanden.

Wire

Wire (Download iOS | Android) ist nicht nur für den privaten, sondern dank Funktionen wie Telefonkonferenzen und Bildschirmübertragungen auch für den beruflichen Gebraucht interessant – ist dann aber auch kostenpflichtig. Beim Erstellen des Kontos muss man einen Namen und die Handynummer oder E-Mail-Adresse angeben. Der Dienst ist auf dem Smartphone sowie auf dem PC (auf insgesamt bis zu acht Geräten gleichzeitig) nutzbar und speichert Nachrichten daher bis zur Zustellung verschlüsselt auf den Servern. Auch die (freiwillige) Kontaktsynchronisation funktioniert über verschlüsselte Telefonnummern aus dem Telefonbuch.

Fazit

Dass bei Facebook Sicherheit und Datenschutz für die User nicht an oberster Stelle stehen, sollte jedem bekannt sein. Die gesammelten Daten werden an Werbetreibende verkauft, um personalisierte Anzeigen zu ermöglichen. Das bringt dem Unternehmen unvorstellbare Summen ein und ärgert immer wieder Datenschützer. Glücklicherweise unterliegt Facebook in der EU der DSGVO und muss sich an geltende Gesetze halten. Inwieweit diese am Ende dann aber tatsächlich befolgt werden, kann in der Realität eigentlich niemand wirklich überprüfen. Wer WhatsApp und dem Facebook-Messenger aus dem Weg gehen will, hat zwar einige Möglichkeiten, fraglich bleibt am Ende aber, ob die ganze Freundesliste mitzieht.

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