Im Test: Das Mittelklasse Smartphone Nokia 8.3

Nokia 8.3 Test

Smartphones von Nokia haben sich in den letzten Jahren einen guten Ruf verpasst: Gute Ausstattung zu einem fairen Preis, solide Bauweise und vor allem die Garantie für schnelle und verlässliche Updates dank Teilnahme am Android One Programm. Mit dem Nokia 8.3 bekommen wir einen soliden Allrounder mit großem Display und guter Kamera. Im Test alles zum neuesten Nokia Smartphone.

Nur bei A1: Top Smartphones um € 0,-!

Nokia 8.3 Test | Design

Kaum jemand, der sich nicht an das legendäre Nokia 3310 erinnern kann. Diesem und vielen anderen Modellen dieser Zeit hat man vor allem das Attribut unzerstörbar zugeschrieben. Warum ich das schreibe? – Das Nokia 8.3 macht auf mich einen ganz ähnlichen Eindruck. Es kommt daher wie eine Wucht: Sehr groß und vor allem für ein Smartphone ungewöhnlich schwer.

Nokia 8.3 Smartphone in der Hand

Es ist sogar etwas größer als das ohnedies nicht gerade kleine Galaxy S21 Ultra und bringt satte 220 Gramm auf die Waage. Für ein Smartphone ist das schon recht ordentlich, entsprechend satt fühlt es sich in der Hand an. Somit ist klar, dass es eher etwas für größere Hände ist. Durch die abgerundeten Kanten schmiegt es sich trotzdem gut an die Handfläche an.

Nokia 8.3 Smartphone Rückseite

Das hohe Gewicht resultiert aus den verwendeten Materialien: Es kommt bis auf den Rahmen nur Glas zum Einsatz. Das sieht extrem schön aus und fühlt sich auch so an, nur macht es das Smartphone auch ziemlich glatt. Ein Cover empfehle ich also ausdrücklich. So ist es auch vor Stürzen besser geschützt. Ein IP-Rating gibt es beim Nokia 8.3 leider nicht.

Die Rückseite mit dem leicht herausragenden, runden Kameramodul sieht top aus: Die Farbgebung samt dem Verlauf von der Mitte zu den Seiten hin wirkt sehr modern. Am Kameramodul selbst prangt wie immer der Zeiss-Schriftzug, die 4 Kameraugen sind schön symetrisch darin untergebracht.

Nokia 8.3 Anschlüsse Kopfhörer

Am Nokia 8.3 gibt es noch mehr, das es sonst bei immer weniger Smartphones gibt: Zum Beispiel eine 3,5 mm Klinke – eine unerwartete Überraschung in Zeiten, wo solche Anschlüsse fast schon als altmodisch gelten. Zusätzlich gibt es einen dezidierten Google Assistant Button, einen kapazitiven Fingerabdrucksensor , die Lautstärkewippe und einen SD-Kartenslot. Also so ziemlich alles, was man sich auch für viele andere Modelle wünschen würde.

Nokia 8.3 | Display

Ein so großes Smartphone wie das Nokia 8.3 verfügt natürlich über ein entsprechend großes Display. Es misst in der Diagonale 6,81 Zoll bei 1.080 x 2.400 Pixel – macht also 386 Pixel/Zoll und liefert somit eine knackscharfe Darstellung. Als Technologie kommt IPS-LCD zum Einsatz – Farben wirken also sehr natürlich und ausgewogen. Der Bildschirmstil (also eher kalte oder eher warme Farben) kann natürlich nach Belieben eingestellt werden.

Wirklich randlos ist das Nokia 8.3 trotz des großen Bildschirms allerdings nicht: Unterhalb des Panels ist sogar Platz für das NOKIA Logo. Grundsätzlich stören die für heutige Verhältnisse recht dicken Ränder nicht unbedingt, im Vergleich zu anderen Modellen wirkt es eventuell etwas altmodisch. FullHD Inhalte auf YouTube beispielsweise wirken dennoch gut, da stört wenn das kleine Punch-Hole in der linken, oberen Ecke mehr als die dicken Ränder.

Einen im Display untergebrachten Fingerabdrucksensor gibt es nicht, das Smartphone wird über den kapazitiven Sensor an der rechten Kante entsperrt. Das funktioniert recht flott und zuverlässig!

Nokia 8.3 Test | Ausstattung

Das Nokia 8.3 kommt mit einer gehobenen Mittelklasse-Ausstattung: Im Inneren werkt ein Qualcomm Snapdragon 765G SoC, unterstützt von 6 GB Arbeitsspeicher. Somit gibt es kaum etwas, das auf dem Smartphone nicht flüssig läuft. Natürlich fühlt sich ein Samsung Galaxy S21 um einen Tick schneller an, im Alltag gehen aber App-Wechsel und alle anderen Dinge ausreichend schnell und flüssig.

Das Nokia 8.3 ist eines der günstigeren 5G Smartphones auf dem Markt – gepaart mit einem entsprechenden Tarif sind mobil also sehr hohe Übertragungsraten möglich. Intern stehen 128 GB Speicher zur Verfügung. Wer will, kann ihn via MicroSD Karte um bis zu 512 GB erweitern.

Der Sound beim Nokia 8.3 kommt ausschließlich aus am unteren Rahmen aufgefrästen Schlitzen – es handelt sich also um Mono Sound. Der klingt ausreichend satt und laut, was wohl vor allem an der massiven Bauweise des Smartphones liegt. Im Unterschied zu vielen, vielen anderen Modellen gibt es aber auch eine 3.5 mm Klinke – konventionelle Kopfhörer können also ohne weiteres angeschlossen werden. Fast schon ein Unikum in heutigen Zeiten und großer Grund zur Freude.

An der linken Seite gibt es einen dezidierten Google Assistant Button – der kann (leider) nicht mit einer anderen Aktion belegt werden. Für alle, die den smarten Assistenten nutzen kann das aber durchaus ein Vorteil sein.

Nokia 8.3 Test | Software

So wie alle Nokia Smartphones der vergangenen Jahre kommt auch das 8.3 mit Android One Support. Soll heißen: So gut wie pures Android samt Update-Garantie. Android-OS Updates für die nächsten 2 Jahren kommen also ganz sicher rasch auf das Smartphone, für Sicherheitsupdates gibt es sogar eine 3-Jahresgarantie. Das ist immer noch weniger als bei Apple, dafür deutlich mehr als bei so manchem anderen Hersteller.

Android One bedeutet auch keinerlei Bloatware, die am Smartphone vorinstalliert ist. Die einzige Anpassung von Nokia liegt bei der Kamera-App – die wurde leicht adaptiert, um besser an die Möglichkeiten der Hardware angepasst zu sein.

Nokia 8.3 Test | Kamera

Das Kamera-Setup am Nokia 8.3 würde ich nicht gerade als außergewöhnlich bezeichnen: Die Hauptlinse bietet 64 MP bei ƒ/1,9, daneben gibt es eine Weitwinkelkamera (12 MP, ƒ/2,2), eine Makrolinse (2 MP) und einen ToF Sensor.

Bei der Hauptlinse kommt Pixel Binning zum Einsatz – aus 64 Megapixel werden dann 16 Megapixel. Das soll mehr Ausbeute bei schwierigen Bedingungen ermöglichen. Über einen Autofokus verfügt übrigens nur die Hauptlinse: Sowohl die Weitwinkel-, also auch die Makrokamera müssen ohne auskommen. Letztere ist gar nicht mal so übel, wiewohl es in den meisten Fällen besser ist mit der Hauptkamera Nahaufnahmen zu machen und diese dann bei Bedarf digital zu vergrößern.

Nokia 8.3 Foto Praterstern Wien

Die Hauptlinse kommt sehr gut mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurecht – bei vielen Smartphones wäre bei den helleren Bereichen der Kontrast deutlich niedriger. Hier wirkt aber alles klar erkennbar, scharf und ausgewogen belichtet – ein gutes Abbild der Realität eben.

Nokia 8.3 Kamera Ultraweitwinkel Objektiv Praterstern Wien

Ein ähnlich gutes Ergebnis bietet die Weitwinkellinse – am Himmel sind klare Wolkenstrukturen zu sehen. Dass ein Smartphone es schafft solche Details einzufangen, ist nicht ganz selbstverständlich; oft fehlt in diesen Bereichen der Kontrast, um Unterschiede in den Strukturen erkennen zu können.

Selbst ohne Nachtmodus schlägt sich die Weitwinkelkamera zu später Stunde überraschend gut. Es lohnt sich dennoch, den dezidierten Modus zu aktivieren und etwas längere Belichtungszeiten in Anspruch zu nehmen: Im Nachtmodus geschossene Aufnahmen sind vor allem klarer und schärfer – gut zu erkennen am Schriftzug auf dem Sonnenschirm. Auch feine Details kommen besser zur Geltung, zum Beispiel die Strukturen jedes einzelnen Pflastersteins, die ohne Nachtmodus sehr gleichförmig wirken.

Auch bei der Hauptkamera lohnt sich der Nachtmodus definitiv. Meiner Meinung nach sind die Aufnahmen der UWW-Linse aber in vielerlei Hinsicht besser: Selbst im Nachtmodus ist bei der Hauptkamera recht deutliches Rauschen samt einem extremen Rotstich erkennbar. Die Bildverarbeitung macht da bei der UWW-Linse einen deutlich besseren Job.

Im Großen und Ganzen kann man mit der Kamera dennoch zufrieden sein. Vor allem bei Tag sind Aufnahmen möglich, die sich mit anderen Smartphones in diesem Preissegment durchaus messen können.

Nokia 8.3 Test | Akku

Das Nokia 8.3 kann vor allem eines gut: Lange durchhalten. Dank des 4.500 mAh starken Akkus, gepaart mit dem effizienten und sparsamen Prozessor und dem IPS-LCD Display geht einem nicht so schnell die Energie aus. Selbst bei intensiver Nutzung kommt man gut durch den Tag, das Smartphone sollte auch auf längeren Wanderungen (mit Übernachtung) durchhalten.

Nokia 8.3 Test | Fazit

Das Nokia 8.3 ist das offizielle James Bond Smartphone – ob 007 damit tatsächlich zufrieden wäre? Display, Leistung und Akku wissen auf jeden Fall zu überzeugen, bei der Kamera wäre ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Makroaufnahmen von Mikrofilmen, also alltägliche Situationen eines Durchschnittstags eines Geheimagenten, gehen damit nämlich nicht allzu gut. Auch Spionageaufnahmen von weit entfernten Objekten sollte man damit eher lassen, eine Tele-Linse hat es nämlich nicht auf das Smartphone geschafft. Immerhin kann man die geschossenen Aufnahmen sehr schnell via 5G versenden.

Nokia 8.3 Wertung Fazit

Für einen Oberklasse-Allrounder kann das Nokia 8.3 leider zu wenig. Wer auf ein Telekamera und die IP 68 Zertifizierung verzichten kann, wird damit trotzdem gut bedient sein. Immerhin bringt einige Dinge mit, die nicht mehr selbstverständlich sind: Einen SD Kartenslot, eine 3,5 mm Klinke oder den Android-Assistant Button. Der Agent im Auftrag Ihrer Majestät würde aber wohl zu einem anderen Handy greifen.

Das könnte dich auch interessieren:

Gib deine Meinung ab:

  • Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Loading Facebook Comments ...