Groß und gut: Das iPhone 12 Pro Max im Test

Das iPhone 12 Pro Max steht nicht nur für maximale Größe und maximales Gewicht. Es steht für das kompletteste iPhone Modell, das es je gab. Dazu zählen: Die neuartige Triple-Kamera mit Sensor Shift, der schnellste Prozessor, der LiDAR Sensor, der stärkste Akku und natürlich auch der MagSafe Support. Alleine wegen der Kamera wird es wohl viele Anhänger finden, im Test sehen wir uns an, ob das iPhone 12 Pro Max wirklich alle Erwartungen erfüllen kann.

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iPhone 12 Pro Max Test | das neue, alte Design

Ohne Zweifel: Auch das neue iPhone 12 ist schön. Es wirkt zeitlos und modern – und das, obwohl Apple für die neue Serie das altbekannte iPhone 5 Design aus der Mottenkiste geholt hat. Man könnte es auch klassisch nennen. In jedem Fall sieht man, wo gute Design Sprache zu finden ist: Während andere Hersteller wie Samsung mit dem Z Flip/Z Fold oder LG mit dem Wing 5G sich auch einmal trauen, komplett andere Wege einzuschlagen, bleibt Apple sich selbst treu.

Es gibt auch kaum einen Grund, Neues zu liefern: Apple User haben sich mittlerweile an die immer noch sehr große Notch gewöhnt. Zusätzlich ist es heute modern, sich auf vergangene Tugenden zu besinnen. Und ganz ehrlich: Neben einem iPhone 11 oder XS sieht das iPhone 12 einfach besser aus. Klare Linien und Konturen, der industrial Look als Ganzes, verleihen dem iPhone 12 Pro Max ein unwiderstehliches Aussehen.

Dieser industrielle Look findet sich auch in den verwendeten Materialien: Anstatt weichem und kratzeranfälligen Aluminium haben wir es beim Rahmen mit rostfreiem Stahl zu tun – unterbrochen nur von den neuartig angeordneten 5G-Antennen. Darin eingefasst sind das Display und die verglaste Rückseite – wie immer nur mit dem Apple-Logo und der recht prominent hervorstehenden Kamera. Dank IP 68 Zertifizierung übersteht das iPhone 12 Pro Max auch Tauchgänge und andere Widrigkeiten, der harte Look setzt sich also auch in der Haptik fort.

Schon ziemlich groß: Das iPhone 12 Pro Max vs. iPhone 12

Die Bedienung mit nur einer Hand ist beim iPhone 12 Pro Max fast unmöglich. Trotz der scharfen Kanten liegt es aber sehr gut in der Hand. Und wirkt dort wegen des hohen Gewichts auch sehr wertig. Die Anschlüsse und Schalter am iPhone 12 Pro Max sind ähnlich jenen in den vergangenen Jahren – anstatt USB-C gibt es immer noch Lightning; im Lieferumfang enthalten ist ein entsprechendes Kabel. Wiewohl ohne Netzadapter – den hat man entweder schon zu Hause oder muss ihn sich bei Apple bestellen. Ersteres wird nur auf die wenigsten zutreffen: Es handelt sich um ein Lightning <> USB-C Kabel, so eines haben in der Regel nur iPhone 11 Besitzer. Die meisten werden sich wohl eines kaufen müssen.

Apple begründet das mit dem Umweltschutz. Ein Schelm, wer Böses denkt: Besser wäre es wohl doch, sich generell nur alle 4-5 Jahre ein neues Smartphone zu holen. Da wirkt das Auslassen des Netzkabels nur wie ein Tropfen auf heißen Stein.

iPhone 12 Pro Max Test | Display

Einer der Vorzüge des Pro Max Modells ist ganz klar das Display. Es ist mit 6,7 Zoll nicht nur das größte, das es jemals bei Apple iPhones gab. Mit 1.284 x 2.778 Pixel (= 458 Pixel/Zoll) ist es auch extrem hoch aufgelöst. Zusammen mit der TrueTone Technologie, die die Farbwerte auf das Umgebungslicht in Echtzeit anpasst, ist es ein richtiges Vergnügen auf das Display zu schauen.

Getrübt wird das höchstens durch die immer noch recht prominent wirkende Notch – sie wirkt im Vergleich zu den anderen iPhone Modellen jedoch etwas kleiner. Dort untergebracht sind nach wie vor alle Sensoren für FaceID – der bis heute sichersten Methode zur Smartphone-Entsperrung. Wobei es in Zeiten von Corona und Mundschutz schön gewesen wäre, zusätzlich Touch ID – also einen zum Beispiel im Display untergebrachten Fingerabdrucksensor – zu haben.

Geschützt wird das Display durch das neuartige Ceramic Shield: Dem Glas wurden Keramikpartikel beigemischt, was laut Apple eine vielfach höhere Resistenz gegen Brüche bewirken soll. Kratzer verträgt es jedoch genauso gut wie klassisches Gorilla Glas, soll heißen: Ceramic Shield wirkt zwar gegen Stürze, Kratzer werden sich im Lauf der Zeit dennoch häufen.

Der einzige Wehrmutstropfen ist der fehlende 120 Hz Support: Aktuelle Flaggschiffe vor allem von Samsung kommen mit erhöhter Bildwiederholrate – das sorgt rein optisch für extrem flüssige und weiche Animationen vor allem beim Scrollen. Dieses Update hat sich Apple wohl fürs nächste Jahr aufgehoben.

iPhone 12 Pro Max Test | Software

Das iPhone 12 Pro Max kommt so wie alle anderen iPhones mit iOS 14. Und das bringt einige Neuerungen mit: Neben anpassbaren Widgets und Icons die App Library, bessere Karten und viele andere Änderungen. iOS 14 haben wir uns am Blog bereits sehr detailliert angesehen – mehr zu dem Thema und viele Tipps & Tricks gibt es hier.

iPhone 12 Pro Max Test | Ausstattung

Wer ein schnelles Smartphone möchte, nimmt sich das iPhone – egal welches der iPhone 12 Reihe, sie alle sind mit dem Apple A14 SoC ausgestattet, der erstmals im 5nm Verfahren gefertigt und unglaubliche 11,8 Milliarden Transistoren beherbergt – das sind 40 Prozent mehr als beim Vorgänger Bionic A13. Weitere beeindruckende Zahlen:

  • Der Apple 14 hat 6 Kerne – 2 Power Kerne mit 3,1 Ghz und 4 Effizienzkerne bei 1,8 Ghz, die aber bei Bedarf auf 3,1 GHz getaktet werden können
  • Die neue 16-Kern NPU (Neural Processing Unit) ermöglicht gegenüber dem iPhone 11 eine Steigerung der Leistung über 70 Prozent.
  • Der Apple Bionic A14 kommt mit einem 5G Modem – daher sind alle iPhone 12 Modelle 5G-fähig.

Allein durch die schiere Power des A14 Bionic Chips werden Dinge wie Smart HDR 3, Deep Fusion, Nachtmodus oder Dolby Vision Aufnahme erst möglich – und sorgen noch lange nicht für die volle Auslastung des Chips. Wie noch bei jedem anderen iPhone ist Apple hier also großartiges gelungen, die perfekte Abstimmung von iOS 14 und iPhone schnüren ein in der Android-Welt unerreichtes Kraftpaket.

iPhone 12 Pro Max Test | LiDAR

Die iPhone 12 Pro Reihe kommt erstmals mit einem LiDAR Sensor (Light Detection and Ranging) – bekannt bereits vom Apple iPad Pro. Mit ihm ist es möglich, dass sich das iPhone ein besseres Bild von seiner Umgebung macht. Via Laser und dezidiertem Sensor wird also zum Beispiel ein 3D Objekt vermessen, das man dann wo immer man will einfügen kann. Zum Beispiel über die altbekannte IKEA App, die es erlaubt virtuelle Möbel in seinem Wohnzimmer zu plazieren. Und es funktioniert jetzt eindeutig besser, via Messen App Distanzen zu erfassen. Kompatible Apps und vor allem Spiele im AR-Bereich sollten also in Zukunft um einiges besser funktionieren.

Die Messen App funktioniert dank LiDAR Sensor jetzt genauer

So nebenbei hilft der LiDAR Sensor auch bei der Fotografie: Da der Sensor unabhängig von den Lichtverhältnissen immer gleich gute Ergebnisse liefert, funktionieren Low-Light Portraits samt Tiefenschärfe genauso gut wie bei Tag. Schlussendlich hilft er auch dem Autofokus – der ist bei Nacht genauso treffsicher wie bei Tag.

iPhone 12 Pro Max Test | Akku

Für die nötige Energie sorgt ein 3.678 mAh Akku – um eine Spur weniger Kapazität als am iPhone 11 Pro Max. Allerdings scheinen Soft- und Hardware perfekt aufeinander abgestimmt, in jedem Fall kommt man sehr gut durch den Tag. Das iPhone 12 Pro Max kann kabellos mit 15 Watt geladen werden – allerdings nur mit dem Apples neuem MagSafe Charger, der magnetisch an der Rückseite des iPhones haftet. Apropos MagSafe: Das neue (altbekannte) Feature erlaubt es, Zubehör wie Cover magnetisch ans iPhone anzudocken.

iPhone 12 Pro Max Test | Sound

Das iPhone 12 Pro Max bietet Stereo Sound – Musik strömt also aus dem Lautsprecher an der unteren Kante und aus der Hörmuschel obverhalb vom Display. Der Output klingt gut – vor allem ziemlich Laut und satt für Smartphone Verhältnisse. Eine echte Weiterentwicklung zum iPhone 11 Pro Max gibt es hier aber nicht, man hat sich sozusagen auf sehr hohem Niveau eingependelt. In der Regel hört man via Smartphone allerdings ohnedies via Kopfhörer Musik, insofern spielt die Soundperformance keine allzu große Rolle.

iPhone 12 Pro Max Test | Kamera

Neben dem größeren Display und dem stärkeren Akku unterscheidet sich das iPhone 12 Pro Max vor allem in einem Punkt von der gesamten iPhone 12 Reihe: Der Kamera. Das beginnt schon bei der Optik: Beim iPhone 12 Pro Max ragt die Triple-Cam um einen Tick weiter aus der Rückseite heraus als bei den anderen Modellen. Wirklich frischer Wind schlägt einem aber vor allem bei genauerer Betrachtung entgegen:

Die Hauptkamera (12 Megapixel bei ƒ/1.6) hat die meisten Upgrades bekommen: Der Sensor ist jetzt 47 Prozent größer als beim iPhone 11 Pro/iPhone 12 Pro – mit einer Pixelgröße von 1.7µm kann sie nun besser mit Low-Light Situationen umgehen. Die Linse an sich ist nicht bildstabilisert – stattdessen gibt es erstmals bei einem Smartphone die Stabiliserung via Sensor Shift.

Quelle: prnewswire.com

Den klassischen OIS kennt man mittlerweile schon von Mittelklasse-Smartphones: Er dient dazu, das Wackeln der Kamera zu minimieren. Das funktioniert so: Ein Gyroskop erkennt, in welche Richtung sich das Smartphone bewegt und passt die Kameraposition entsprechend an. Bei einer leichten Handbewegung nach rechts wandert die Kameralinse dank OIS also etwas nach links. Sehr nützlich ist das bei schlechtem Licht, denn in so einem Fall muss das Objektiv länger geöffnet bleiben.

Sensor Shift dürfte sich bezahlt machen: Die linke Aufnahme mit dem iPhone 12 Pro Max wirkt im Vergleich zu jener rechts mit dem iPhone 12 ruhiger

Sensor Shift dagegen setzt woanders an: Wie der Name schon sagt, direkt am Sensor. Beim iPhone 12 Pro Max bewegt sich also der Kamera-Chip, um Bewegungen auszugleichen (die Daten dafür werden in Echtzeit errechnet – kein Problem für den neuen A14-Bionic Chip). Die Vorteile: Sensoren sind physisch leichter als Linsen, insofern können Anpassungen schneller und präziser vorgenommen werden – laut Apple anstatt etwa 1000 mal/Sekunde beim klassischen OIS arbeitet Sensor Shift mit 5000 Anpassungen/Sekunde.

Die unterschiedlichen Brennweiten vom iPhone 12 Pro Max im Vergleich

Wie immer beim iPhone sind alle drei Kameras perfekt aufeinander abgestimmt: Insofern sehen Aufnahmen vom selben Motiv farblich immer gleich aus – extrem hilfreich und bei sonst kaum einem Hersteller machbar.

Die Ultraweitwinkelkamera kommt mit weniger Neuerungen: Es handelt sich um exakt dieselbe Linse, die bei allen anderen iPhone 12 Modellen verbaut ist. Bei einer Brennweite von 13mm und einer Blende von ƒ/2.4 löst sie iPhone typisch mit 12 Megapixel aus. Sie kommt ohne Stabiliserung und unterstützt wie die Hauptkamera den Nachtmodus.

Eine Verbesserung gibt es bei der Tele-Linse: Sie bietet dank 65mm Brennweite optischen 2.5-fach Zoom und wird klassisch via OIS stabilisiert. Die Auflösung beträgt 12 Megapixel bei ƒ/2.2 – sie kommt mit Autofokus, unterstützt aber keinen Nachtmodus.

Alle Kameras unterstützen Videos mit max. 4K/60 Frames/Sekunde samt Dolby Vision HDR Aufnahme (das ist so ziemlich dasselbe wie HDR10+).

Der angesprochene Nachtmodus aktiviert sich bei schlechten Lichtbedingungen automatisch – wenn aktiv, schlägt er die optimale Belichtungszeit vor. Die liegt in der Regel zwischen 1 und 2 Sekunden, kann im Extremfall aber auch bis zu 10 Sekunden betragen. Wer Fotos ohne Nachtmodus aufnehmen möchte, kann ihn einfach via Tap deaktivieren. Wie schon oben gesagt wird er nur von der Haupt- und Weitwinkellinse unterstützt, für Tele-Aufnahmen gibt es ihn nicht. Das bedeutet auch: Wenn die Lichtverhältnisse sehr schlecht sind, werden Fotos nicht mit der Tele-Kamera, sondern mit der Hauptkamera gemacht und digital vergrößert. Darunter leiden dann natürlich Schärfe und Details. Ob die Zoom-Aufnahme mit Haupt- oder Telekamera gemacht wird merkt man daran, ob das Nachtmodus Icon eingeblendet wird: Ist das der Fall, wird die Aufnahme mit der Hauptkamera gemacht.

Eine weitere iPhone-spezifische Art der Aufnahmenoptimierung ist Deep Fusion, das wir schon vom iPhone 11 bzw. iOS 13 kennen. Angetrieben durch den A14 Bionic samt NPU und maschinellem Lernen, verarbeitet Deep Fusion jedes Foto Pixel für Pixel, um Details und Rauschverhalten jedes Fotos zu verbessern. Als Anwender bekommt man davon – dank der immensen Power des A14 Bionic – nichts mit. Das Feature kann auch nicht aktiviert oder deaktiviert werden, sondern kommt immer dann zu tragen, wenn die Lichtsituation schlecht ist und via Smart HDR oder Nachtmodus nicht verbessert werden kann.

iPhone 12 Pro Max Test | Fazit

Das iPhone 12 Pro Max ist aktuell eines der mächtigsten Smartphones am Markt – und das aktuell stärkste und größte von Apple. Es vereint all die Erfahrung aus über 10 Jahren iPhone in einem Gerät – eingepackt in ein wertiges, optisch extrem ansprechendes und leicht nostalgisches Design.

Doch auch dieses Smartphone ist nicht perfekt: Zunächst einmal fehlen das Netzgerät und die Kopfhörer. Das Display ist an und für sich zwar von sehr hoher Qualität, dennoch fehlt die im Jahr 2020 bei Flaggschiffen eigentlich obligatorische hohe Bildwiederholrate von 120 Hz. Und bei der neuen Kamera sehe ich persönlich bis auf die bessere Stabiliserung kaum Fortschritte gegenüber jener vom iPhone 11 Pro Max.

Interessanterweise wird das aber kaum den Erfolg vom iPhone 12 Pro Max schmälern: Apple ist bisher immer gut gefahren, nicht bei jedem Trend sofort dabei zu sein und sich lieber etwas zurück zu halten. Bei den Kunden dürfte das gut ankommen, die Verkaufszahlen vom neuen Modell sprechen eine eindeutige Sprache.

Und die Konsumenten werden bestimmt ihre Freude mit dem iPhone 12 Pro Max haben. Abgesehen von den oben angesprochenen Punkten ist es ein grandioses Smartphone, das so ziemlich alle Erwartungen erfüllen wird. Bloß: Es hätte vielleicht doch etwas mehr sein können.

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