LG Velvet im Test: Großes Display mit reifer Leistung

Das LG Velvet ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Bruch des koreanischen Konzerns mit seiner Vergangenheit: Einerseits lässt man die komplizierten Modellbezeichnungen (LG G8, G8s, G8X etc..) hinter sich und gibt seinen Oberklasse-Modellen richtige Namen. Andererseits ist es das erste LG Smartphone mit zu den Kanten hin gewölbten Display, wie wir es von Samsung oder Huawei kennen. Und es lässt sich mit dem entsprechend Zubehör als Dual-Screen Smartphone verwenden. Im Test alles zum neuen LG Velvet – gut aufpassen, denn am Ende des Artikel könnt ihr unser Testmodell gewinnen!

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Design | Display | Ausstattung | Kamera | Akku | Fazit | Gewinnen

LG Velvet Test | Design

Das LG Velvet unterscheidet sich grundsätzlich einmal nicht von anderen Oberklasse Smartphones – soll heißen: Die Materialien sind edel, es kommen vor allem Glas und Metall zum Einsatz. Das bedeutet zwar einen extrem ansprechenden Look, heißt aber auch, dass man es vor Stürzen via Cover schützen sollte. Das hat so nebenbei auch noch den Vorteil, dass weniger Tapser zu sehen sind und es nicht so leicht aus der Hand rutscht.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Ähnlich wie Huawei und Samsung verpasst LG dem Velvet ein zu den Kanten hin gewölbtes Display – das verleiht dem Smartphone definitiv einen randlosen und modernen Look. Das geschwungene Display ist beim Velvet übrigens eine Premiere für LG und für den Anfang durchaus gelungen: Es ist gerade so gekrümmt, dass kaum Fehleingaben durch die Haltung passieren, die Verarbeitung zum Rahmen hin ist tadellos.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Ein großes Plus bekommt LG außerdem für die Zertifizierung: Es verfügt über ein IP 68 Rating, Wasser und Staub machen ihm also nicht viel aus. Es ist darüber hinaus sogar MIL-STD-810G geprüft – wiewohl natürlich nur eingeschränkt, ein Smartphone aus Glas verträgt Stürze auf den Boden nur eingeschränkt.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Entgegen dem Trend gibt es am LG Velvet sogar einen 3,5 mm Klinkenanschluss – Musikafficionados können also aufatmen. Das Smartphone klingt aber auch ohne Kopfhörer gut: Es verfügt über Stereo Sound, die Lautstärke kann ziemlich hoch gedreht werden und für ein Smartphone klingt es ordentlich satt. Subjektiv besser als bei den meisten Samsung Modellen.

A1/Wolfgang Hammer

Zu guter Letzt gibt es auf dem Smartphone in der Mitte der linken Kante einen dezidierten Google Assistant Button. Der kann zwar grundsätzlich deaktiviert werden, um unabsichtliches Öffnen zu vermeiden. Allerdings kann der Button nicht mit einer anderen Funktion belegt werden, was doch einigermaßen Schade ist.

LG Velvet Test | Display

Das LG Velvet wirkt ziemlich in die Länge gezogen – geschuldet ist das dem eher ungewöhnlichen Seitenverhältnis 20,5:9. An das ungewöhnliche Format gewöhnt man sich mit der Zeit – es hat den Vorteil, dass entsprechender (Kino)Content am Smartphone im Vollbild ohne Balken wiedergegeben werden können.

A1/Wolfgang Hammer

An der Qualität gibt es kaum etwas auszusetzen: Dank OLED wirken Farben klar und lebendig, Dank der hohen Auflösung (1.080 x 2.460 Pixel = 395 Pixel/Zoll) ist alles scharf und gut zu erkennen. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 60 Hz – LG springt also nicht so wie Huawei mit dem P40 Pro oder Samsung mit der Galaxy S20 Reihe auf den 90 bzw. 120 Hz Zug auf. Mehr Hertz bedeuten ein flüssigeres Erlebnis – wer das einmal erlebt hat, will so schnell nicht mehr zu konventionellen Displays zurück.  

Ganz so randlos wie die Kollegen von Huawei und Samsung wirkt das LG Velvet übrigens nicht: Oben und unten gibt es erkennbare Ränder, leider wird auch die Wölbung nicht ganz von Display eingenommen. Immerhin gibt es statt eines Punch-Holes für die Frontkamera nur eine kleine Waterdrop Notch – für Benachrichtigungen ist am oberen Displayrand also mehr als genug Platz. Eine Benachrichtigungs-LED gibt es leider nicht.

So wie auch das LG G8X lässt sich das Velvet mit dem passenden Zubehör in ein Dual Screen Smartphone verwandeln. Wie das genau funktioniert und ob das überhaupt Sinn macht, kannst du hier nachlesen.

LG Velvet Test | Ausstattung und Software

Das LG Velvet ist ein überdurchschnittlich schnelles Smartphone – mithilfe des Qualcomm SDM765 Snapdragon 765G SoC kommt es auf eine Leistung vergleichbar mit dem Samsung Galaxy A51. Auf die Spitzenklasse fehlt in synthetischen Benchmark Tests doch so einiges, andere High-End Modelle wie das Galaxy S20, das Huawei P40 Pro oder natürlich auch das Apple iPhone 11 liegen relativ deutlich darüber. Wobei Benchmarks die eine Seite sind, die Performance im Alltag die andere.

Und die lässt kaum Wünsche offen: Mit dem LG Velvet kann man gut arbeiten, dank ausreichend Arbeitsspeicher (8 GB) gehen App Wechsel flott von der Hand und lassen sich auch alle anderen Dinge des täglichen Smartphone-Leben gut handhaben. Der interne Speicher beträgt 128 GB, wer mehr braucht kann ihn via Micro-SD jederzeit erweitern.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Das LG Velvet kann nicht via Gesichtserkennung entsperrt werden – die einzig biometrische Möglichkeit bietet der im Display untergebrachte Fingerabdrucksensor. Und der arbeitet zwar relativ akkurat (und wird mit der Zeit genauer), die Entsperrung dauert aber spürbar länger als bei vielen anderen Smartphones mit ähnlicher Methode. Nicht falsch verstehen: Lange ist hier relativ – im direkten Vergleich fällt es einfach auf, für sich genommen wird jeder damit leben können.

Das LG Velvet ist auch was Daten betrifft zukunftssicher ausgestattet: Neben Dual Band WLAN (802.11 a/b/g/n/ac) unterstützt es auch die aktuell neueste Mobilfunkgeneration 5G.

Als Betriebssystem kommt Android 10 mit der hauseigenen Modifikation LG UX zum Einsatz. Die wirkt recht aufgeräumt und verschachtelt sich nicht unnötig in unendlichen Menüs. So gut wie jedes Detail am Smartphone kann angepasst werden, große Ausnahme ist (leider) wie oben gesagt der dezidierte Google Assistant Button. Die Navigation am Gerät klappt wie immer via Gesten oder eingeblendeter Navigationsleiste, Benachrichtigungen können im Standby via AlwaysOn Display angezeigt werden. Das macht die fehlende LED locker wieder wett.

LG Velvet Test | Kamera

Am heiß umkämpften Smartphone Markt zählt vor allem eines: Eine gute Smartphone Kamera. Gerade im oberen Preissegment, wo sich das LG Velvet ansiedelt, ist das ein wichtiger Punkt in der Kaufentscheidung. Das LG Velvet tut sich hier etwas schwer: Zum einen fehlt eine Tele-Linse – sogar in der Mittelklasse zählt die mittlerweile zum Standard, am LG Velvet gibt es „nur“ eine Hauptkamera mit Standardbrennweite (Kleinbild – 26 mm) und eine Ultraweitwinkellinse (15 mm). Es gibt zwar noch eine dritte Linse, die ist allerdings nur für das Sammeln von Tiefeninformation zuständig.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Die 48 Megapixel der Hauptlinse werden via Pixel Binning zu 12 Megapixel zusammengefasst. Der Autofokus arbeitet mit Phasenerkennung – in der Nacht gleichermaßen gut wie unter Tags. Ziemlich cool ist das haptische Feedback via Vibration, sobald der Fokus gefunden wurde – das habe ich so noch bei keinem anderen Smartphone erlebt. Die Hauptlinse verfügt (so wie der Ultraweitwinkel) über keine optische Bildstabilisierung. Die softwareseitige Stabiliserung funktioniert allerdings besser als erwartet. Die fehlende Stabilisierung macht sich eigentlich nur bei längeren Belichtungen bemerkbar, das Smartphone muss also ganz schön ruhig gehalten werden.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Die Hauptkamera liefert am Tag auch bei schwierigen Bedingungen wie oben (schlechtes Licht in der Unterführung, sehr hell außerhalb) gute Ergebnisse. Farben wirken echt und natürlich, also nicht übersaturiert und es gibt keinen Farbstich. Die Schärfe passt auf den Punkt und es gibt genug Kontrast, um auch kleinste Details zu erkennen.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Ähnlich gute Ergebnisse gibt es auch bei Makro Aufnahmen – vor allem der schnelle und treffsichere Autofokus sorgen dafür, dass der Fokus genau dort liegt, wo man ihn haben möchte. Das funktioniert selbst dann gut, wenn das Motiv so wie in diesem Fall aufgrund starken Winds hin und her wackelte.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Angesichts ihrer spartanischen Ausstattung (kein Autofokus, kein Pixel Binning) liefert auch die Weitwinkellinse gute Ergebnisse bei Tag. Zu merken ist das vor allem am Himmel, wo gut die Wolken samt Details zu sehen sind – wäre die Kamera schlecht, würde man kaum Details erkennen können. Für das große Gesichtsfeld halten sich auch dadurch bedingte Bildverzerrungen zu den Rändern hin in Grenzen.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Die Aufnahmequalität mit der Hauptlinse bei Nacht sind durchwegs in Ordnung – Details bleiben weitgehend erhalten (werden also nicht extrem weichgezeichnet), bei komplett dunkler Umgebung macht sich allerdings Rauschen bemerkbar. Auch bei Nacht bleiben die Farben natürlich, verschieben sich also nicht unnatürlich ins Rote oder Grüne.

Foto: A1/Wolfgang Hammer

Das sieht bei der Weitwinkelkamera schon anders aus: Hier erkennt man deutlicheres Rauschen, gut zu erkennen am leicht rötlich wirkenden Himmel. Der Dynamikumfang nimmt gegenüber der Hauptlinse außerdem deutlich ab – das liegt einerseits am fehlenden HDR, andererseits am schwächeren Sensor.

Im Großen und Ganzen kann man mit der Performance jedoch zufrieden sein – gegenüber den Flaggschiffen von Huawei und Samsung besteht aber doch ein Qualitätsunterschied. Für die obere Mittelklasse sind die Aufnahmen aber in Ordnung.

LG Velvet Test | Akku

Das LG Velvet kommt mit einem 4.300 mAh Akku – mit einer Ladung kommt man gut durch den Tag, würde die Helligkeit des Displays halbieren und den Offline-Modus aktivieren, sind etwa 14 Stunden ununterbrochener Video-Genuss möglich. Im Lieferumfang dabei ist ein 17 Watt Ladegerät, damit kommt man in etwa zwei Stunden auf die volle Ladung. Das LG Velvet unterstützt auch Wireless Charging mit 9 Watt, hier dauert eine Ladung also fast doppelt so lange – kabellos sollte also eher nur in der Nacht geladen werden.

LG Velvet Test | Fazit

Grafik: A1/Wolfgang Hammer

Das LG Velvet hinterlässt einen leicht zwiespältigen Eindruck: Für ein absolutes Flaggschiff vergleichbar mit dem Apple iPhone 11 Pro, dem Galaxy S20 oder Huawei P40 sind die Kamera-Ausstattung und die Leistung nicht ganz ausreichend. Was Display, Sound und vor allem das exzellente Design samt qualitativ hochwertiger Verarbeitung betrifft, spielt es allerdings schon in der oberen Liga. Vielleicht kommt ja noch eine Pro oder Ultimate Edition samt mehr Leistung und Telekamera – dann wäre das LG Velvet wohl perfekt. In der aktuellen Form muss man also zwei Kompromisse eingehen, dafür ist es aber auch günstiger als die genannten Konkurrenten. Und das ist wohl für viele auch ausschlaggebend in der Kaufentscheidung.

LG Velvet Test | Gewinnen

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  1. Mark WITTMANN, BA

    Ein absolutes Spitzengerät!
    Der „Roll Royce“ unter den Smartphones!

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