Corona-Tracing: Apple und Google aktivieren Schnittstelle


In den letzten Tagen war es soweit: Apple hat via iOS 13.5 Update, Google via Play Store Update die Corona Tracing Schnittstelle aktiviert. Damit ist es für die Gesundheitsbehörden ab sofort möglich, entsprechende Anwendungen für Android und Apple Smartphones zu entwickeln. Mit Hilfe der neuen API (= Schnittstelle) sollen Android-Geräte und iPhones in der Lage sein, datenschutzkonform und batterieschonend Daten zur Kontaktverfolgung auszutauschen. Wir werfen einen genaueren Blick darauf, was sich dahinter verbirgt.

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Corona und der Beginn einer ungewöhnlichen Kooperation

Bereits am 10. April, also am Höhepunkt des Corona-Lockdown, haben sich Google und Apple zu einer seltenen Kooperation geeinigt: Behörden soll es einfacher gemacht werden, Infektionsketten via Smartphone nachzuverfolgen. Auf Basis von IDs und deren Austausch können Personen gewarnt werden, wenn sich herausstellt dass sie Kontakt mit Infizierten hatten. Das Ganze erfolgt erfreulicherweise nur lokal: Die Daten werden also nicht zentral auf einem Server gespeichert, sondern lediglich lokal am Gerät. Somit können die meisten Datenschutzbedenken ausgeräumt werden.

Stopp Corona App SmartphoneQuelle: roteskreuz.at
Zusätzlich muss die API ausdrücklich aktiviert werden – und kann jederzeit vom User wieder deaktiviert werden. Standortdaten dürfen darüber hinaus nicht miterfasst werden. Im Falle einer Infektion können Betroffene selbst entscheiden, ob sie ihre anonymen IDs hochladen. Und in jedem Land darf es nur eine offizielle App geben, die diese API nutzt. In Österreich dürfte das aller Wahrscheinlichkeit nach die Stopp-Corona App vom Roten Kreuz (iOS | Android) werden. Jedenfalls wurde schon Interesse bekundet und sie soll sich vermutlich im Laufe der nächsten Wochen die neue API zunutze machen.

Corona Tracing: So funktioniert’s

Corona TracingSo stellen sich Apple und Google das Tracing vor | Quelle: Google
Beim Tracing tauschen Smartphones untereinander Datenschlüssel aus. Diese werden ausschließlich lokal am Gerät gespeichert. Erst wenn sich ein Nutzer als infiziert meldet, werden seine Schlüssel auf einen Server hochgeladen – alle Nutzer, die in einem bestimmten Zeitraum in der Nähe des Infizierten befunden haben, werden dann auf ihren Smartphones darüber informiert. Die Warnung erfolgt dabei anonym.

Corona Tracing – habe ich es schon auf meinem iPhone?

Alle iOS Nutzer mit iOS 13.5 (oder höher) haben die neue API bereits auf ihren Geräten. Somit sind etwa 80 Prozent alle iPhone Nutzer mit dem Update ausgestattet – ältere iPhones, auf denen es kein iOS 13 gibt, können die neue API somit nicht nutzen. Das Update befindet sich in den Einstellungen unter Datenschutz > Health > COVID-19 Kontaktprotokoll und ist erstmal deaktiviert. Erst wenn eine entsprechende App installiert wird wirst du gefragt, ob die Funktion aktiviert werden soll. In den Einstellungen ist es weiters möglich, das eigene Kontaktprotokoll zu löschen bzw. einzusehen.

Corona Tracing unter Android

Da Betriebssystemupdates bei Android bei weitem langsamer auf die Smartphones der unterschiedlichen Hersteller kommen, wurde die neue API vermutlich von den meisten Nutzern weitestgehend unbemerkt bereits installiert. Über ein Play Store Update nämlich: Alle Smartphones ab Android 6 bekommen es, die Funktion können also etwa 86 Prozent aller Android Nutzer weltweit nutzen. Die Vorgangsweise ist jener unter iOS sehr ähnlich: Standardmäßig ist sie deaktiviert, erst mit der Installation einer entsprechenden App wird man via Pop-Up gefragt, ob sie aktiviert werden soll. Protokolle können jederzeit eingesehen und gelöscht werden. Zu finden ist das alles, wenn man im Menü einfach nach dem Begriff Corona sucht.

Contact-Tracing – was meinst du dazu?

Contact Tracing und dessen Sinnhaftigkeiten wurden in den vergangen Wochen ja ausgiebig diskutiert: Die einen sehen darin den totalen Überwachungsstaat, andere die einzige Möglichkeit, der Pandemie ein Ende zu setzen. Was ist deine Meinung dazu? Hinterlasse uns einfach deinen Kommentar! Übrigens: An einem Impfstoff wird eifrig geforscht. Was die Digitalisierung dabei für eine Rolle spielt, liest du hier.

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