Top-Phone aus China – das Axon 10 Pro im Test

Mit dem Axon 10 Pro bringt der chinesische Hersteller ZTE ein Smartphone auf den Markt, das auf den ersten Blick an ein Flaggschiff-Model von Samsung oder Huawei erinnert. Obwohl ZTE in Österreich (noch?) nicht so bekannt ist wie andere Hersteller, stellt das Unternehmen seit geraumer Zeit neben Hardware für Mobilfunknetzwerke auch Smartphones her. Smartphones, die durch hohe Leistung, praktische Features und vor allem einen geringen Preis überzeugen. Ich habe mir das Axon 10 Pro im Test ausführlich angesehen, und verrate, für wen das Gerät interessant sein kann.Axon 10 Pro Test

Großes 6.47″ AMOLED Display, Triple Kamera & Inscreen-Fingerprint

Design & Ausstattung

Bereits beim Auspacken fällt das Design des Smartphones auf. Sowohl Vorder- als auch Rückseite sind mit einer Oberfläche aus Glas überzogen, die für nette Lichtspiele und Spiegelungen sorgt und sich hochwertig anfühlt. Beim Handling stellt sich diese aber als etwas rutschig heraus. Gut, dass im Lieferumfang neben Kopfhörern und einem passenden USB-C-Klinken-Adapter auch eine durchsichtige Hülle enthalten ist. An der rechten Seite des Geräts befinden sich die Power- sowie Lautstärketasten. Unten liegt der USB-C-Port sowie das Fach für SIM-Karte und MicroSD. Alternativ können hier auch zwei SIM-Karten parallel verwendet werden. Die linke Seite des Axon 10 Pro ist frei von Buttons und an der Rückseite sitzen die drei Kameralinsen und der Blitz. Der Fingerabdruckscanner wurde, wie bei Top-Phones mittlerweile üblich, im unteren Viertel unterhalb des Screens versteckt. Dieser funktionierte im Zuge des Tests übrigens erstaunlich hervorragend. Lediglich bei nassen Fingern gab es Probleme. Worauf man bei der Produktion gänzlich verzichtet hat, ist ein Lautsprecher-Ausgang. Schade. Generell wirkt das Gerät aber hochwertig verarbeitet und die abgerundeten Displaykanten werten die Ausstrahlung des Geräts deutlich auf. Ebenfalls schade: Leider fehlt ein Staub- und Wasserschutz und die Rückseite aus Glas, wenn man das Handy ohne Hülle verwendet, ist ein Magnet für Fingerabdrücke.

Display und Handling

Mit Maßen von 159,2 x 73,4 x7,9 mm und einem Gewicht von 178 Gramm zählt das Axon 10 Pro eher zu den wuchtigeren Geräten. Mit einer Hand ist es mir nicht möglich, den ganzen Display zu bedienen. Erfreulicherweise langt in der einhändigen Bedienung der Daumen aber von ganz links bis ganz nach rechts. Das Schreiben mit einer Hand ist also problemlos möglich. Besonders hervorsticht der große Screen und der im Verhältnis zum Smartphone sehr dünne Rahmen. Das Display ist ein 6,47 Zoll FullHD Amoled 3D Curved Display, das oben durch eine tropfenförmige Einsparung unterbrochen wird, wo sich die Selfie-Kamera befindet. Die Auflösung von 2340 x 1080 Pixel ist zwar im Vergleich zu anderen Flaggschiffmodellen eher gering, im Alltag fällt dies aber nicht negativ auf. Text wird scharf dargestellt und auch die Farben wirken satt. Das liegt vermutlich auch an der verwendeten OLED-Technologie, die Inhalte unglaublich kontrastreich darstellen kann. Die Helligkeit des Displays ist ebenfalls hervorragend. Selbst bei Sonneneinstrahlung ist der Inhalt problemlos zu erkennen. Wem die Farbtemperatur im Standard-Setting zu kalt ist, der kann diese in den Einstellungen über einen Mischer individuell einstellen oder aus drei Voreinstellungen (warm, normal und kalt) wählen. Eine HDR-Wiedergabe von beispielsweise YouTube-Videos wird unterstützt.

Leistung

Der Qualcomm Snapdragon 855-Prozessor mit acht Kernen (1 x 2,84 GHz + 3 x 2,43 Ghz + 4 x 1,8 GHz) gehört zu den besten seiner Klasse und sorgt für einen flotten Regelbetrieb des Geräts, in dem Apps blitzschnell geöffnet werden und selbst anspruchsvolle 3D-Games flüssig laufen. Das Smartphone kommt mit allen Anforderungen zurecht. Dazu beiträgt natürlich auch der große Arbeitsspeicher von 6 Gigabyte. Der interne Speicher ist übrigens ab Werk 128 GB groß und kann auf bis zu 2 TB erweitert werden – vorausgesetzt man verzichtet auf eine zweite SIM-Karte.

Kameras

Noch nie war die Kamera eines Smartphones wichtiger als jetzt. Sie ist, abseits der Benutzeroberfläche und einiger exklusiver Features, Hauptunterscheidungsmerkmal hochwertiger Geräte und oft allein Kaufgrund für ein Smartphone. Das Axon 10 Pro verfügt über insgesamt vier Linsen. Im Display-Notch an der Frontseite liegt die 20 MP Selfie-Kamera, die wie die anderen auch mit einer AI versehen ist, um Aufnahmen automatisch zu verbessern. Das funktioniert zuverlässig wenn auch in Bezug auf den Weichzeichner manchmal etwas zu übertrieben ambitioniert. Auf der Rückseite befindet sich die Triple-Kamera, die aus einer 48 MP-, einer 20 MP-Linse sowie einem 8-MP-Teleobjektiv (mit optischem Dreifach-Zoom besteht). Auf Wunsch wechselt man in den Einstellungen einfach zwischen den Auflösungen hin und her. Im 48 Megapixel-Modus ist allerdings kein Zoom mehr verfügbar. Besonders praktisch finde ich die Weitwinkellinse wenn man vor einem großen Objekt steht, das man festhalten oder teilen möchte. Insgesamt verrichten die Kameras ihre Arbeit ordentlich. Vor allem bei Tageslicht wirken die Aufnahmen hochwertig und die Farben satt. Bei Dunkelheit stellt man fest, dass die digitale Bildstabilisierung nicht so gut arbeitet, wie eine optische. Demnach kann es bei längeren Belichtungszeiten zu unscharfen Ergebnissen kommen. Der Super Night-Modus, bei dem man das Gerät für einige Sekunden stillhalten muss, liefert passable Bilder, wobei auch hier wieder etwas zu stark weichgezeichnet wird.

(einfach im Fotoslider durchklicken)

Software und Oberfläche

Beim Axon 10 Pro wurde über Android 9.0 (Pie) die MiFavor 9.1-Oberfläche eingerichtet. Diese orientiert sich stark am natürlichen Android, ist nicht mit unnötiger Software vollgestopft, leicht zu bedienen und weist einige spannende Features wie Gestensteuerung oder automatisch wechselnde Hintergrundbilder auf. In den Einstellungen kann man verschiedene Gesten oder besondere Funktionen aktivieren und auf Wunsch personalisieren. Der von mir geliebte Always-On-Display ist ebenfalls im Angebot. Etwas schade: Es gibt keine Galerie-App. Das Smartphone verwendet die Google Fotos-Anwendung, die sehr penetrant darauf pocht, automatische Backups zu aktivieren. Wonach ich ebenfalls lange suchen musste: Eine Möglichkeit den App-Drawer zu öffnen. Einen Menü-Button o.ä. sucht man vergeblich. Dafür funktionierts, wenn man am Startbildschirm an einer beliebigen Stelle von unten nach oben wischt. Neben dem Fingerabdruck kann man das Gerät und diverse Anwendungen wie den „privaten Bereich“ auch mit üblichen Methoden wie einem Muster oder Code oder auch mit Hilfe der Gesichtserkennung entsperren. Das klappte im Test noch besser als mit dem Finger, ist jedoch deutlich unsicherer.

Akku

Besonders begeistert hat mich neben dem Display, vor allem die Akkuleistung des Smartphones. Ungelogen und ungeschönt hat das Gerät bei normaler Nutzung zwei Tage durchgehalten. Zwei Tage! Und das trotz haufenweise Chatten, Google Maps-Navigation und Facebook Video-Sessions. Wenn der Akku dann doch mal leer ist, wird er über das mitgelieferte Schnellladegerät flott aufgeladen. Kabelloses laden wird ebenfalls unterstützt. Allerdings kann man das Gerät selbst nicht dazu nutzen, andere Devices aufzuladen.

Fazit

Nun gut, Funktionsumfang der Kamera-App und Qualität der Kamera können mit den besten der besten Handys nicht mithalten – vor allem bei Dunkelheit kommt das Axon 10 Pro schnell an die Grenzen seiner Genialität. Die übertriebene automatische Nachbearbeitung oder der teilweise falsch gesetzt unscharfe Hintergrund der Selfie-Kamera stören auch manchmal. Aber, das Display ist absolut großartig und lässt die Farben nur so aufleuchten. Der Fingerabdruck-Scanner funktioniert besser als bei anderen Spitzenphones und der Akku zeigt absolute Rekordwerte. Zudem ist das Smartphone in Sachen Leistung auch ganz vorne mit dabei – hier gibt es die volle Punktzahl. Für das im Vergleich zu Samsungs oder Huaweis Flaggschiffen wenige Geld, das man für das Axon 10 Pro hinlegen muss, bekommt man ein Smartphone, das in der obersten Liga mitspielen kann.

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