Xperia XZ2: Das derzeit schnellste Smartphone im Test

Im Test ein Sony Xperia Smartphone, das das Attribut „neu“ auch wirklich verdient: Mit dem Xperia XZ2 bringt Sony lang erwartete Innovationen. Da wäre zum ersten die Verabschiedung vom bisher etwas angestaubten Xperia Design – die Ränder sind endlich deutlich schmäler geworden. Zum anderen ist das Xperia XZ2 das erste Smartphone mit 4K Aufnahme in HDR (High Dynamic Range) für noch bessere Farben und höheren Kontrast. So nebenbei gibt es auch Super Slow Motion in FullHD bei 960 Bildern/Sekunde (damit wird sogar das Galaxy S9 übertrumpft) und der aktuell schnellste Android Prozessor Snapdragon 845 – perfekt geeignet für die aufwendigsten Spiele. Im Test alles rund um das neue Sony Flaggschiff. 

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick: Neues Design, 4K HDR Aufnahme und Dynamic Vibration System

Das Smartphone für Filmemacher! Das Sony Xperia XZ2 mit 19 MP Kamera, 4K HDR Aufnahme und Super Slow Motion


Alle Infos zum Sony Xperia XZ2 kurz & prägnant:

Endlich ein neues Smartphone von Sony, dass man auch wirklich so nennen kann. Die Xperia Reihe wird durch das XZ2 deutlich aufgewertet, das ist schon beim ersten Blick durch die schmäleren Ränder sichtbar. Genauso gut geht es im Inneren weiter: Die Kamera ermöglicht erstmals bei einem Smartphone 4K Aufnahmen in HDR (mehr Kontrast, bessere Farben) und Super Slow Motion Aufnahmen in FullHD bei 960 Bildern/Sekunde – also sogar höher aufgelöst als beim Galaxy S9. Ein besonders nettes Feature ist das neue Dynamic Vibration System, das beim Betrachten von Videos oder Musikhören durch entsprechende Vibration für ein gelungenes Multimedia Erlebnis sorgt.

Design

Sony startet endlich mit einem neuen Design ins Jahr 2018. Beim Xperia XZ2 ist vieles anders, als von der bisherigen Xperia-Serie gewöhnt: Da wären als erstes die geschrumpften Ränder. Gänzlich ohne kommt es zwar immer noch nicht aus, vor allem seitlich sind sie aber kaum mehr erkennbar. Ober- und unterhalb des Displays sind sie samt Sony Schriftzug immer noch deutlich zu sehen, es ist aber dennoch ein großer Fortschritt hin zu einem moderneren Design.


Eher etwas für große Hände: Das Sony Xperia XZ2 | Foto: A1/Wolfgang Hammer

Die nächste Änderung betrifft die Haptik: Vergangene Xperia Modelle wie das XZ1 waren im Grunde schnörkellose Quader. Das mag den Geschmack einiger Menschen treffen. Wenn sich dieses Design allerdings über Jahre nicht ändert, wird es mit der Zeit altmodisch. Genau hier findet das XZ2 neue Wege: Es ist runder geworden – so auch die Rückseite, die sich jetzt um einiges besser in die Hand einfügt. Und es wurde aufgrund der Materialien Glas und Metall auch deutlich schwerer: Das XZ2 bringt immerhin 198 Gramm auf die Waage, das ist beinahe um ein Viertel mehr als sein Vorgänger. Das merkt man deutlich und verleiht ihm einen wertigen Touch.


Mit etwas über einem Zentimeter ist es relativ dick – dank der abgerundeten Rückseite merkt man das allerdings kaum | Foto: A1/Wolfgang Hammer

Sony ist mit dem Xperia XZ2 auch Risiken eingegangen: Der Erfinder des Walkman verzichtet beim XZ2 auf eine 3,5 mm Klinke. Im Lieferumfang liegt immerhin ein entsprechender Adapter bei. Ob sich Sony damit etwas Gutes tut, sei dahingestellt. Als Alternative unterstützt das Smartphone Bluetooth 5.0 und damit die Möglichkeit, gleich mehrere Geräte wie Bluetooth-Kopfhörer gleichzeitig zu koppeln. Mehr zum Sound etwas weiter unten.


Die auffällige neue Rückseite vom Xperia XZ2 | Foto: A1/Wolfgang Hammer

Weit weniger risikoreich ist die neue Platzierung vom Fingerabdrucksensor, die wir schon beim Xperia XA2 gesehen haben. Der ist nun anstatt seitlich auf die Rückseite gewandert. Der ist treffsicher und reaktionsschnell, ich persönlich hätte ihn aber lieber ein Stück weiter oben. Abgesehen davon funktioniert er einwandfrei, im Test wurde das Smartphone immer augenblicklich entsperrt.

Display

Das Sony Xperia XZ2 ist etwas größer als sein Vorgänger – gleiches trifft auf das Display zu: Anstatt 5,2 Zoll gibt es jetzt 5,7 Zoll bei einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixel (Full HD), das sind 424 Pixel/Zoll. Wie seine Vorgänger kommt ein IPS-LCD Display zum Einsatz. Mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen: Sehr gute Blickwinkelstabilität und klare, natürlich wirkende Farben. Dafür gibt es keine wie von OLED-Panels gewohnte Features wie ein Always On Display.


Danke exzellentem Display und starkem Prozessor machen Spiele wie PUBG mobile auf höchster Auflösung extrem viel Spaß | Foto: A1/Wolfgang Hammer

Wie gewohnt bei der XZ-Reihe unterstützt das Display HDR Video – Farben und Kontraste wirken dadurch besonders satt und kräftig. Das an sich ist bei High-End Smartphones Standardausstattung, das Besondere am XZ2 ist jedoch, dass Videos auch in HDR Qualität aufgenommen werden können – und zwar in 4K Auflösung. Details dazu gibt es weiter unten beim Abschnitt Kamera.

Sound

Wer guten Sound will, greift zu Sony. Diese Regel bestätigt auch das Xperia XZ2: Es verfügt über Stereosound, allerdings nicht über Dolby Atmos, das beim Samsung Galaxy S9 dabei ist und für eine extrem satte und laute Musikwiedergabe sorgt. Dafür gibt es Sonys eigenes ClearAudio+ und DSEE HX – beides zusammen erhöht die Qualität von komprimierten Audiodateien merklich, entschädigt also für fehlendes Dolby Atmos. So nebenbei hat sich Sony auch der 3,5 mm Klinke entledigt – warum genau, leuchtet mir nicht wirklich ein. Immerhin ein Adapter liegt dem Lieferumfang bei. Und Dank Bluetooth 5.0 kann auch kabellos ohne großen Qualitätsverlust mit Kopfhörern gelauscht werden.

Womit Sony allerdings kräftig die Werbetrommel rührt, ist das neuartige haptische Feedback namens Dynamic Vibration System. Hinter diesem Begriff versteckt sich ein neuer haptischer Motor, der die laufende Musik analysiert und entsprechende haptische Signale verarbeitet – ganz ähnlich einem Game-Controller beim Spielen. Was bei Spielen sehr gut und auch sinnvoll erscheint, muss aber nicht 1:1 auf Musik und Videos umlegbar sein. Vor allem bei Videos oder Filmen sind die Vibrationen meistens eher unpassend. Anders ist es bei Musik: Die Vibration lässt sich in 4 unterschiedlich intensiven Stufen regeln, auf mittlerer Stufe ist es bei bestimmten Musikrichtungen wie Electronic, Techno oder Metal ziemlich passend. Viel mehr als eine nette Spielerei ist es allerdings nicht.

Ausstattung

Das Sony Xperia XZ2 ist das erste Smartphone in diesem Jahr mit dem aktuell leistungsstärksten Qualcomm Snapdragon 845 Prozessor. Im Xperia XZ2 ist er auf 4 x 2,6 GHz und 4 x 1,7 GHz getaktet. Angesichts dessen stellt sich die Frage gar nicht, ob das XZ2 schnell ist. Es ist sogar richtig schnell – vom Einschalten zum Home-Screen dauert es nur ein paar Sekunden, alle Apps sind sofort einsatzbereit und Spiele sind dank des großen Displays und des großartigen Sounds sowieso ein Genuss.


Das Xperia XZ2 im Vergleich zum Vorgänger und dem Galaxy S9 | Grafik: A1/Wolfgang Hammer

Ganz konkret erreicht das XZ2 bei AnTuTu 266.601 Punkte – damit liegt es ganz klar an erster Stelle im AnTuTu Ranking und reiht sich locker noch vor dem Samsung Galaxy S9 und vor dem Apple iPhone X ein. Sony hat hier wirklich erstklassige Arbeit geleistet und den Prozessor perfekt auf seine Software abgestimmt. Abgerundet wird das Paket von ausreichenden 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internem Speicher, der sich um bis zu 400 GB via Micro SD erweitern lässt. Insgesamt ist das XZ2 um bis zu 30 Prozent schneller als sein Vorgänger und verbraucht dank der neuen Architektur des Snapdragon 845 dennoch um 20 Prozent weniger Energie.

Kamera


Ein weiterer Vorteil des neuen Qualcomm Snapdragon 845 Prozessors ist die Fähigkeit, 4K Videos in HDR aufzunehmen – und das mit 10-bit Farbtiefe mit einem entsprechend hohen Dynamikbereich. 4K HDR war bisher eher professionellen Kameras vorbehalten, mit dem XZ2 ändert sich das jetzt erstmals. Zusammen mit der 19 Megapixel Kamera (Blende ƒ/2,0) und dem optischen Bildstabilisator können da schon recht ambitionierte Filme gedreht werden.

Die hohe Performance erlaubt es außerdem, einen Zeitlupeneffekt mit 960 Bildern/Sekunde zu ermöglichen – und zwar in Full HD. Beim Galaxy S9 funktioniert das zwar auch, allerdings „nur“ in HD. Samsung löst dafür die Umsetzung etwas besser: Beim XZ2 muss man im richtigen Moment selbst via Klick den Slow Motion Effekt auslösen. Das Galaxy S9 hingegen erkennt innerhalb eines selbst definierten Bereichs autonom, ob darin etwas passiert und löst die Zeitlupenaufnahme dann autonom aus. Das ist in vielerlei Hinsicht praktisch: Meist ist man bei sich schnell bewegenden oder plötzlich ins Bildfeld wandernden Objekten einfach zu langsam mit der Auslösung. Es wäre toll, wenn Sony hier mit einem Update noch nachbessert.

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Sony Xperia XZ2 - 19 Megapixel machen sich bezahlt - das XZ2 bannt ganz schön viele Details auf die Linse | Foto: A1/Wolfgang Hammer
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Eine Dualkamera hat es auf das Xperia XZ2 nicht geschafft. Dennoch gibt es einen Portrait Modus, der via künstlicher Intelligenz einen Bokeh-Effekt auf Portraitfotos legen kann. Das funktioniert in der Praxis tadellos, softwareseitig hat Sony hier also ganze Arbeit geleistet.

Akku

Im Vergleich zum Vorgänger Xperia XZ1 beträgt die Akkukapazität anstatt 2.700 mAh nun 3.180 mAh – für das nur um eine Spur größere Display gibt es also ungleich mehr Kapazität. Hinzu kommt, dass der Prozessor bei höherer Leistung weniger Energie verbraucht. Und das merkt man: Ich hatte das Smartphone insgesamt drei Tage bei mir und musste es bei normaler Nutzung nur ein Mal laden. Um eine hohe Lebensdauer zu garantieren, gibt es auch bei diesem Modell den Batteriepflege Modus: Je nach meinen Ladegewohnheiten kontrolliert das Ladegerät die Geschwindigkeit, mit der das Smartphone geladen wird. Da die meisten von uns ihr Smartphone des Nachts am Strom hängen lassen, wird die volle Kapazität erst in der Früh erreicht. Ergebnis: Längere Lebensdauer und Akkuschonung.

Fazit

Mit dem Xperia XZ2 ist Sony (endlich) ein Smartphone geglückt, das fast auf der ganzen Linie überzeugt. Endlich ist es den Japanern gelungen, für ernsthafte Konkurrenz zu Samsung mit dem Galaxy S9 oder Huawei mit der sehr bald erscheinenden P20 Reihe zu sorgen. Meine wenigen Kritikpunkte beziehen sich lediglich auf zwei Dinge: Die fehlende Kopfhörerbuchse (die hätte ich mir beim Walkman-Erfinder schon erwartet). Und es wäre schön gewesen, wenn Sony die Ecken des Displays analog zum Gehäuse abgerundet hätte – das würde dem XZ2 ein noch moderneres Aussehen verleihen, Kenner des Samsung Galaxy A8 werden wissen, was ich meine.


Ganz klar: Das Sony Xperia XZ2 ist das bisher beste Xperia Smartphone | Foto: A1/Wolfgang Hammer

Das war es aber auch schon mit Kritik, in allen anderen Kategorien bekommt das Sony Xperia XZ2 von mir Bestnoten: Es hat ein ausgezeichnetes Display, die Performance kann man getrost als bisher unerreicht einstufen und auch die Kamera überzeugt auf ganzer Linie. Das Tüpfelchen auf dem i stellt für mich das neue Design dar, mit dem Sony endlich neue Wege geht. Es gab bisher wohl kaum eine bessere Zeit, zu einem Sony Smartphone zu greifen.

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Technische Daten

  • Abmessungen: 153 x 72 x 11,1 mm, 197g
  • Betriebssystem: Android 8.0 – Oreo
  • Display: 5,7 Zoll (14,5 cm), 18:9 Full-HD+ bei 2.160 x 1.080 Pixel (=424 Pixel/Zoll) HDR-Display
  • Kamera: 19 MP Motion Eye™-Kamera bei ƒ/2,0, 4K HDR Aufnahme, Super Slow Motion mit 960 Bildern/Sekunde | 5 Megapixel Frontkamera bei ƒ/2,2
  • Prozessor: Qualcomm® Snapdragon™ 845 Mobile Plattform bei 4 x @2,6 GHz und 4 x @1,7 GHz
  • Speicher: 4 GB RAM; 64 GB interner Speicher – mit microSD um max. 400 GB erweiterbar
  • Akku: Li-Ionen mit 3.180 mAh mit Qualcomm® Quick Charge™ 3.0 – nicht wechselbar
  • Konnektivität: GSM/EDGE/UMTS/LTE, WLAN, Bluetooth 5.0

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