A1 Festnetz Internet: Die letzte Meile

Die letzte Meile ist die Verbindung zwischen Kunde und Internetanbieter. Dort entscheidet sich wie schnell das Internet maximal sein kann. Sollte es Probleme mit dem mobilen oder stationären Internetzugang geben, ist sie meistens die Ursache. Je nach Region und Anbieter stehen dafür verschiedene Technologien zur Verfügung. Am A1 Blog möchten wir hier eine Übersicht über die Begriffe und Erklärungen zur letzten Meile geben.


Auf die letzte Meile kommt es an

Shared Media

Dabei wird ein Medium (z.B. Glasfaserkabel, Luft, Kupferkabel) von mehreren Kunden genutzt. Wenn ein Anbieter den Kunden gemeinsam mehr Bandbreite verkauft als das Medium hergibt, spricht man von “Überbuchung” und es kann vor allem zu Stoßzeiten eher warten als surfen sein. Das kommt allerdings nicht sehr oft vor: Der Worst Case, nämlich dass alle zum selben Zeitpunkt die volle Bandbreite benötigen, ist extrem unwahrscheinlich. Man muss sich das vorstellen wie auf der Autobahn: Würden alle Autofahren immer zur selben Zeit auf derselben Strecke unterwegs sein, wäre Stillstand für alle vorprogrammiert. Auch dieses Szenario ist äußerst unwahrscheinlich. Damit ein Shared Medium reibungsfrei abläuft, wird QOS eingesetzt.

QOS

QOS steht für “Quality of Service”. Dies soll dafür sorgen, dass alle Dienste problemlos funktionieren. Wenn dies vom Internetanbieter und von dem zu Verfügung gestellten Equipment nicht perfekt gemacht wird, sind Probleme vorprogrammiert. Dabei kann die Bandbreite auf alle Nutzer gerecht aufgeteilt werden, bis das jeweilige Tarif-Limit erreicht ist.

Beispiel: 1000 MBit sind verfügbar und angenommen alle Kunden schöpfen immer die komplette Bandbreite aus.


Beispiel 2:


Es kann aber auch nach Tarifgruppen aufgeteilt sein, zum Beispiel dass die mobilen Kunden mehr Bandbreite bekommen als die stationären mit den unlimitierten Tarifen. Um gewisse Dienste einfacher bereitzustellen, werden diese auch bevorzugt. Paradebeispiel dafür ist VoIP, dabei wird dem Dienst so viel Bandbreite zu Verfügung gestellt wie nötig. Alles, das dieser nicht benötigt, kann zum Surfen verwendet werden. Dies wird bei A1 TV genauso gehandhabt, dies kann man bei DSL Anschlüssen mit TV beobachten. Wenn die A1 Mediabox eingeschaltet ist und ein Sender läuft, vermindert sich das Ergebnis bei Speedtest drastisch. Einige Provider oder Router priorisieren auch nach Port. Dabei wird z. B. HTTP oder HTTPS privilegiert und exotische Protokolle wie RDP (ein Protokoll zum PC Fernwarten) wird bei hoher Auslastung der Internetleitung benachteiligt. RDP reagiert dann sehr träge – wird dies jedoch über einen priorisierten Port geleitet, sind nur noch kleine Ruckler zu sehen.

Dies kann auch beim Gamen zum Problem werden. Es gibt einige Router, wie beispielsweise die A1 Premium WLAN Box aka. FRITZ!Box 7582die besser konfiguriert sind. Manche Provider legen ihre QOS und Netzmanagement Strategien offen, bei anderen hilft nur probieren.

Gibt es schnelleres Internet nur über Glasfaser?

Jein, nun zurück zum eigentlichen Thema – sehen wir uns die Übertragungstechnologien im Detail an:

56k Einwahl Modem

Das ist quasi die Definition für langsam. Es stammt aus der Zeit vor dem “Breitband”-Internet. Dabei wird ein Telefonanruf aufgebaut und die Daten werden als Töne übertragen. 

FTTH

FTTH steht für “Fiber to the home” dabei ist die Verbindung vom ISP (Internetanbieter) bis zum Kunden durchgängig über Lichtwellenleiter oder Glasfaserkabel. Dies sollte die beste und stabilste Möglichkeit sein, ins Internet zu kommen.


Die meisten Anschlüsse werden via FTTEX oder FTTC versorgt – Glasfaser bis zum ARU, danach die bestehende Kupferverkabelung | Grafik: A1

Wichtig, es hat in den meisten Fällen nicht mit dem A1 Produkt Glasfaser Power zutun. Dies wird immer öfter zwar per FTTH realisiert, in den meisten Fällen jedoch über DSL. Viele lassen sich durch den Begriff Glasfaser und Fiber im Produktname täuschen. Bei vielen wird bei der Bestellung eines solchen Produkts nur die Drossel heraus genommen oder die Leitung auf einen anderen DSLAM angeschlossen wodurch die Leitung kürzer werden kann und zu schnellerem Internet führen kann.

Die Datenraten können bei FTTH über sehr hohe Distanzen erhalten bleiben. Dabei kann in zwei verschieden Arten von Anschlüssen unterschieden werden:

  • Aktiv: Es ist eine Faser, welche ausschließlich einem Kunden gehört, die bis zum Verteiler geht und wo diese von einem Router, Switch oder ähnlichem terminiert wird.  Damit sind bis zu 100 GBit möglich. (Mit Tricks und spezieller Hardware deutlich mehr)  Sehr gute Ping-Zeiten und noch viel Luft nach oben, wenn man bedenkt, dass es genug Personen in Österreich gibt, die mit 10 MBit auskommen.
  • Passiv: Dabei wird die Faser mit mehreren Kunden geteilt. Diese kommt vom Verteiler zu einem Splitter ,wo die eine Faser auf mehrere Fasern aufgeteilt wird welche dann zu den einzelnen Kunden gehen. Dadurch wird es zu einem Shared Medium. A1 verwendet den GPON Standard welcher Bandbreiten von bis zu 2,5 GBit (für alle gemeinsam) ermöglicht. Eine Faser kann jedoch mit mehr als 30 Kunden anbinden, wodurch es wieder zu Überbuchungen kommen kann. Was jedoch nicht sehr wahrscheinlich ist, da es kaum vorkommen wird dass alle 30 Anschlüsse zur selben Zeit die volle Auslastung benötigen. 

Ethernet

hat eine sehr kurze Reichweite. Mehr als 100 Meter darf das Kabel nicht lang sein. Macht bei FTTB (Fiber to the basement, Glasfaser bis in den Keller) Sinn. Es kann je nach Anbieter direkt der PC an der Netzwerkdose angeschlossen werden und los gesurft werden. Theoretisch sind bis zu 10 GBit möglich, jedoch wird in den seltensten Fällen ein passender Verteiler (Switch oder Router) installiert, dies kann jedoch im nachhinein einigermaßen einfach nachgerüstet werden. In der Praxis wird man GBit Hardware antreffen. Der Standard bietet hohe Stabilität und eine sehr geringe Fehleranfälligkeit.

DOCSIS

DOCSIS ist der Standard für Internet über das geschirmte TV Kabel. Die europäische Abwandlung, EuroDocsis, startete mit 50 MBit pro Kanal (1 Kanal = 1 analoger Sender)  und war damit schon schneller als viele Internetanschlüsse heutzutage. Ab Docsis 3.0 konnte man Kanäle bündeln und dadurch die angebotene Bandbreite nochmals steigern. Warum surfen die Kunden nicht schon seit Ewigkeiten mit diesen 50 MBit? Naja, das Fernsehkabel geht meistens von der Fibernode nicht nur zu einem Kunden, sondern zu vielen. Alle, die am selben Kabel hängen, müssen sich die verfügbare Bandbreite teilen. Somit ist es ein Shared Medium. Die Netzbetreiber begannen mit 1-2 Kanälen im Netz. Dann begannen sie die analogen TV Sender abzuschalten und stiegen mit der Zeit auf mp4 Video Encoding um, wodurch viele Kanäle frei wurden. Manche sind auf IPTV umgestiegen, denn dabei nutzen die Sender nur beim Ansehen die Bandbreite und nicht permanent wie bei DVB-C. In einer top ausgebauten Node sind Geschwindigkeiten im GBit-Bereich Alltag. Um nochmals die Bandbreiten zu steigen, kann der von einer Node versorgte Bereich sehr einfach verkleinert werden. Die Reichweite einer Node kann durch Repeater über mehrere Kilometer gehen. Ein Bekannter erreicht über 100 MBit über eine 1,1 km lange Leitung.

DSL

steht für Digital Subscriber Line. Dabei werden bestehende, teilweise eher schlecht geschirmte Telefonleitungen für digitale Daten verwendet. 


Bei DSL gilt: Je länger die Leitung, desto höher wird der Widerstand und desto niedriger die Bandbreite | Grafik: A1

Dabei nimmt die Übertragungsgeschwindigkeit mit der Leitungslänge drastisch ab. Aktuell wird dies in ADSL2+ und VDSL2 abgestuft. ADSL2+ hat eine höhere Reichweite und bietet maximal 24 MBit. VDSL hat eine sehr geringe Reichweite und dafür hohe Bandbreiten. Mit G.Fast und Supervectoring kann die Bandbreite erhöht werden, was bis zu 300 MBit möglich macht.

Richtfunk

dabei wird eine Antenne am Haus installiert, welche genau auf den Sender gerichtet ist.  Vom Sender werden nur stationäre Kunden mit Internet versorgt, anders wie bei LTE wo sich jeder mit dem Smartphone einbuchen kann. Dadurch kann die Überbuchung geplant oder vermieden werden. Der Anbieter kann mit hoher Genauigkeit sagen wie schnell das Internet sein wird. Meistens wird dafür WLAN und WiMax genutzt. Es gibt jedoch noch reichlich andere Standards dafür. Meistens stabil, mit akzeptablen Pingzeiten und mittelmäßig schnell. In entlegenen Orten werden auch LTE Masten, Wählämter und ARUs damit angebunden. Gigabit wäre möglich, jedoch sehr selten anzutreffen.

LTE

würde ich eigentlich nicht zu diese Aufzählung hinzufügen, jedoch ist LTE bei vielen als stationärer Internetzugang (Internet für Zuhause) in Verwendung. Dabei wird das normalen LTE Netz genutzt, welches auch von Smartphones genutzt wird. Man ist mit dem Internet-Würfel oder ähnlichem nicht an einen Standort gebunden, sondern kann diesen in ganz Österreich nutzen. Dies macht das LTE Netz unberechenbar. Bei Events und Festen kann es durchaus sein, dass in einer Funkzelle auf einmal ein paar Hundert bis Tausend Nutzer mehr verbunden sind. Somit handelt es sich auch um ein Shared Medium. Nur zur Erinnerung, es gibt drei sehr guten LTE Netze in Österreich, meiner Meinung nach kein bestes. Je nach Situation und Standort muss man Testen welches Netz die Anforderungen erfüllen kann. 

Hybrid

braucht man dann, wenn weder LTE, noch die anderen Breitbandtechnologien ein akzeptables Surferlebnis bieten können. Dabei wird die Grundlast über ein nicht Shared Media, meistens DSL, übertragen und wenn diese Bandbreite nicht ausreicht wird der Turbo, meistens LTE, hinzugeschaltet. Dies kann sich auf den Ping negativ auswirken, denn die Datenpakete werden vom Hybridrouter aufgeteilt und im Rechenzentrum wieder zusammen gebaut. Dabei kann es sein, dass auf ein verspätetes Paket gewartet werden muss. Es gibt auch Standards wo mehrere DSL Leitungen zusammen gebündelt werden. 

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Satellit

der letzte Ausweg bei langsamen Internet. Dies erfordert meistens teure Hardware, welche aufwendiger installiert werden muss als so ein DSL oder Kabel Modem. Die Sat-Schüssel muss sehr präzise ausgerichtet sein, damit gute Geschwindigkeiten erreicht werden können. Durch die langen Wege, welche das Signal zurücklegen muss, ergibt sich ein hoher Ping. Viele Tarife haben ein Datenlimit. Bei A1 gibt es mit A1 Sat-Internet ein entsprechendes Angebot.

Zurück zur Frage: Schnelles Internet gibt es nur über Glasfaser?

Man kann sich vor den FTTH-Ausbau mit den oben genannten Techniken drücken. Dabei wird durch das Verkürzen der Kupfer und Funkstrecke gleichzeitig der Glasfaseranteil der Strecke erhöht. Dann endet die Kupferleitung nicht mehr im Wählamt oder bei Docsis in der Kopfstation, sondern in einem grauen Kasten in der nächsten Siedlung und das Internet geht von dort via Glas weiter. Einige Anbieter begannen sehr früh mit FTTH (ca vor 15 Jahren), vielleicht zu früh, aber jetzt kommt es mir fast schon zu spät vor.

Bei neuen Häuser darf es meiner Meinung nach nur noch FTTH bei Einfamilienhäusern und Firmen oder bei Mehrparteienhäusern FTTB über Ethernet mit FTTH-Vorbereitung geben.  

 

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