LG G3 – Erfahrungsbericht

Nachdem schon ein Testbericht vom LG G3 hier auf dem A1 Blog veröffentlicht wurde, möchte ich nun auch meine Erfahrungen mit dem G3 kundtun. LG hat sich gegenüber Samsung und HTC sehr viel Zeit mit der Veröffentlichung seines Flagschiffes gelassen. Bis zur Auslieferung war kein konkreter Termin bekannt, wann es die technikgierigen User (einschließlich mir) endlich in den Händen halten dürfen. Ich habe meines am 3. Juni bei A1 vorbestellt und „durfte“, wie die meisten, 1 Monat lang darauf warten. Dementsprechend groß war auch die Euphorie, als es endlich ankam.

Nochmal zur Wiederholung ein Zitat aus dem vorherigen Review:

Das G3 von LG gehört zu den besten Smartphones, die es derzeit zu kaufen gibt. Es besitzt eine riesigen 5.5″ Bildschirm mit Quad HD Auflösung, einen rasanten Quad Core Prozessor und eine 13 Megapixel-Kamera mit Laserfokus.

Hört sich auf dem Papier doch alles toll an. Ob sich dies auch in der Praxis bewahrheitet, möchte ich nun erläutern.

Unboxing

Schon bei der Betrachtung der Verpackung wird eines klar: Es handelt sich nicht um ein billiges Chinaphone. Die Verpackung hat einen gold-bronzenen Schein der das ganz edel aussehen lässt. Darin befinden sich, wie gewohnt, das Smartphone mit Abdeckung, der 3000mAh Akku, Kopfhörer, die Beschreibungen sowie das Kabel mit Travel Adapter (Netzteil). Nachdem man schnell die Micro-SIM sowie den Akku eingesetzt hat und die Folien abgezogen hat, kann man schon loslegen. Die Einrichtung erfolgt durch den, wie bei Android gewohnten, Einrichtungsassistenten.

G3_Verpackung

Haptik

Die einen mögen Plastik, die anderen Metall – mir ist’s egal. Das G3 hat hinten eine Polycarbonatabdeckung die aussieht, wie wenn es gebürstetes Metall wäre. Das Design ist meiner Meinung nach sehr ansprechend. Ebenfalls ist das Gefühl gut, wenn man es in der Hand hält. Wer aber ausschließlich auf ein schwereres, kaltes Metallgehäuse steht, wird hier nicht fündig. Am besten ist es aber wohl, wenn man das Smartphone vorher in einem A1-Shop selber „betoucht“.

Anmerkung: Auf Detailaufnahmen vom Gerät verzichte ich bewusst. Diese können ganz einfach im anderen Review angesehen werden.

G3 HandG3_Stick_Vergleich

Ein Größenvergleich mit dem LG G3 und einem A1 Stick bzw. Hand.

Das Quad-HD Display – Fluch oder Segen?

Das Quad-HD Display (das heißt es hat eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel) mit 5,5“  liegt dank der dünnen Ränder sehr gut in der Hand. Selbst wenn man kleinere Hände hat, liegt es bequem auf der Handfläche auf. Für eine Ein-Handbedienung ist es jedoch etwas zu groß. Nur mit Mühe komme ich mit meinem Daumen zum anderen Ende des Displays. Mit einer Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel hat es 538 ppi. Dies ist das schärfste Display, das zurzeit am Markt erhältlich ist. Jedoch bedeuten mehr Pixel auch mehr Aufwand für den Prozessor, welcher wiederum  mehr vom Akku abverlangt (mehr dazu im Abschnitt „Akku“). Performanceeinbuße konnte ich deswegen aber noch nicht feststellen – wird man auch nicht, da der Snapdragon 801 Prozessor mit der Adreno 330 GPU genug Leistung für solch eine Auflösung hat. Was Kritiker ebenfalls sagen ist, dass das menschliche Auge diese Pixeldichte sowieso nicht mehr erkennen kann und somit kein Unterschied zu einem Galaxy S5 mit Full HD Display zu erkennen sei. Das mag wohl stimmen – aber nur wenn man die Geräte nicht nebeneinander liegen hat. Tut man dies, erkennt man sehr wohl einen kleinen, aber feinen Unterschied. Überhaupt bei kleinen Schriften und bei runden Icons setzt sich das G3 durch. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man später nicht mehr zu einem Full-HD Display zurück möchte, wenn man das Quad-HD Display gewohnt ist.

Ebenfalls kritisiert wurde, dass das G3 in der Sonne nicht gut ablesbar sei, aufgrund einer zu geringen Helligkeit. Dies konnte ich selbst im Urlaub nicht bestätigen. Das Display lieferte stets genügend Helligkeit für eine gute Lesbarkeit in der Sonne. Eine Überhitzung des Dislpays (die Helligkeit regelt sich dann zwanghaft runter) konnte ich erst einmal „erzwingen“. Dies war beim Einrichten, wo das Phone geladen wurde und unzählige Apps installiert wurden.

Anzumerken ist folgendes: Es gibt eine sehr große Streuung bei den Displays. Das heißt, dass die Displays sehr unterschiedliche Qualitätsmerkmale aufweisen. So berichten manche User von gelbstichigen und zu dunklen Displays. Das ist bei so großen Produktionen bei neuen Produkten normal und kann innerhalb von 14 Tagen sofort umgetauscht werden.

Für mich ist die Frage also klar beantwortet: Das Display ist (zumindest für mich) ein Segen!

Akku

In mehreren Tests überflügelte das G3 zuächst die Konkurrenz. Dann wiederum war es schwächer als seine direkten Konkurrenten S5, M8 & Co.. Nun kann man sagen, dass die 3 Flagschiffphones wohl ziemlich gleichauf liegen trotz der viel höheren Auflösung des G3. Das liegt daran, dass LG einen stärkeren Akku als die Konkurrenz verbaut hat und spezielle Techniken anwendet, um Akku zu sparen. So wird die Framerate bei Standbildern heruntergedreht, damit die GPU nicht unnötig Bilder berechnet obwohl sich nichts verändert. Im Praxistest hat mich das G3 sehr überzeugt. Ich kam auf ca. 32 Stunden Benutzung und hatte danach noch 30% Akkuladung übrig. Dabei hatte ich 3h 10min das Display eingeschaltet (immer Auto-Helligkeit 50%) und war ständig mit WLAN oder dem Mobilfunknetzwerk verbunden. Automatische Synchronisation sowie Standorte waren stets aktiviert. Bei meinem Vorgänger (Nexus 4) kam ich auf 16 Stunden und knapp 1h 30min Akkulaufzeit. Auch diese Disziplin hat LG meiner Meinung nach sehr gut gemeistert.

Performance

Die Performance ist mir bei Smartphones immer sehr wichtig. Für mich muss alles flüssig laufen und es sollten keine Mikroruckler auftreten. Dies hat LG, zumindest im Launcher, noch nicht ganz im Griff. Die Apps laufen flüssig. Der Launcher die meiste Zeit auch – leider nur die meiste Zeit. Insbesondere bei den eigenen Widgets wie z. B. SmartNotice treten immer wieder Mikroruckler auf. Diese werden aber sicher noch mit Updates behoben. Vorzeitige Abhilfe kann man sich mit einem alternativen Launcher, wie dem „NovaLauncher“, schaffen. Ansonsten macht sich die höhere Auflösung nicht bemerkbar. Der Snapdragon 801 Prozessor mit der Adreno 330 GPU ist dafür bestens gerüstet. Einen Unterschied merkt man nur bei den Benchmarkwerten (welche in der Praxis nichts aussagen).

13 Megapixel mit Laser-Fokus

LG hat seinem „Superphone“ noch etwas neues gegönnt – einen Laser-Fokus. Dank des Laser-Fokus kann die Kamera schneller fokusieren als das menschliche Auge blinzelt. Dies merkt man auch bei den Fotos. Sobald man abdrückt, ist auch schon das Foto gemacht, ohne dass man vorher manuell fokusiert hat. Auch die Qualität ist meines Erachtens herausragend. Satte Farben und jedes Detail sind auf jedem einzelnen Foto zu sehen. Was etwas länger dauert ist das Fotografieren mit Blitz. Dies kommt wohl auch durch den Dual-Flash zustande. Das heißt, dass die Kamera zuerst mit einem warmen Licht blitzt und fotografiert und danach mit einem kalten Licht blitzt und fotografiert. Dies passiert zwar sehr schnell, braucht aber eben doch länger als die direkte Konkurrenz.

G3_Testfoto2

Dies sind von mir gemachte Testfotos. Durch einen Klick auf das Foto sieht man die Originalauflösung.

Die Videos können sich ebenfalls sehen lassen. Auch hier sind die Farben sehr schön und satt. Zudem kann das G3 auch in UltraHD filmen.

Die Frontkamera kommt mit 2,1 Megapixel und macht ebenfalls solide Fotos für Selfies oder Videotelefonie. Ebenfalls ein nettes Feature: Macht man eine Faust aktiviert sich ein Countdown welcher von 3 runter zählt und macht dann ein Foto. So kann man sich gut aufs Foto vorbereiten, ohne sich auf den Auslöserknopf konzentrieren zu müssen.

Empfang

Zum Empfang kann man eigentlich nicht viel sagen außer, dass es sich sehr solide verhält. Er ist nicht schlecht, aber es gibt auch bessere. Dies wird überhaupt in Grenzbereichen deutlich. Dort wo ich mit meinem Nexus 4 noch gerade so UMTS Empfang hatte, habe ich mit dem G3 „nur“ vollen EDGE Empfang. Dies umgehe ich derzeit damit, dass ich dann das 2G Netzwerk am G3 deaktiviere und auf „nur 3G“ umstelle. Dann wählt sich das G3 auch wieder ins 3G Netzwerk ein. Die LTE Geschwindigkeit konnte ich aufgrund dessen, dass ich kein LTE in meinem Vertrag inkludiert habe, nicht testen.

Features und Oberfläche

Nun zu einem weiteren Aspekt, bei dem das G3 bei mir so richtig punkten kann. Die Oberfläche ist im Flat-Design gehalten und wirklich deutlich erwachsener als die Vorgängerversion. Es werden ausschließlich flache Farben benutzt und es wurde auf unnötige Details sowie Schatten bei den Icons verzichtet. Dies lässt die Oberfläche richtig schön aussehen. Die jetzige Oberfläche ist sehr nahe an AOSP (Android Open Source Project – das reine Android, welches auf Nexus Smartphones vorinstalliert ist) gehalten.

G3_HomescreenG§_Launcher

Außerdem hält das LG so einige Features bereit. Die Nachfolgenden gefallen mir am besten und will ich herausheben:

1.) KnockCode

Der KnockCode ist eine ganz neuartige Methode zu entsperren. Entstanden ist diese Idee wohl aus dem „DoubleTap2Wake“ Feature, die man sich schon seit längerem (vorausgesetzt man hat die nötigen Kenntnisse über Root, Modding, etc.) inoffiziell auf sein Smartphone bringen kann. Diese Funktion bewirkt, dass man sein Phone nicht mehr mit einem Muster oder einem Pin entsperren muss, sondern ganz einfach mit 3-4 einfachen Tippern in einer bestimmten Reihenfolge am Display (funktioniert auch bei ausgeschaltetem Display). Falls man den KnockCode nicht eingeschaltet hat, kann man das Handy ganz einfach mit einem „Doppel-Tipp“ aufs Display aus dem Standby holen. Ebenfalls kann man so sein Phone in den Standbymodus schicken.


In einem Werbevideo wird die Funktion relativ gut erklärt.

2.) QuickRemote

Zu viele Fernbedienungen zu Hause? Abhilfe schafft das G3 mit seinem Infrarotsensor. Mit diesem kann man ganz einfach jedes Gerät mit dem G3 fernsteuern. Falls das Smartphone das Gerät mal nicht automatisch erkennen sollte, kann man es ganz einfach mit der Originalfernbedienung „anlernen“. Diese Funktion funktioniert bei mir zuverlässig und es wurde auch jeder Fernseher sowie Set-Top-Box automatisch erkannt.

G3_QuickRemote

3.) Dual-Window

Schon mal Infos von einer Mail benötigt und dabei eine SMS schreiben müssen? Das ständige switchen zwischen den Apps kann dann ganz schön nervig sein. Das G3 ermöglicht es, dass man 2 Apps auf einmal offen hat und diese sich das Display teilen. Negativ dabei ist aber, dass dies nur mit vorgefertigten Apps funktioniert. Mit den nötigen Kenntnissen kann man aber jede App im Dual-Window Mode verwenden.

G3_DualWindow

Fazit

Wen das Plastik nicht stört und wer sich derweil noch mit einigen Mikrorucklern in der Standardoberfläche (welche aber mit einem Update wahrscheinlich behoben werden) zufrieden geben kann, ein extra scharfes Display will, eine sehr gute Kamera haben will und auf große Displays steht, wird das Phone lieben. Ebenso kann es mit einer langen Akkulaufzeit sowie mit einigen coolen Features überzeugen.

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