Im Test: HTC One X Android-Smartphone mit 4.7″ Touchscreen und Quad Core

HTC One X Android-Smartphone - Foto (C) HTC

Das HTC One X (das X steht für „Extreme“) bietet gewaltige Leistungsdaten, die technisch Interessierten schon das sprichwörtliche Wasser im Munde zusammenrinnen lassen. Aber was bringt diese beeindruckende technische Ausstattung tatsächlich im praktischen Betrieb? Das habe ich mir für euch angesehen …

Wozu braucht man einen Quad Core Prozessor in einem Smartphone?
Das One X verwendet einen Quad Core NVIDIA Tegra 3 Prozessor, der mit je 1.5 GHz taktet. Das klingt schon auf dem Papier schnell und ist es auch in der Praxis. Aber was bringt es im tagtäglichen Einsatz? Meiner Meinung nach – abgesehen von den optimierten Spielen (in der „Nvidia Tegra Zone“ im Google Play Store finden) – gar nichts. Ich habe das One X mit seinem kleinerem „Dual Core“-Bruder One S im Tagesbetreibe verglichen und nichts Unterschiedliches bemerkt. Daher: Nett, dass es drinnen ist, aber notwendig wäre es für mich nicht.

• Das Gehäuse wird im Betrieb warm, aber nicht heißt. Speziell wenn der Prozessor auf Volllast fährt – beispielsweise bei Spielen. Da kann es nach einiger Zeit schon manchmal unangenehm werden. Das habe ich aber auch schon bei Dual Core-Prozessor (z.B. Samsung Galaxy S II oder Galaxy Nexus) als unangenehm empfunden.

• Zum Thema Akkuverbrauch komme ich dann gleich extra zu sprechen.

• Ein bißchen Technik – bei Interesse: Die CPU hat vier Kerne, die je mit 1.5 GHz getaktet sind. Darüber hinaus steht noch ein fünfter Kern zur Verfügung, der mit 500 MHz taktet – Companion Core genannt. Der kümmert sich ausschließlich auf grundlegende Funktionen – zum Beispiel Standby-Modus, Telefonate oder Kurzmitteilungen.

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

Mir gefällt der 4.7″ große, hochauflösende Touchscreen
Das One X besitzt einen 4.7″ Super LCD-Touchscreen mit einer hohen Auflösung von 720×1.280 Pixel. Eine perfekte Kombination. Das Ansprechverhalten des Bildschirms ist tadellos und bei der Qualität der Anzeige gibt es nichts zu bemängeln. Gegen Kratzer schützt Cornering Gorilla Glas 2.
Lediglich bei intensiver Sonneneinstrahlung kann  es zu Ableseproblemen kommen. Aber das ist ein „Problem“ vieler Smartphones. Man rückt halt etwas in den Schatten.
Unterhalb des Bildschirms befinden sich die drei Soft-Tasten.

Nachtrag 15.5.2012: Wer auf seinem One X den sogenannten „Bildschirmflackern-Bug“ hat, der sollte sich das Firmware-Update auf Version 1.29.401.11 holen. Das Flackern vergeht dabei aber nicht von heute auf morgen, sondern dauert angeblich oftmals ein paar Tage, bis sich alles wieder „entspannt“ hat.
Hinweis: Wenn das Firmware-Update nicht automatisch angezeigt werden sollte, dann unter „Einstellungen“ > „Info“ > „Software-Updates“ manuell anstoßen. Es gehen beim Update keine Daten verloren.

Ganz stolz ist HTC auf Beats Audio und die Multimedia-Fähigkeiten
In punkto Audio bietet das One X Unterstützung für dlna (eine eigene App ist allerdings leider nicht dabei), es besitzt eine 3.5mm Audiobuchse (befindet sich an der Gehäuseoberseite) und mit Beats Audio (Beats By Dr. Dre Audio) steht ein eigenes Sound-Profil zur Verfügung, das einen „satteren“ Klang (wenn man das mag) liefert. Dieses Profil steht für alle Arten von Audio bereit, wird in der Statusleiste angezeigt und kann jederzeit – fast unabhängig von der App – ein- oder ausgeschaltet werden.

• Wenn der separat als Zubehör erhältliche kabellose Media Link HD-Adapter an den HDMI-Anschluss von einem TV-Gerät angeschlossen wird, lassen sich Fotos, Videos oder andere Inhalte am TV-Gerät mit HDMI-Anschluss ansehen.

• Der Regler für die Lautstärke befindet sich an der rechte Gehäuseseite.

• Im Lieferumfang enthalten ist zwar ein Headset, wer aber nach mehr Audio-Qualität strebt, der sollte sich gleich im Zubehörhandel nach einem „ordentlichen“ Headset umsehen.

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

Ein 32 GB großer Massenspeicher, der sich aber nicht erweitern lässt
Es ist offenbar ein „Trend“, Smartphones ohne erweiterbaren Speicher anzubieten. Aus meiner Sicht keine gute Entscheidung, denn in Zeiten von HD fallen immer größere Datenmengen an. Beim One X stehen 32 GB Massenspeicher bereit, von denen ca. 26 GB frei verfügbar sind. Mehr gibt’s im Smartphone selbst nicht. Schade!
Nutzbar sind selbstverständlich Online-Speicher-Services wie die Dropbox (für HTC One-Kunden gibt es 25 GB Dropbox-Speicher für zwei Jahre) oder SkyDrive. Eine feine Sache, denn die Dropbox ist wunderbar ins Betriebssystem und in HTC Sense integriert. Dafür gibt es Pluspunkte!

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

Eine 8-Megapixel-BSI-Kamera mit LED und Full-HD
Das One X will (wie auch das One S) mit einer 8-Megapixel BSI-Kamera (28mm Weitwinkel) mit LED und 1080 Full-HD Videoaufnahmen punkten. Mit gefallen dabei ein paar Sachen:

• Sowohl bei der Linse als auch beim Sensor und bei der Software sind (dank des speziell entwickelten HTC Image Chip) schnelle Bildaufnahmen (angegeben sind 0.7 Sekunden, wobei der Autofokus in 0.2 Sekunden scharfgestellt hat) möglich.

• Es lassen sich Serienbilder aufnehmen, indem man einfach den Finger am Touch-Auslöser belässt.

• Bei ungünstigen Bedingungen wie schwachem Licht, im Dunkeln oder bei grellem Hintergrundlicht sollen sehenswerte Verbesserungen bei der Bildqualität erzielt. Die f/2.0-Linse lässt laut Beschreibung 44% mehr Licht durch als f/2.4-Linsen. In der Praxis relativiert sich das allerdings. Es kommt aufs Umgebungslicht, aufs Motiv und den Menschen hinter der Kamera an.

•  Unterstützt wird standardmäßig HDR (steht für „High Dynamic Range“, um selbst bei variierenden Helligkeitsgraden scharfe Bilder zu machen. Hier sollte man sich aber in die Materie etwas einlesen, denn die Möglichkeiten sind großartig. Weitere Infos > Wikipedia.

• Mit Video Pic lässt sich bei einer Videoaufnahme gleichzeitig ein Foto machen. Dafür berührt man während der Aufnahme eines HD-Videos lediglich den Auslösebutton am Bildschirm. Das passiert ohne Unterbrechung der Videoaufnahme. Zudem können auch Fotos aus aufgezeichneten Videos gemacht werden.

• Praktisch sind auch die beiden Funktionen „Gesichtserkennung“ und „automatische Lächelaufnahme“. Die Funktion ist wohl selbsterklärend.

• Es stehen eine Fülle an Einstellungen bereit. Dazu zählen ein Selbstauslöser, eine wählbare Auflösung (von 8 Megapixel bis klein), Bildanpassungen (mit Schieberegler für Belichtung, Kontrast und Sättigung), ISO (automatisch oder von 100 bis 800), ein Weißabgleich (automatisch oder Glühbirne, Neonlicht, Tageslicht oder bewölkt), ein wählbares Bildformat (16:9 oder 4:3), Zeitlupenvideo, Videostabilisierung, ein einblendbarer Raster sowie ein ein/ausschaltbarer Auslöseton.

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

• Aufnahmen lassen sich auf Wunsch auch immer gleich automatisch Hochladen – z.B. in die Dropbox.

• Der Blitz kann auf Aus, Ein oder Automatik gestellt werden.

• Auf Wunsch lassen sich Aufnahmen mit einem Geo-Tag versehen. Das heißt die aktuelle GPS-Position wird „im“ Foto gespeichert. Die Aufnahme kann dann Positions-genau auf einer Karte angezeigt werden. Sehr praktisch zum Beispiel nach einer Urlaubsreise.

• Es stehen mehrere Kameraszenen bereit, wenn man nicht automatisch auswählt. Dazu zählen HDR, Panorama, Porträt, Gruppenporträt, Landschaft, weiße Tafel, Nahaufnahme oder geringes Licht.

• Über eine eigene Taste am Bildschirm kann man direkt in der Kamera-App die Aufnahme gleich mit einem Effekt versehen. Dazu gehören Verzerrung, Vignette, Schärfentiefe, Punkte, Mono, Country, klassisch, klassisch warm, klassisch kühl, Graustufen, Sepia, Negativ, Solarisation, Polarisation oder Aqua. Das schafft viel Platz für individuelle Meisterwerke.

• Es gibt keine eigene Kamerataste. Ausgelöst wird immer durch Touch am Bildschirm.

• Für Videotelefonate steht vorne eine 1.3-Megapixel-Frontkamera (befindet sich rechts oben) bereit.

Ein paar Worte zum Akkuverbrauch
Der Akkuverbrauch hängt selbstverständlich sehr stark davon ab, wie intensiv man die vorhandenen Möglichkeiten verwendet. Der große, hochauflösende Bildschirm, der Quad Core Prozessor, WLAN, HSPA und der GPS-Empfänger brauchen viel „Saft“, wenn sie länger im Betrieb sind. Deshalb kann kein allgemeingültiger Richtwert angegeben werden, wie lange der 1.880 mAh Akku hält.

•  Meine Erfahrung aus der täglichen Praxis: Bei Volllast schaffe ich zirka einen halben Tag. Bei intensiver Nutzung komme ich knapp bis zum Nachmittag aus. Um einen ganzen Tag mit einer Akkuladung zu schaffen, muss ich schon sehr sparsam mit den Möglichkeiten umgehen.

•  Für manche sicherlich ein Manko: Der Akku ist nicht wechselbar.

• Schick ist das leichte Ladegerät mit abnehmbarem USB-Kabel.

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

Bei der drahtlosen Kommunikation gibt sich das Smartphone keine Blöße
Für die drahtlose Kommunikation stehen mehrere Möglichkeiten bereit. Dazu zählen HSPA+ (fürs schnelle Herunter- und Hochladen), Bluetooth 4.0, Wireless LAN, NFC, Wireless HDMI (zur Verbindung mit der HTC Media Link HD Unit), diverse Sensoren (Gyro, G, digitaler Kompass, Annäherung, Umgebungslicht) sowie ein A-GPS-Empfänger.

HTC Sense 4 – vielleicht die beste Benutzeroberfläche aller Smartphones
Für mich gehört HTC Sense seit langer Zeit zur besten Benutzeroberfläche auf Smartphones. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich aber zu dominant (man könnte auch „aufgeblasen“ sagen), was sich mit der Version 4 angenehmerweise wieder geändert hat. Es ist wieder schlichter und ansprechender geworden.
Mir gefallen besonders der Task-Manager (der offene Apps als Karten in einer 3D-Ansicht darstellt), die individuellen Stile des Sperrfensters (wie Produktivität mit Benachrichtigungen, Fotoalbum, Friend Stream, Wetter, Kontakte, Uhr), die wählbaren Szenen (HTC, Freizeit, Arbeit, Spielen oder Reisen), die einstellbare Oberfläche (HTC, Aluminium, heiter oder matt), die umfangreiche Sammlung an Tönen sowie die eigenen Standard-Apps.
In Summe ein Alleinstellungsmerkmal, das HTC wohltuend von anderen Android-Anbietern abhebt.

HTC One X Android-Smartphone mit Ice Cream Sandwich

Und noch ein paar weitere Informationen und Erfahrungen
• Wie beim iPhone bekommt man auf beim One X eine Art „Büroklammer“ (SIM-Auswurfstift genannt) mitgeliefert, um die Micro-SIM-Karte einsetzen zu können. Befindet sich auf der Rückseite (oben) des Gehäuses.

• Das Smartphone ist mit 130 Gramm angenehm leicht. Trotz der Größe.

• Das Gehäuse ist OK, wenngleich ich auch schon angenehmer Materialien in Händen hielt. Ich habe mich für das weiße Gehäuse entschieden – das ist aber sicherlich Geschmackssache. Die Verarbeitung selbst ist bisher als tadellos zu bezeichnen.

• Der Micro-USB-Stecker befindet sich an der linken Gehäuseseite. Meiner Meinung nach keine geschickte Platzierung. Unterstützt wird MHL, d.h. mit dem passenden Adapter lässt sich das Smartphone via HDMI mit einem Fernseher verbinden.

• Es steht eine LED für diverse Benachrichtigungen (verpasster Anruf, SMS/MMS, E-Mail, Mobilbox, Erinnerungen, Wecker) bereit. Diese lassen sich einzeln ein- oder ausschalten.

• Die App „Car“ ist speziell für die Quer-Nutzung im Auto ausgelegt und bringt große Symbole für die wichtigsten Funktionen (zum Beispiel Telefon, Musik oder Navigation) sowie den Standard-Informationen (wie Datum, Uhrzeit, Kommunikation).

• Tipp: Durch gleichzeitiges Drücken der „Power“- und der „Home“-Taste lässt sich ein Screenshot erstellen.

• Mit dabei sind neben der Standard-App-Ausstattung von Android ICS ein paar extra Apps wie HTC Locations (Navi), HTC Hub, WLAN Hotspot, Friend Stream, Videobearbeitung, Polaris Office, Taschenlampe, TuneIn Radio oder SoundHound.

•  Für eine gute Gesprächsqualität beim Telefonieren sorgen zwei Mikrofone zur Geräuschunterdrückung sowie die Unterstützung für HD-Voice. Die Qualität bezeichnen meine Gesprächspartner durchwegs als OK.

• Updates werden drahtlos erledigt. Ich habe nicht einmal mehr ein HTC-Programm am PC installiert.

Meine Meinung: Das HTC One X ist ein großes Smartphones (ob notwendig oder gewünscht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Das One X ist ein schnelles Smartphone (in der Praxis merkt man außer bei speziellen Tegra-optimierten Spielen gar nichts davon). Die Ausstattung (Touchscreen, Kamera, drahtlose Kommunikation und so weiter) ist tadellos und bis auf die fehlende Speichererweiterung (ein microSD-Slot wäre eine feine Sache gewesen) und den nicht wechselbaren Akku gibt’s nichts, was mir abgeht. Was mich persönlich stört, das ist der hohe Akkuverbrauch, da ich viele Möglichkeiten nutze, die mir das Smartphone so liefert. Da muss doch durch Optimieren mehr herauszuholen sein.

Tipp: Wer mit „einer Spur“ weniger Leistung das Auslangen findet, der sollte einen Blick auf den „kleineren“ Bruder, das HTC One S werfen!

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Die technischen Daten im Überblick
Android 4.0 Ice Cream Sandwich, 4.7″ Super LCD Touchscreen (Cornering Gorilla Glas 2) mit einer 720p-Auflösung von 720×1.280 Pixel, Quad Core NVIDIA Tegra 3 Prozessor mit je 1.5 GHz, 1.800 mAh Akku, 32 GB Massenspeicher (ca. 26 GB sind davon frei verfügbar), 1 GB RAM, 25 GB Dropbox-Speicher (für 2 Jahre), HSPA+ (21 Mbps / 5.76 Mbps), Bluetooth 3.0, WLAN 802.11 b/g/n, NFC, Wireless HDMI (zur Verbindung mit der HTC Media Link HD Unit), Unterstützung für dlna, 3.5mm Audiobuchse, Beats Audio, zwei Mikrofone zur Geräuschunterdrückung, HD-Voice, Micro-USB 2.0 mit MHL, 8 Megapixel BSI-Kamera mit LED und 1080 Full-HD Videoaufnahmen (f/2.0 Blende, 28mm Weitwinkellinse), 1.3 Megapixel Frontkamera, diverse Sensoren (Gyro, G, digitaler Kompass, Annäherung, Umgebungslicht), A-GPS-Empfänger, Micro-SIM, 134.4 x 69.9 x 8.9 mm, 130 Gramm.

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