Quo Vadis Europa?

Liebe Music-Fans,

Habt ihr am Sonntag die MTV Europe Music Awards in Belfast mit Spannung verfolgt? Dann ist euch eines bestimmt aufgefallen: Europa scheint in der Gunst der Fans endgültig auf der Strecke geblieben zu sein. Was man schon in den letzten Jahren zunehmend beobachten konnte, hat sich bei den diesjährigen MTV EMAs eindrucksvoll fortgesetzt: Gleich acht der wichtigsten Auszeichnungen gingen heuer an Künstler aus Übersee!

Wenig überraschend konnte Lady Gaga im Alleingang mit vier Awards alle anderen in den Schatten stellen. Dank ihrer schrillen Outfits hatte sie auch die 8.000 Anwesenden bei der zweieinhalbstündigen Show in Belfast auf ihrer Seite. 2010 hatte Lady Gaga bereits drei MTV EMAs abgeholt und toppte es dieses Jahr beeindruckend als beste Künstlerin, Star mit den meisten Fans plus mit „Born This Way“ als besten Song und bestes Video.

Lady Gaga

Lady Gaga

Bewusst brav gab sich Justin Bieber als bester Künstler und bester Popstar. Nach den Skandalen, die vielleicht auch nur erfunden waren, zeigte er sich freundlich und zurückhaltend. Immerhin war ja auch seine Freundin Selena Gomez als Moderatorin den ganzen Abend auf der Bühne samt der üblichen Outfit-Wechsel von Abendrobe bis Minikleid.

Bruno Mars

Bruno Mars

Lachen konnte der Hawaiianer Bruno Mars mit zwei Awards als bester Newcomer und dem fragwürdigen Preis „Best Push“. Dieser bestätigt nichts anderes, als dass MTV ihn ganz besonders unterstützt hat. Thirty Seconds To Mars wurden beste Alternative Band und bester Auftritt bei der MTV Show „World Stage“. Erneut fest in der Hand von Eminem war der Sektor Hip-Hop, der Rock gehörte Linkin Park und als bester Live-Act schaffte auch Katy Perry ihren Titel. Nur die südkoreanische Boyband BigBang als World Wide Act stammte nicht aus den USA, aber dafür auch nicht aus Europa.

Ist es euch aufgefallen? Tatsächlich kein wichtiger Preis für Europa bei den MTV Europe Music Awards! Das wussten die Veranstalter dann doch noch zu verhindern und ehrten die britische Legende Queen um den vor 20 Jahren verstorbenen Freddie Mercury mit dem „Global Icon Award“.

Wie relevant ist Europa für den Musikmarkt überhaupt? Stehen wir nicht genug hinter unseren heimischen Künstlern? Wer sollte es den Amerikanern in absehbarer Zeit zeigen und die Auszeichnungen selbst einstecken? Was meint ihr dazu?

Liebe Grüße,
Eure Monika

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  1. Monika Stangl

    Interessant finde ich aber, dass ja in den einzelnen europäischen Ländern gerade die Lokalmatadore ganz stark präsent und in den Charts vertreten sind – nur ist jedes Land ein bisschen mehr als Einzelkämpfer unterwegs und nicht so sehr als DAS Europa…

  2. Markus

    Hallo,

    find ich super dass ihr hier auch über aktuelle Themen schreibt, die nicht direkt mit A1 zu tun haben!
    Ich würd nicht sagen, dass es in Europa keine so guten Künstler gibt, und Geschmack ist sehr verschieden. Aber objektiv gesehen, sind allein schon durch die Größe von Amerika viel mehr Verkauf und Fans als in Europa, und die meisten Gewinner sind wiedermal jene Weltstars, die laufend weltweit in den Medien sind. Man könnte je überlegen, z.B. Lady Gaga – welche europäische Person wäre da ein Pendant mit der selben Medienpräsenz, Einzigartigkeit und Chartplatzierungen? Genauso in einer anderen Zielgruppe für Justin Bieber, wobei mir letzterer persönlich unverständlich ist 🙂
    Aber auch der ist dennoch langfristig viel erfolgreicher in dieser Zielgruppe, als z.B. die Gewinner der Castingshows wie DSDS, wo es jedes Jahr heißt „so toll war es noch nie und heuer wird alles anders und das ist ein toller Mensch und die besondere Stimme und blabla“
    🙂
    Markus

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